Aachen
Aachen (von altgermanisch Ahha „Wasser“, lateinisch Aquae Grani oder
Granni, später Aquisgranum,[2] franz. Aix-la-Chapelle, niederl. Aken,
luxemb. Oochen, Öcher Platt: Oche) ist eine nordrhein-westfälische
kreisfreie Stadt und Kurstadt im Regierungsbezirk Köln, Mitglied des
Landschaftsverbandes Rheinland und wird ab dem 21. Oktober 2009 der
Städteregion Aachen angehören. 1890 überschritt Aachen erstmals die
Einwohnerzahl von 100.000 und wurde somit die westlichste deutsche
Großstadt. Es zählt heute zu den Verdichtungsräumen
Nordrhein-Westfalens mit mehr als 250.000 Einwohnern. Die Stadt ist
bekannt für ihre bis in die Jungsteinzeit zurückreichende Geschichte,
ihr kulturelles und architektonisches Erbe und bedeutende
Veranstaltungen, etwa den Karlspreis.
Aachen liegt auf deutscher Seite im Grenzgebiet zu den Niederlanden und
Belgien (Euregio Maas-Rhein) am Nordrand der Eifel bzw. des Rheinischen
Schiefergebirges. Die Eifel (siehe auch Nationalpark Eifel) und das
Hohe Venn im Süden, weite Gebiete zwischen Niederrhein und Nedermaas
sowie die Ardennen sind an Aachen angrenzende Landschaften. Nahe
gelegene größere Städte sind Köln, Düsseldorf, Bonn, Mönchengladbach,
Krefeld, Leverkusen, Lüttich (Belgien), Maastricht, Heerlen und
Roermond (alle Niederlande). Außerdem grenzt Aachen im Norden und Osten
an einen städtischen Verdichtungsraum, zu dem die Städte Herzogenrath,
Übach-Palenberg, Alsdorf, Baesweiler und Würselen nördlich, Eschweiler
nordöstlich und Stolberg östlich von Aachen gehören.
Der Aachener Dom, das Wahrzeichen Aachens, und der Domschatz wurden
1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und zweites Kulturdenkmal
weltweit in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Aachen ist
Bischofssitz. Mit der RWTH verfügt Aachen über eine der größten und
traditionsreichsten technischen Hochschulen Europas, die sich mit ihrem
Zukunftskonzept 2007 erfolgreich um Förderung im Rahmen der
Exzellenzinitiative bewarb.
Inhaltsverzeichnis
* 1 Geographische LageVerbergen]Verbergen]Verbergen]
o 1.1 Bezeichnung in verschiedenen Sprachen
o 1.2 Aachener Platt
o 1.3 Nachbargemeinden
o 1.4 Stadtgliederung
o 1.5 Bevölkerung
o 1.6 Raumordnung und Raumplanung: Aachen als Oberzentrum
o 1.7 Klima
* 2 Geschichte
o 2.1 Ursprung des Stadtnamens
o 2.2 Die Karlshymne
o 2.3 Religionen
+ 2.3.1 Christentum
+ 2.3.2 Judentum
+ 2.3.3 Islam
+ 2.3.4 Interreligiöser Dialog
o 2.4 Eingemeindungen
o 2.5 Einwohnerentwicklung
* 3 Politik
o 3.1 Oberbürgermeister und Rat
o 3.2 Wappen
o 3.3 Partnerstädte
o 3.4 StädteRegion Aachen
* 4 Wirtschaft und Infrastruktur
o 4.1 Unternehmen
o 4.2 Verkehr
+ 4.2.1 Bahn
# 4.2.1.1 Besonderheiten
+ 4.2.2 ÖPNV
+ 4.2.3 Straßenanbinung
+ 4.2.4 Fahrrad
+ 4.2.5 Luftanbindung
o 4.3 Medien
o 4.4 Öffentliche Einrichtungen
o 4.5 Medizinische Versorgung
o 4.6 Bildung und Forschung
* 5 Sehenswürdigkeiten
o 5.1 Der Aachener Dom
o 5.2 Das Aachener Rathaus
o 5.3 Grashaus
o 5.4 Haus Löwenstein
o 5.5 Elisenbrunnen
o 5.6 Mittelalterliche Stadtbefestigung
o 5.7 Universitätsklinikum Aachen
o 5.8 Weitere sehenswerte Bauwerke
o 5.9 Brunnen und Denkmäler
o 5.10 Parkanlagen
* 6 Kultur und Sport
o 6.1 Museen
o 6.2 Theater
o 6.3 Haus für Musik
o 6.4 Musik
o 6.5 Weitere Einrichtungen
o 6.6 Sportstätten
o 6.7 Sport
+ 6.7.1 Weitere sportliche Ereignisse
o 6.8 Regelmäßige Großereignisse
o 6.9 Kulinarische Spezialitäten
* 7 Aachen und die EuRegionale 2008
* 8 Persönlichkeiten
* 9 Literatur
* 10 Einzelnachweise
* 11 Weblinks
Geographische Lage
Der Vaalserberg (322,5 m), an dem Belgien, die Niederlande und Deutschland aneinander grenzen, westlich von Aachen.
Blick vom Lousberg über Aachen mit Dom und Rathaus in der Bildmitte, 2003
Aachen liegt im Dreiländereck Deutschland–Belgien–Niederlande, etwa 30
km nördlich des Hohen Venns in einer nach Nordosten geöffneten Mulde,
in der die Wurm zur Rur fließt. Die Stadt befindet sich im
Einzugsbereich der Maas, direkt in der Euregio Maas-Rhein am Fuß des
linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das südlich der Stadt
beginnt.
Der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 410 m ü. NN und liegt im
äußersten Südosten der Stadt. Der tiefste Punkt beträgt 125 m ü. NN und
liegt im Norden der Stadt an der Bundesgrenze. Die Länge der
Stadtgrenze beträgt 87,7 km, davon 23,8 km Grenze zu Belgien und 21,8
km Grenze zu den Niederlanden. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt
21,6 km, die größte West-Ost-Ausdehnung 17,2 km.
Bezeichnung in verschiedenen Sprachen
Die Stadt wird in einer Vielzahl von Sprachen unterschiedlich bezeichnet:
Sprache ? Name ? Aussprache in IPA
Deutsch Aachen ['a?x?n]
Aachener Platt Oche ['??x?]
Albanisch Ahen ['ah?n]
Altgermanisch Ahha ['axa]
Arabisch ??? ['?????n]
Bulgarisch Ahen/???? [,ahen]
Chinesisch (Vereinfacht) ?? [i? t???n] (PY: yà chen)
Chinesisch (Traditionell, Taiwan) ?? [i? x??] (PY: yà heng)
Chinesisch (Traditionell, Hongkong) ?? [?? s?m] (JP: aa3 sam1)
Französisch Aix-la-Chapelle [??ksla?a'p?l]
Georgisch ?????? ['a??eni]
Altgriechisch ????s??a??? [aky?'isgranon]
Neugriechisch ?a?e? ['a?xen]
Hebräisch ???? ['?ax?n]
Italienisch Aquisgrana [?akwiz'g?a?na]
Japanisch ???? ['a?h?n]
Katalanisch Aquisgrà [?kiz'??a]
Koreanisch ?? ['ahen]
Latein Aquisgranum [?akwi?s'g?a?num]
Lettisch Ahene ['a?xæne]
Limburgisch Aoke ['?k?]
Litauisch Achenas ['a?x ??n?s]
Luxemburgisch Oochen ['??x?n]
Niederländisch Aken ['a?k?n]
Polnisch Akwizgran [?akfiz'g?an]
Portugiesisch Aquisgrão, Aquisgrana [?akwiz'g??~u], [?akwiz'g??~?na]
Russisch ?????/???? ['a?xen]
Serbisch Ahen/???? [,ahen]
Spanisch Aquisgrán [akis'??an]
Thailändisch ?????? ['a?ken]
Tschechisch Cáchy ['tsa?xi]
Türkisch Ahen ['ah?n]
Wallonisch Åxhe ['??xh?]
Yiddish ???? ['ax?n], ['?xn]
Aachener Platt
Der Lokaldialekt der Stadt, das Aachener Platt – Öcher (['œ??]) Platt, gehört der Ripuarischen Sprachgruppe an.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aachen. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten:
Herzogenrath, Würselen, Eschweiler, Stolberg und Roetgen (alle im Kreis
Aachen); Raeren, Kelmis und Plombières (Provinz Lüttich in Belgien)
sowie Vaals, Gulpen-Wittem, Simpelveld, Heerlen und Kerkrade (alle
Provinz Limburg in den Niederlanden).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet gliedert sich in sieben Stadtbezirke mit je einer
eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksvorsteher sowie einem
eigenen Bezirksamt. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des
Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Die Stadtbezirke sind für
statistische Zwecke teilweise in statistische Bezirke unterteilt. Diese
haben eine zweistellige Nummer.
Blick auf Eilendorf und einen Teil von Aachen, rechts der Lousberg, am Horizont der Aachener Wald
Das Dreiländereck
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen statistischen Bezirken
* Aachen-Mitte: 10 Markt, 13 Theater, 14 Lindenplatz, 15 St. Jakob, 16
Westpark, 17 Hanbruch, 18 Hörn, 21 Ponttor, 22 Hansemannplatz, 23
Soers, 24 Jülicher Straße, 25 Kalkofen, 31 Kaiserplatz, 32
Adalbertsteinweg, 33 Panneschopp, 34 Rothe Erde, 35 Trierer Straße, 36
Frankenberg, 37 Forst, 41 Beverau, 42 Burtscheid Kurgarten, 43
Burtscheid Abtei, 46 Burtscheid Steinebrück, 47 Marschiertor, 48
Hangeweiher
* Brand: 51 Brand
* Eilendorf: 52 Eilendorf
* Haaren: 53 Haaren (mit Verlautenheide)
* Kornelimünster/Walheim: 61 Kornelimünster, 62 Oberforstbach, 63 Walheim
* Laurensberg: 64 Vaalserquartier, 65 Laurensberg
* Richterich: 88 Richterich
Unabhängig von der amtlichen Kennzeichnung besteht Aachen aus 47 Stadtteilen, hier sortiert nach Stadtbezirken:
* Aachen-Mitte: Beverau, Bildchen, Burtscheid, Forst, Frankenberg,
Grüne Eiche, Hörn, Lintert, Pontviertel, Preuswald, Ronheide, Rothe
Erde, Stadtmitte, Steinebrück, West
* Brand: Brand, Eich, Freund, Hitfeld, Niederforstbach
* Eilendorf: Eilendorf, Nirm
* Haaren: Haaren, Hüls, Verlautenheide
* Kornelimünster/Walheim: Friesenrath, Hahn, Kornelimünster,
Krauthausen, Lichtenbusch, Nütheim, Oberforstbach, Sief, Schleckheim,
Schmithof, Walheim
* Laurensberg: Gut Kullen, Kronenberg, Laurensberg, Lemiers, Orsbach, Seffent, Soers, Steppenberg, Vaalserquartier, Vetschau
* Richterich: Horbach, Huf, Richterich
Bevölkerung
Altersstruktur der Stadt Aachen
Die Stadt Aachen hat 257.645 Einwohner (Stand: 30. Juni 2007), wovon
48,8 % weiblich und 51,2 % männlich sind[3]. Die Altersstruktur ist wie
folgt: 0–18 Jahre: 16,1 %; 18–65 Jahre: 67,2 %; ab 65 Jahre: 16,7 %,
wobei das Durchschnittsalter 39,4 Jahre beträgt (Stand: 14. Januar
2007).
Während die Arbeitslosenquote in der Region Aachen leicht gesunken ist,
stieg sie im Stadtgebiet auf 11,6 % (März 2008) leicht an[4]. 2005
betrug der Ausländeranteil in Aachen 14,2 %[5]. Ein signifikanter
Anteil der ausländischen Bewohner gehört zu den Studierenden der
international bekannten Bildungszentren der Stadt.[6]
Raumordnung und Raumplanung: Aachen als Oberzentrum
Aachen verfügt über sehr viele Bildungseinrichtungen wie die RWTH
Aachen, die Fachhochschule Aachen, diverse Gymnasien und andere
Bildungszentren. Neben verschiedenen Theatern sind auch viele Museen
vorhanden, die den Bereich der Kultureinrichtungen abdecken. Im Bereich
der Sportstätten und Einrichtungen für Gesundheit und Soziales mit
Spezialkliniken, bei Behörden wie dem Land- und Amtsgericht Aachen und
bei sonstigen Dienstleistungen mit spezialisierten
Einkaufsmöglichkeiten für den höherwertigen Bedarf sowie Banken erfüllt
die Stadt alle Kriterien für ein Oberzentrum. Ebenfalls verfügt Aachen
über den Anschluss an Autobahnen (A 4, A 44, A 544), an das
Bundesfernstraßennetz und den ICE und Thalys im Fernverkehrsnetz der
Deutschen Bahn (siehe Verkehr in Aachen).
Klima
Klimadiagramm von Aachen
Aachen und Umgebung gehören zur gemäßigten Klimazone und weisen ein
ozeanisches Klima auf, d. h. feuchtes Wetter, milde Winter und relativ
ausgeglichene Temperaturen. Durch die Lage nördlich der Eifel und des
Hohen Venns ist die Niederschlagsmenge (im Schnitt 805 mm/Jahr) in
Aachen aufgrund der vorherrschenden Westwetterlagen vergleichsweise
höher als beispielsweise in Bonn (669 mm/Jahr).
Ein weiterer Effekt der Lage am Nordrand der Eifel ist das Auftreten von Föhn bei südlichen Luftströmungen.
Geschichte
Modell der Kaiserpfalz
Der Altarraum des Aachener Doms
? Hauptartikel: Geschichte der Stadt Aachen
Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit besiedelt. Bereits im
Neolithikum (der Jungsteinzeit) zwischen 3000 und 2500 v. Chr. wurde
auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen
Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener
Wald beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen
Quellen. Ein römisches Heilbad ist im 1. Jahrhundert unserer
Zeitrechnung belegt. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische
Gräber aus dem 7. Jahrhundert.
Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof und
sorgte für die erste schriftliche Erwähnung Aachens 765 als Aquis
villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das
Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählte
und zu einer Kaiserpfalz mit Palast (an dieser Stelle steht heute das
Rathaus) und Kapelle, der so genannten Pfalzkapelle, ausbaute (heute
der Aachener Dom).
Karls Sohn, Ludwig der Fromme, wurde 813 in Anwesenheit seines Vaters
im Obergeschoss der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Karl der Große
wurde am 28. Januar 814 im Vorhof der Kapelle beigesetzt. Eine weitere
Krönung erfolgte Mitte des 9. Jahrhunderts in der Aachener
Pfalzkapelle. Lothar I., der älteste Enkel Karls des Großen, krönte
sich hier zum Kaiser.
Otto I. wurde 936 n. Chr. in Aachen zum ostfränkischen König gekrönt.
Die Stadt blieb damit für die nächsten 600 Jahre Krönungsort der
deutschen Könige. Bis 1531 wurden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen
(oder: Aachener Münster) gekrönt, der letzte war Ferdinand I. Zum
Weihnachtsfest im Jahre 1165 n. Chr. lässt Friedrich I., genannt
Barbarossa, Karl den Großen heilig sprechen. Einige Tage später, am 8.
Januar 1166, erhielt Aachen durch das sogenannte Karlsprivileg, einen
Freiheitsbrief, die Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht
verliehen und wurde eine freie Reichsstadt.[7] Seine Einwohner wurden
von der Lehenshörigkeit befreit. Aus dieser Zeit stammt der Adler im
Stadtwappen.
Der Bau der inneren Stadtmauer geht auf Kaiser Barbarossa zurück und
wird deshalb bis heute "Barbarossa-Mauer" genannt. Mit ihrem Bau wurde
1171 n. Chr. begonnen und sie verläuft in etwa entlang dem heutigen
"Grabenring". 86 Jahre später wurde der äußere Mauerring angelegt,
welcher von Richard von Cornwall anlässlich seiner Krönung im Jahre
1257 gefördert wurde und dessen Bauzeit ca. 100 Jahre dauerte. Diese
verläuft entlang des "Alleenringes" und wies 11 Stadttore und 22 Türme
auf. Erst 1841 wurde die erste Wohnbebauung außerhalb dieses Stadtwalls
errichtet; das Bahnhofsviertel und die Theaterstraße entstanden.
Aachen fiel nach sechsmonatiger Belagerung 1248 n. Chr. an Wilhelm von
Holland, der hier zum König gekrönt wurde. Die Belagerung führte nur
deshalb zum Erfolg, weil die Belagerer das Wasser der in den Talkessel
fließenden Bäche unterhalb der Stadt aufstauten und damit die Stadt
unter Wasser setzten.[8]
1258 n. Chr. wurde erstmalig der Tuchwalker erwähnt. Die
Tuchfabrikation war jahrhundertelang der wesentliche Wirtschaftsfaktor
Aachens. Bedingt durch die reichhaltigen Erzvorkommen in der Umgebung,
z. B. Zinkerz (Galmei) am Altenberg (heute Kelmis) und in Stolberg,
wurde Aachen ein europäisches Zentrum der Messingindustrie und der
Kupferverarbeitung – insbesondere im 16. Jahrhundert. Mit den
Religionswirren der Reformationszeit und der Vertreibung der
Protestanten verließen viele Kupferschläger, die diesem Glauben
angehörten, die Stadt und siedelten sich im liberaleren Umland (Vaals
und Stolberg) an.
Das heutige Aachener Rathaus wurde im Jahr 1349 auf Initiative der
Aachener Bürgerschaft unter Leitung ihres amtierenden Bürgermeisters
Gerhard Chorus auf den Resten der baufälligen Königshalle der
Kaiserpfalz errichtet. Zuvor hat das Grashaus diese Funktion inne
gehabt, wurde aber weiterhin bis ins 18. Jahrhundert hinein für Rats-
und Gerichtsversammlungen parallel dazu genutzt. Ein weiteres Rathaus
(der Pützer-Bau) wurde im Jahr 1903 am Katschhof errichtet. Es ist im
2. Weltkrieg teilweise zerstört und in den 1950er Jahren abgerissen
worden, heute steht ein Verwaltungsgebäude an dieser Stelle.
Politisch eingebunden wurde Aachen auch 1500, wo Aachen Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises wurde.
Für mehr Leben in der Stadt und mehr Tourismus sorgte die Gründung der Aachener Heiligtumsfahrt.
1601 beschloss man erstmals, eine Einwohnerzählung der Stadt Aachen
durchzuführen, die ergab, dass 14.171 Einwohner in Aachen lebten, wovon
jedoch nur 2.829 Bürger waren.
Aachen um 1647
Am 2. Mai 1656 brach in der Backstube des Bäckers Peter Maw an der
Jakobskirche ein Feuer aus, das fast das ganze gotische Aachen
zerstörte. Sieben Menschen starben, 4.664 Häuser wurden zerstört.
In der Folgezeit baute der aus Lüttich stammende Badearzt François
Blondel Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. In Aachen
kursiert seit dieser Zeit der Satz: Was das Feuer zerstört hat, baut
das Wasser wieder auf. Der Kurbetrieb wurde durch Möglichkeiten zum
Müßiggang und zur Zerstreuung (Casino, Ballsäle) erweitert. Aachen
wurde zum Modebad und beherbergte regelmäßig die europäische Prominenz.
Dazu zählten Herrscher wie Zar Peter der Große von Russland und der
preußische König Friedrich der Große ebenso wie der Komponist Georg
Friedrich Händel.
Der Devolutionskrieg zwischen Spanien und Frankreich wurde 1668 mit dem
Ersten Aachener Frieden beendet. Darauf folgend fand in Aachen 1748 in
ein Friedenskongress statt, der den Österreichischen Erbfolgekrieg mit
dem Zweiten Aachener Frieden beendete. In der Folge der Französischen
Revolution besetzten deren Armeen 1794 Aachen und vereinten es mit
Frankreich. Zahlreiche Kulturgüter wurden dabei nach Paris verschleppt.
1798 wurde Aachen zum Verwaltungssitz des den Niederrhein umfassenden
Département de la Roer. Im Jahre 1802 wurde Aachen erstmals
Bischofssitz, der nach 23 Jahren aufgelöst und 1930 nach 105 Jahren
wieder errichtet wurde und dem Erzbistum Köln als Suffraganbistum
unterstellt wurde. Nach dem Wiener Kongress wurde die Stadt 1815 in das
Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz
Großherzogtum Niederrhein Sitz einer preußischen Bezirksregierung und
eines Landkreises, wobei die Stadt Aachen kreisfrei wurde. Ab dem 27.
Juni 1822 gehört die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk zur
Rheinprovinz.
Die Einführung der Dampfkraft, vor allem in der Tuchindustrie, die
fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene
Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen
führten zu Unruhen, die 1830 von bewaffneten Bürgern und Soldaten
blutig niedergeschlagen wurden.
Nach dem Ersten Weltkrieg fiel 1918 ein Teil des Aachener Hinterlandes
mit dem Kreis Eupen und Teilen der damaligen Kreise Monschau und
Schleiden an Belgien. Aachen blieb elf Jahre lang von belgischen
Truppen besetzt.
Die Zwischenkriegszeit bedeutete einen tiefen Einschnitt in das
Wirtschaftsleben der Stadt Aachen. Insbesondere der sogenannte
Ruhrkampf, die Verschiebung der Zollgrenze an den Rhein sowie
zunehmender Schmuggel entlang der Grenzen zu Belgien und den
Niederlanden oder auch der Separatistenaufstand von 1923 trafen Aachen
schwer. Hinzu kamen Reparationsleistungen und als negativer Höhepunkt
die Weltwirtschaftskrise ab 1929.
1933 wurde die Städteverordnetenversammlung aufgelöst. Die leitenden
städtischen und staatlichen Beamten wurden durch Mitglieder der NSDAP
ersetzt. Eine Heiligtumsfahrt mit 800.000 Teilnehmern fand 1937 statt,
die als stummer Protest gegen das NS-Regime gewertet wurde.
Zug deutscher Kriegsgefangener durch die Ruinen der Stadt Aachen im
Oktober 1944
Im Zweiten Weltkrieg wurde Aachen stark beschädigt, 65 % des Wohnraums
wurden zerstört. Im Juli 1941 erfolgte der erste von fünf
Luftangriffen. Durch die Grenzstadt Aachen kamen zehntausende
Deportationsopfer, die in Belgien interniert worden waren, um
anschließend per Reichsbahn durch Deutschland in die
Konzentrationslager geschleust zu werden. 1944 erfolgte eine
Zwangsevakuierung von Aachen, das am 21. Oktober 1944 nach
sechswöchigem Kampf (Schlacht um Aachen) als erste westdeutsche Stadt
von den Alliierten eingenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt zählte die
Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Die US-Amerikaner setzten als neuen
Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von
einer Werwolf-Gruppe als Kollaborateur der Alliierten ermordet wurde.
Nach ihm wurde später die Oppenhoffallee benannt. Aachen wurde zunächst
von amerikanischen, dann von britischen und später von belgischen
Truppen besetzt. Beim Kaffeeschmuggel zwischen Belgien und Deutschland
starben zwischen 1945 und 1953 40 Menschen an der so genannten Aachener
Kaffeefront. 1946 wohnten in Aachen wieder 100.000 Personen. Am 23.
August 1946 wurde der Nordteil der bisherigen Rheinprovinz, zu dem auch
Aachen gehörte, Teil des neugegründeten Landes Nordrhein-Westfalen.
1950 wurde erstmalig der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für
besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.
Bei der Gebietsreform von 1972 (erstes Aachen-Gesetz) wurde das
Stadtgebiet Aachens durch die Eingemeindung von 5 Gemeinden (Brand,
Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim)
mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl stieg auf 237.108. Der Kreis
Aachen erhielt seine heutige Ausdehnung. Der Regierungsbezirk Aachen
wurde jedoch aufgelöst und dem Regierungsbezirk Köln angegliedert. Im
gleichen Jahr feierte das neue Klinikum Aachen Richtfest, das im Jahr
1985 vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau offiziell an die
RWTH Aachen übergeben wurde.
Eine neue Synagoge in Aachen wurde 1995 unter Beteiligung internationaler Ehrengäste eingeweiht.
Ursprung des Stadtnamens
Der Name der Stadt Aachen leitet sich vom Altgermanischen Ahha (wird
wie Acha ausgesprochen) ab und bedeutet Wasser. Aachen war bis zur
Erbauung des Aachener Doms vor allem wegen seiner zahlreichen Quellen
bekannt, welche stark schwefelhaltiges, bis zu 74 °C heißes Wasser an
die Oberfläche bringen. Die Quellen im Stadtteil Burtscheid gehören
damit zu den heißesten Quellen Mitteleuropas. Diesen Quellen wird
zugeschrieben, dass sie Rheuma und viele andere Krankheiten heilen
sollen. Nicht zuletzt aus diesem Grund etablierte schließlich Karl der
Große den Ort zu einer bedeutenden Stadt. Die mittelalterliche
lateinische Ortsbezeichnung Aquisgranum bewahrt die Erinnerung an den
römischen Badeort, der auf den keltisch-römischen Heilgott Grannus
hinweist. Als Kurstadt darf sich die Stadt Bad Aachen nennen, jedoch
wird diese Bezeichnung kaum verwendet, da die Stadt dann in Listen und
Verzeichnissen nicht mehr an erster Stelle genannt würde. Das
offizielle Logo der Stadt verzichtet mit der Bezeichnung Stadt Aachen
ebenfalls auf den Titel als Kurbad.
Die Karlshymne
Aachen-Hymne auf einem Glasfenster aus dem 18. Jahrhundert in der Burg Frankenberg
Die Karlshymne Urbs Aquensis ist eine Hymne aus dem 12. Jahrhundert auf
Karl den Großen, dessen Glanz auf Aachen fällt. Heute ist sie auch die
Landeshymne der Region Aachen, die unter dem Namen Urbs Aquensis, urbs
regalis (lat.: Aachen, Kaiserstadt, du hehre) bekannt ist. Diese wird
zu besonderen Anlässen gespielt und gesungen, zum Beispiel jährlich bei
der Karlspreisverleihung von der Festgesellschaft.
Religionen
Christentum
Wappen des Bistums Aachen
Das Gebiet der Stadt Aachen gehörte von Anfang an zum Bistum Lüttich
beziehungsweise dessen Archidiakonat Hasbanien, Dekanat Maastricht. Im
Mittelalter war die Wurm die Grenze zum Erzbistum Köln. Kirchliche
Rechte hatte der Herzog von Jülich. Im Jahre 1708 gab es in Aachen 17
Klöster. 1802 wurde Aachen Sitz eines eigenen Bistums, das jedoch 1825
wieder aufgehoben wurde. Danach gehörte das Gebiet zum Erzbistum Köln,
bevor 1930 das Bistum Aachen erneut als Suffraganbistum Kölns errichtet
wurde. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt zur „Region
Aachen-Stadt“. Kathedrale des Bistums Aachen und Hauptkirche der Stadt
ist der Aachener Dom.
Um 1530 begann in Aachen die Reformation. In den Folgejahren ließen
sich vor allem protestantische (calvinistische) Tuchmacherfamilien in
der Stadt nieder. 1544 wurde die erste Gemeinde gebildet, jedoch wurden
den evangelischen Bewohnern auf Befehl des Kaisers ab 1550 alle
öffentlichen Ämter versperrt. Der Rat der Stadt war aber gespalten und
1559 verließen die evangelischen Mitglieder den Rat, wonach viele
Protestanten abwanderten. 1576 konnte dank Unterstützung der Zünfte der
Rat wieder mehrheitlich mit Protestanten besetzt werden. In der
Folgezeit gab es zunächst eine lutherische und drei reformierte
Gemeinden. Die Freiheiten dauerten jedoch nicht lange an, da 1598 die
Reichsacht über die Stadt verhängt wurde, infolgedessen der
evangelische Rat zurücktrat. Alle Predigthäuser und Schulen wurden
geschlossen. Viele Protestanten wurden ausgewiesen. Nach einem Aufstand
der Protestanten konnte 1611/1612 vorübergehend wieder ein
protestantischer Rat gebildet werden, doch 1614 wurde erneut die
Reichsacht verhängt und die Protestanten ausgewiesen, teilweise sogar
hingerichtet. Danach war die Zahl der Protestanten sehr gering, jedoch
gab es stets evangelische Bewohner, die immer wieder versuchten,
Einfluss in der Stadt zu gewinnen. Da sie jedoch keine eigenen
Gemeinden bilden konnten, schlossen sich die lutherischen und
reformierten Bewohner den Gemeinden in Vaals an.
Dort wurde 1736 eine protestantische Kirche errichtet. Nach Einmarsch
der Franzosen gewannen die Protestanten allmählich ihre
Gleichheitsrechte zu den Katholiken. 1802 erhielten sie die ehemalige
Klosterkirche St. Anna für ihre Gottesdienste. Die inzwischen
gegründete lutherische und reformierte Gemeinde fusionierte 1837 zur
Vereinigten Evangelischen Gemeinde. Nachdem Aachen bereits 1815
preußisch geworden war und 1817 die Evangelische Kirche in Preußen als
unierte Kirche gebildet worden war, gehörte die Gemeinde in Aachen zu
dieser Kirche beziehungsweise zur rheinischen Provinzialkirche. 1838
wurde Aachen Sitz eines Superintendenten, aus dem später der heutige
Kirchenkreis Aachen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland
hervorging. Die Evangelische Kirchengemeinde Aachen gliedert sich in
vier Gemeindebereiche (Aachen-Mitte, Süd, West und Nord) mit jeweils
mehreren Pfarrbezirken. Zum Gebiet der Stadt Aachen gehören jedoch noch
drei weitere Gemeinden im Südosten: Eilendorf bildet eine eigene
Gemeinde, Brand gehört zur Kirchengemeinde Stolberg, die Orte im Bezirk
Kornelimünster/Walheim gehören zur Kirchengemeinde
Kornelimünster-Zweifall. Der Evangelische Kirchenkreis Aachen umfasst
jedoch außer den Gemeinden in Stadt und Kreis Aachen auch
Eifelgemeinden im Kreis Euskirchen.
Synagoge Aachen mit der Inschrift: „Mein Haus soll sein ein Haus des Gebets für alle Völker!“
Islamisches Zentrum Aachen (Bilal-Moschee)
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Aachen Freikirchen und
sonstige christliche Vereinigungen beziehungsweise Gemeinden, darunter
eine Alt-Katholische Gemeinde, die Apostolische Gemeinschaft und die
Neuapostolische Kirche, Freie Christliche Gemeinden, Orthodoxe
Gemeinden (insbesondere eine große Griechisch-Orthodoxe Gemeinde) und
eine katholische Koreanische Gemeinde. Ferner sind die
Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas und die Kirche Jesu Christi
der Heiligen der Letzten Tage in Aachen vertreten.
Aachen ist Sitz der katholischen Hilfswerke missio, Misereor und Die Sternsinger.
Judentum
Die Aachener Synagoge wurde durch die Stadt Aachen an der Stätte der
während der Novemberpogrome 1938 zerstörten alten Synagoge neu erbaut
und 1995 der jüdischen Gemeinde übergeben. Die Jüdische Gemeinde Aachen
mit ungefähr 1440 Mitgliedern[9] und einer eigenen Bibliothek besitzt
auch einen jüdischen Friedhof sowie eine eigene Zeitung.
Islam
In Aachen gibt es zwei Moscheen, die Yunus-Emre-Moschee und das
islamische Zentrum (IZA) mit der Bilal-Moschee. Des Weiteren sind vier
weitere Einrichtungen von islamischen Kulturzentren vorhanden.
Interreligiöser Dialog
Dem jüdisch-christlichen Dialog widmet sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Aachen e. V. [10]
Eingemeindungen
In Aachen wurde am 1. Januar 1897 die bis dahin eigenständige Stadt
Burtscheid in Aachen eingemeindet. Vor dieser ersten Eingemeindung
betrug das Stadtgebiet 3056 ha. Drei weitere Eingemeindungen folgten,
die mindestens 14 Gemeinden und Orte beinhalteten. Nach diversen
kleineren Grenzänderungen und Neuvermessungen seit 1949 umfasst das
Stadtgebiet heute eine Fläche von insgesamt 16.082,9 ha.
Datum Orte Zuwachs in ha Grafik
1. Januar 1897 Burtscheid 858,6 Die Grafik zeigt die anteilige Fläche der Eingemeindungen an der heutigen Stadt Aachen.
1. April 1906 Forst 1.145,7
1. November 1922 Sief, Bildchen und Lichtenbusch 789,1
1. Januar 1972 Brand* , Eilendorf, Haaren* ,
Kornelimünster, Laurensberg, Richterich (ohne Bank und Wilsberg),
Walheim, Oberforstbach sowie diverse kleinere Gebiete
*ohne Randgebiete 10.595
Einwohnerentwicklung
? Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Aachen
1855 hatte Aachen mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die
Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur
Großstadt wurde. Wenige Jahre später gemeindete sie die Kreisstadt
Burtscheid aus dem Landkreis Aachen ein, wodurch sie Sitz der
Kreisverwaltung wurde, was sie bis heute ist. Einen Bevölkerungszuwachs
um rund 63.000 Personen erlebte die Stadt 1972 durch mehrere
Eingemeindungen – die Einwohnerzahl stieg von 177.000 auf rund 240.000.
Am 31. Dezember 2005 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Aachen nach
Fortschreibung des Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik
Nordrhein-Westfalen (LDS) 258.208 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich
mit den anderen Landesämtern), am 31. Dezember 2007 259.030[11] –
historischer Höchststand. Der im Vergleich zu den Vorjahren stärkere
Anstieg der Bevölkerungszahl im Jahre 2003 ist darauf zurückzuführen,
dass die Stadt im gleichen Jahr die Zweitwohnsitzsteuer einführte,
wodurch sich insbesondere viele Studenten gezwungen sahen, ihren
Zweitwohnsitz bei der Stadtverwaltung gegen einen Hauptwohnsitz
einzutauschen. Aus der Liste der Großstädte in Deutschland ist zu
entnehmen, dass das jährliche Wachstum der Einwohner bei 0,94 % liegt
und somit Aachen hinter Mainz (1,05 %) auf Platz 2 liegt im Vergleich
aller aktueller Großstädte mit der jährlichen Wachstumsrate.
Im Gegensatz zum LDS zählte die Stadtverwaltung lediglich 250.667
Einwohner am 31. Dezember 2007 und damit eine seit Jahren leicht
rückläufige Einwohnerzahl. Es ergibt sich also eine Differenz von 8363
Einwohnern zwischen den beiden Statistiken. Sollte der Trend aus der
Statistik der Stadtverwaltung anhalten, so würde die Stadt in der
städtischen Statistik bereits 2009 weniger als 250.000 Einwohner haben.
Der LDS-Bevölkerungsprognose zufolge soll die Einwohnerzahl bis zum
Jahre 2025 hingegen auf 282.500 anwachsen.[11]
Politik
Oberbürgermeister und Rat
Das Aachener Rathaus von Süden (vom Katschhof aus)
Das Aachener Rathaus von Norden
An der Spitze der Stadt Aachen stand zunächst ein königlicher Beamter.
1250 ging die Leitung auf den Rat über, dem ein Bürgermeister vorstand.
Mitglieder des Rates waren zunächst nur lebenslang amtierende Schöffen.
Seit dem 15. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Dies wurde im
so genannten Gaffelbrief von 1450, der bis 1794 galt, festgelegt.
Jedoch konnten die Zünfte erst 1513 ihre ständige Mitgliedschaft im Rat
erreichen. Die Mitgliederzahl schwankte mehrmals. An der Spitze standen
meist zwei Bürgermeister, die aber nur ein Jahr amtierten und am 25.
Mai ihr Amt wechselten. Die Ratsmitglieder übten neben ihrer
Ratsmitgliedschaft meist noch wichtige Sonderämter in der Stadt aus.
Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde die Munizipalverfassung
eingeführt. Stadtoberhaupt war der Maire. Ihm standen drei Beigeordnete
und ein 30-köpfiger Rat zur Seite. In preußischer Zeit wurde 1815 aus
dem Maire der Oberbürgermeister. Eine Neuordnung der städtischen
Verfassung wurde erst 1845 mit der rheinischen Gemeindeordnung
beziehungsweise 1856 mit der rheinischen Städteordnung eingeführt. Die
Stadtverwaltung bestand weiterhin aus dem Oberbürgermeister und dem Rat.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister
von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die
Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen
Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach
britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der
Stadt“, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat
wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden
und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des
Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen
Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die
Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur
noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des
Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde
1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Im Aachener Stadtrat sitzen 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt
gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht (Politik) und leitet die
Sitzungen. Derzeit sind im Aachener Rat folgende Parteien vertreten:
CDU (22 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (10
Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), Die Linke (3 Mitglieder, die für
Linkspartei.PDS, UWG Bürgerwille Aachen bzw. Gemeinsam gegen
Sozialkahlschlag gewählt wurden) und ABL (Aachener Bürger Liste, ein
Mitglied).[12].
Partei Sitze (1999)[13] Prozent % (1999)[13]
CDU 29 49,5
SPD 19 32,3
Grüne 6 10,9
FDP 3 4,4
PDS 1 2,2
Sitze (2004)[14] Prozent % (2004)[14]
22 37,3
19 (derzeit 18) 32,0
10 17,6
3 5,2
1 (Linke 3) 2,4
Die Mehrheit im Stadtrat wird von einer Koalition von SPD und Grünen
gebildet. Nach Austritt von Ratsfrau Coracino aus der SPD verfügt diese
Koalition seit dem 5. Mai 2008 jedoch nicht mehr über die Mehrheit im
Rat.[15]
Am 26. September 2004 wurde Jürgen Linden (SPD) für weitere fünf Jahre zum Oberbürgermeister gewählt.
Eine vollständige Aufzählung der Oberbürgermeister seit 1815 und der
Oberstadtdirektoren von 1946 bis 1995 findet sich in der Liste der
Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Aachen.
Ein ständiges Thema der Politik ist die hohe Verschuldung der Stadt Aachen in Höhe von 452,2 Mio. € (Stand: 31. Dezember 2005).
Wappen
Aktuelles Wappen
Wappen von 1888
Wappen von 1774
Blasonierung: In Gold ein rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler.
Die Stadtfarben sind schwarz-gold (schwarz-gelb). Der Adler
symbolisiert das Reich und bringt so zum Ausdruck, dass Aachen
Reichsstadt – dem Kaiser direkt unterstellte Stadt – und lange Zeit
Krönungsstätte der deutschen Könige war. Viele Reichsstädte haben einen
schwarzen Adler auf Goldgrund im Wappen (Köln: Doppeladler, Frankfurt
a/M.: Silberadler in Rot mit Goldrand). Das Wappen wurde zuletzt am 24.
Januar 1980 durch die Hauptsatzung der Stadt festgelegt, ist aber schon
sehr lange im Gebrauch.
Partnerstädte
* Reims (Frankreich), seit 1967
* Halifax/Calderdale (UK), seit 1979
* Toledo (Spanien), seit 1985
* Ningbo (China), seit 1986
* Naumburg (Saale) (Sachsen-Anhalt), seit 1988
* Arlington (Virginia, USA), seit 1993
* Kapstadt (Südafrika), seit 1999
* Kostroma (Russische Föderation), seit 2001
* Rosch haAjin (Israel), seit 2007
sowie
* Montebourg (Frankreich), seit 1960 Partnerstadt von Walheim
(seit dessen Eingemeindung 1972 dem Aachener Stadtbezirk Kornelimünster/Walheim übertragen)
StädteRegion Aachen
Die Stadt Aachen hat durch öffentlich-rechtliche Vereinbarungen mit dem
Kreis Aachen einige ihrer Aufgaben auf die StädteRegion Aachen
übertragen, so Schulträgeraufgaben, Straßenverkehrsamt und
Wirtschaftsförderung.[16]
Wirtschaft und Infrastruktur
Ford-Forschungszentrum in Aachen
Unternehmen
Aachen hat mehrere bedeutende Industriezweige. Zu nennen ist hier ein
Werk des deutschen Reifenherstellers Continental AG, in dem vor allem
besonders anspruchsvolle Reifen (für hohe Geschwindigkeiten) produziert
werden.
Seit 1934 unterhält Philips, einer der weltweit größten
Elektronikhersteller der Welt, Produktionsstätten in Aachen. Zunächst
nur für Radiogeräte, seit dem Krieg aber ein Werk zur Produktion von
Leuchtmitteln, in dem heute Niedervolt-Halogenlampen und Autolampen
hergestellt werden. Ein weiteres Philips-Werk, in dem Bildröhren
hergestellt wurden, ist vor einigen Jahren geschlossen worden.
Aachen ist ebenso Zentrum für Maschinenbau, Automation, IT, Laser- und
Umwelttechnologie mit jeweils großer wirtschaftlicher Bedeutung für die
Stadt. Viele IT-Unternehmen, die teilweise als Spin-offs der
Universität und Fachhochschule gegründet wurden, haben sich gemeinsam
mit Forschungseinrichtungen zum Kompetenznetzwerk "Regina e.V.
IT/Informatik Aachen" zusammengeschlossen.
Weiterhin ist Aachen als Standort der Automobilindustrie bedeutend,
sowohl durch ortsansässige Zulieferindustrie (z. B. Continental und
Saint-Gobain) als auch durch bedeutende Institute der RWTH Aachen, die
ihren Fokus auf der Automobiltechnologie haben. Die örtliche
Automobilbranche hat sich großteils im euregionalen Netzwerk competence
center automotive region aachen – euregio maas-rhein (car e. V.)
zusammengeschlossen. Daneben gibt es eine Reihe von Forschungsbetrieben
und Hochtechnologieunternehmen, oft als Spin-offs der Hochschulen.
Außerdem ist die Produktion von Süßwaren von bekannten Firmen wie
Zentis (Konfitüren, Süßwaren, Fruchtzubereitungen), Lambertz
(Lebkuchen, Printen), Lindt & Sprüngli (Schokolade, Pralinen)
bedeutend. Die Aachener Printen sind weltberühmt.
Neben den oben genannten Unternehmen ist Aachen Standort vieler
Industriebetriebe wie Grünenthal (pharmazeutische Produkte), Talbot
(Schienenfahrzeuge) und Saint-Gobain (Glas). Aachen bietet gute
Standortvorteile wegen einer dichten Infrastruktur mit Produktions- und
Dienstleistungen auf engstem Raum; Internationalität und
Mehrsprachigkeit; Platz zur Expansion und Raum zur Erholung; ein großes
Potenzial an gut ausgebildeten Ingenieuren [17].
Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle (854.491 Übernachtungen[18] in 4.000 Betten).
In der Vergangenheit war die Produktion von Nadeln und Tuchen der
wichtigste Wirtschaftsfaktor. So waren in Aachen mehrere hundert
Nadelfabriken ansässig. An fast allen Bächen waren Tuchfabriken und
-färbereien vorhanden. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich ein sehr
deutlicher Strukturwandel vollzogen. Die Herstellung von Nadeln und
Tuchen wurde nach Fernost verlagert. Die letzte Aachener Nadelfabrik
stellte den Betrieb Ende 2004 ein, von den zahlreichen Tuchfabriken ist
noch eine geblieben. Weitere Bedeutung hatte die Herstellung von
Schienenfahrzeugen, Schirmen und Transformatoren. Auch diese Bereiche
sind jedoch inzwischen stark reduziert oder völlig aufgegeben worden.
Größte Arbeitgeber der Stadt Aachen:[19]
Rang Name Anzahl der Arbeitsplätze
1. RWTH Aachen 10.000
2. Stadtverwaltung Aachen 3.200
3. Sparkasse Aachen 2.360
4. AMB Generali Gruppe 2.300
5. Henry Lambertz 1.800
6. Franz Zentis 1.500
7. Lindt & Sprüngli 1.500
8. Grünenthal 1.400
9. Philips Licht 1.400
10. Continental 1.400
11. SCHUMAG AG 1.150
12. FH Aachen 1.000
Verkehr
Bahn
Der Aachener Hauptbahnhof
Die Euregiobahn
Neben dem Hauptbahnhof gibt es die Bahnhöfe Aachen West und
Aachen-Rothe Erde sowie die Haltepunkte Aachen-Schanz und Eilendorf.
Der Schnellzug Thalys von Köln nach Paris fährt über Aachen, Lüttich
und Brüssel. Auch der ICE International verkehrt auf der Strecke
Brüssel–Lüttich–Aachen–Köln und weiter nach Frankfurt. Die Schnellzüge
wechseln sich im Stundentakt ab. Aachen liegt somit an einer wichtigen
Verbindung des transeuropäischen Schienennetzes. Demgegenüber sind die
für Pendler wichtigeren Regionalverbindungen, insbesondere auf der
Schnellfahrstrecke Köln–Aachen (NRW-Express (RE 1) und
Rhein-Sieg-Express (RE 9)), seit Jahren unverändert stark
verspätungsanfällig.[20] Auf der zweiten von Aachen ausgehenden
innerdeutschen Strecke nach Mönchengladbach und von dort aus weiter
nach Düsseldorf oder Duisburg über Krefeld findet seit etwa zehn Jahren
kein Fernverkehr mehr statt.
Beide Strecken sind jedoch wichtige Magistralen des Güterverkehrs. Die
zwei von Aachen ausgehenden Strecken nach Belgien – für den
Personenverkehr nach Brüssel über Lüttich (Vesdretalstrecke) und für
den Güterverkehr nach Antwerpen über Tongeren (Montzenroute) – sind die
einzigen in Betrieb befindlichen Schienenverbindungen zwischen
Deutschland und Belgien. Die direkte Verbindung in die Niederlande
hingegen wurde stillgelegt, wobei eine Reaktivierung im Rahmen der
Euregiobahn in ferner Zukunft geplant ist.
Wichtigere regionale Bahnverbindungen (Stand März 2006):
* RegionalExpress RE 1: Aachen–Düren–Köln–Düsseldorf–Duisburg–Essen–Bochum–Dortmund–Hamm (NRW-Express)
* RegionalExpress RE 4: Aachen–Mönchengladbach–Düsseldorf–Wuppertal–Hagen–Dortmund (Wupper-Express)
* RegionalExpress RE 9: Aachen–Düren–Köln–Siegen(–Gießen) (Rhein-Sieg-Express)
* RegionalExpress RE 29: Aachen–Welkenraedt–Lüttich (euregioAIXpress)
* RegionalBahn RB 33: Aachen–Mönchengladbach–Duisburg (Rhein-Niers-Bahn)
* RegionalBahn RB 20: Alsdorf/Heerlen–Herzogenrath–Aachen–Stolberg/Eschweiler-Weisweiler (euregiobahn)
Besonderheiten
Eisenbahnhistorisch hat Aachen zwei Besonderheiten zu bieten: den
ältesten noch befahrenen Eisenbahntunnel Deutschlands, den Buschtunnel,
sowie das Viadukt in Aachen-Burtscheid. In der Nähe, in Belgien,
befindet sich bei Moresnet das berühmte Göhltalviadukt, das 2004
saniert wurde. Zu der Beendigung dieser Maßnahmen gab es einen großen
Festakt mit Feuerwerk. Auch wurde eine Rundfahrt in Waggons des
legendären Orient-Express angeboten.
Die traditionsreiche Waggonfabrik Talbot an der Jülicher Straße
produzierte bis Anfang der 1990er Jahre Güter- und Personenwaggons, wie
etwa doppelstöckige Wagen für die niederländische Staatsbahn oder den
Talent. Nach der Übernahme durch den kanadischen Konzern Bombardier
(seitdem Talbot-Bombardier) wurde ein Großteil der Fertigung nach
Ostdeutschland und Tschechien verlegt. Mittlerweile wird in Aachen der
Innenausbau von Personenzügen vorgenommen.
ÖPNV
Im Jahr 1974 wurde die letzte Aachener Straßenbahnlinie stillgelegt.
Seitdem beschränkt sich der Stadtverkehr auf Busse. Die Linien fahren
innerhalb des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) und ins benachbarte
Ausland, wie zum Beispiel nach Heerlen (NL), Kerkrade (NL) oder Eupen
(B). Es gibt acht Schnellbusse nach Alsdorf/Aldenhoven/Jülich (Linie
SB11), Heerlen (Linie 44), Eschweiler (Linie 52), Roetgen/Simmerath
(Linie SB63), Herzogenrath (Linie 147), Baesweiler (Linie 151),
Roetgen/Monschau (Linie 166) und Maastricht (Linie 50 der
niederländischen Veolia, kein AVV-Tarif).
Der zur Feier des Aufstiegs 2006 golden beklebte Alemannia-Citaro der ASEAG
Den ÖPNV in der Stadt betreibt hauptsächlich die ASEAG (Aachener
Straßenbahn und Energieversorgungs-AG) mit insgesamt 49 Buslinien
(Stand 2008). Die Linie 14 wird gemeinsam mit der belgischen TEC, die
Linie 44 mit der niederländischen Veolia Transport betrieben. Außerdem
betreibt die RVE vier Linien im Aachener Stadtgebiet, eine davon
zusammen mit Taeter Aachen. Dreh- und Angelpunkt des Aachener
Liniennetzes sind der Bushof und der Elisenbrunnen, abgesehen von ein
paar Ausnahmen werden diese von sämtlichen Aachener Buslinien
angefahren.
In Aachen gibt es ein gesondertes Nachtbusnetz. Dieses besteht aus acht
Linien (N1 bis N7 und N13), welche die größten Linienachsen mit
geändertem Linienweg bedienen. Die Nachtlinien verkehren in den Nächten
auf Samstage, Sonntage und Feiertage jeweils um 01:45 und 02:45 Uhr vom
Elisenbrunnen/Bushof aus. Die Linienführung verläuft dabei sternförmig
aus der Stadt heraus. Als einzige Nachtlinie verkehrt die Linie N1
zusätzlich noch um 03:45 Uhr.
In den 1990er Jahren gab es Versuche, wieder eine Stadt- und
Straßenbahn einzuführen, das Projekt scheiterte jedoch an den Kosten
und wird seit 1999 nicht mehr weiterverfolgt. Als Ersatz dafür fahren
seit dem September 2005 zwei Doppelgelenkbusse des Typs VanHool AGG 300
auf den Linien 5 und 45 zwischen Uniklinik und Driescher Hof bzw.
Brand. Im Februar 2008 wurden aufgrund dieses erfolgreichen
Probebetriebes sechs weitere Busse dieses Typs für den Verkehr auf den
beiden Linien in Dienst gestellt.
Straßenanbindung
Am Autobahnkreuz Aachen treffen sich die Autobahnen A 4, A 44 und A
544. Die A 4 führt nach Köln sowie über den Grenzübergang Vetschau in
die Niederlande, die A 44 nach Düsseldorf sowie nach Belgien. Die A 544
verbindet das Kreuz Aachen mit dem Europaplatz im Osten Aachens. Als
Europastraße 40 ist die A 4 von Köln bis zum Aachener Kreuz und ab dort
die A 44 Richtung Belgien beschildert. Ferner führen die Bundesstraßen
B 1, B 1a, B 57, B 258 und B 264 durch das Stadtgebiet.
Fahrrad
Die Stadt Aachen ist ein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Trotz
des sehr hohen Studentenanteils ist der Fahrradverkehr im Vergleich zu
anderen studentisch geprägten Städten gering, was mit den starken
Steigungen im Innenstadtbereich und der starken Streuung von
Universitätsgebäuden über das Stadtgebiet zusammenhängt.
Luftanbindung
Rund 30 km vom Stadtzentrum entfernt liegt in den Niederlanden der
internationale Maastricht Aachen Airport, der unter anderem von der KLM
(von/nach Schiphol), von Ryanair (von/nach Girona, Valencia und
Alicante) und von Volareweb.com (von/nach Mailand) angeflogen wird. Für
kleinere Flugzeuge gibt es den Flugplatz Merzbrück. Die Flughäfen
Köln/Bonn (90 km) und Düsseldorf International (90 km) können vom
Aachener Hauptbahnhof respektive mit der Linie RE 1 sowie mit
vereinzelten nächtlichen Fahrten der Linien RE 4 und S 13 erreicht
werden. Aufgrund der Zuganbindung wurden auch die bis dahin bestehenden
regelmäßigen Busverbindungen (Airport-Aixpress) zum 31. Oktober 2004
eingestellt.
Medien
Aachen ist Sitz eines Studios des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Hier
werden die auf WDR 2 wochentags stündlich ausgestrahlten Newsflashs für
die Region Aachen produziert, ebenso wie das WDR-Fernsehmagazin
„Lokalzeit aus Aachen“, welches von Sonja Fuhrmann, Gesa Hollermann und
Ralf Raspe moderiert wird.
Die beiden Tageszeitungen, Aachener Nachrichten (die erste deutsche
Nachkriegszeitung) und Aachener Zeitung, erscheinen beide im Aachener
Zeitungsverlag. Auch die Redaktionen wurden inzwischen aus
wirtschaftlichen Gründen größtenteils zusammengelegt. Außerdem
erscheinen in Aachen mehrere monatliche, kostenlose Stadtmagazine: Bad
Aachen, Klenkes und moviebeta. Darüber hinaus gibt es zwei
Anzeigenwochenblätter, die ebenfalls zum Aachener Zeitungsverlag
gehören: Super Mittwoch (früher Aachener Woche) und Super Sonntag.
In Aachen senden zwei Lokalradios. Zum einen Radio Aachen (100,1 MHz)
mit Sitz in der zentrumsnahen Bahnhofstraße, und zum anderen 107.8
Antenne AC mit Sitz im benachbarten Würselen-Broichweiden. Beide Sender
hatten sich erfolglos vom Mantelprogramm Radio NRW getrennt. Radio
Aachen übernimmt inzwischen wieder Programme von Radio NRW. Dass eine
verhältnismäßig kleine Stadt wie Aachen zwei lokale Radiosender
betreibt, liegt an der ursprünglichen Struktur des Lokalfunksystems in
NRW, das für jeden Kreis und jede Stadt eine eigene Station vorsah: Die
Frequenz UKW 100,1 war dabei für die Stadt Aachen gedacht, die Frequenz
107,8 für den Kreis Aachen.
Durch die Grenznähe ist außerdem eine Vielzahl belgischer und
niederländischer Sender zu empfangen, darunter auch deutschsprachige
Privatradios aus Ostbelgien (Fantasy Dance FM 96.7). Der meistgehörte
private Sender der Region Aachen / Heinsberg ist nach eigenen Angaben
100'5 Das Hitradio aus Eupen, an dem der Belgische Rundfunk (BRF)
beteiligt ist. Anders als der BRF richtet sich 100'5 allerdings in
erster Linie an ein Publikum in Deutschland.
Darüber hinaus sendet seit dem 3. Mai 2006 das Hochschulradio Aachen
(Slogan: „Wir sind die Anderen“) auf der Frequenz 99,1 MHz mit
Sendestandort Rütscher Straße auf einem Hochhaus. Im Kabelnetz ist der
Sender auf 95,35 MHz zu hören. Das Hochschulradio erhielt am 24. März
2006 eine Lizenz von der Landesanstalt für Medien und sendet etwa vier
Stunden täglich ein moderiertes Live-Programm. Zu den übrigen Zeiten
wird Musik aus dem Computer abgespielt. Die musikalische Auswahl ist
ganz wesentlich von unkommerziellem Stil mit einem Schwerpunkt bei
elektronischer Musik. Der Sender wird aus einem Beitrag von 0,50 Euro
finanziert, die jeder Student der RWTH mit der Rückmeldung bezahlen
muss.
Die international renommierte Nachrichtenagentur Reuters, welche heute
in London ihren Hauptsitz hat, wurde 1850 von Paul Julius Reuter in
Aachen gegründet.
Öffentliche Einrichtungen
Aachen ist Sitz folgender Institutionen und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:
* Handwerkskammer Aachen – Kammerbezirk: Stadt Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen
* Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Aachen – Kammerbezirk: Stadt
Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen
* Justizzentrum Aachen, 2004–2007 erstellte Erweiterung des alten
Gerichtsgebäudes an Stelle des alten Gefängnisses, seit Dezember
2007/Januar 2008 Sitz aller in Aachen ansässigen Gerichte (Landgericht
Aachen, Amtsgericht Aachen, Arbeitsgericht Aachen, Verwaltungsgericht
Aachen, Sozialgericht Aachen) und der Staatsanwaltschaft Aachen.[21]
* Justizvollzugsanstalt Aachen, mit 865 Haftplätzen eine der größten des Landes NRW
* Universitätsklinikum Aachen, eine Anstalt öffentlichen Rechts
Medizinische Versorgung
* Das größte Krankenhaus ist das Universitätsklinikum Aachen am westlichen Stadtrand.
* Das Franziskushospital liegt am Morillenhang in der Innenstadt.
* Das Luisenhospital liegt am Boxgraben in der Innenstadt.
* Das Marienhospital liegt im Stadtteil Burtscheid.
<
Bildung und Forschung
Hauptgebäude der RWTH Aachen
Die Technische Hochschule Aachen, die Rheinisch-Westfälische Technische
Hochschule Aachen (RWTH), die 1870 unter dem Namen Königlich
Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen gegründet
wurde, ist eine der größten und traditionsreichsten Technischen
Hochschulen Europas. Neben den naturwissenschaftlich-technischen
Fächern und der Medizin werden auch mehrere Sprachen, diverse Geistes-
und Sozialwissenschaften sowie Architektur angeboten. Darüber hinaus
veranstaltet RWTHExtern regelmäßig Vorträge für interessierte Bürger,
um Ergebnisse und Entwicklungen aus Forschung und Lehre nach außen zu
tragen.
Des Weiteren befindet sich in Aachen die Fachhochschule Aachen, die
eine der größten ihrer Art in Deutschland ist. In Jülich befindet sich
ein weiterer Standort dieser Fachhochschule. Aachen ist auch eine
Abteilung der Hochschule für Musik Köln.
Die Katholische Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius geht zurück
auf die 1881 gegründete Kirchenmusikschule St. Gregorius, die 2000 in
eine Hochschule umgewandelt wurde und im Wintersemester 2005/2006 noch
22 Studenten hatte[5] – zum 31. März 2007 wurde sie jedoch geschlossen.
Träger dieser Hochschule waren das Erzbistum Köln sowie die Bistümer
Aachen, Essen und Trier. Die Katholische Fachhochschule wurde 1971
gegründet, indem mehrere Höhere Fachschulen für Sozialarbeit,
Sozialpädagogik und Heilpädagogik und ein Institut für
Religionspädagogik zu einer Fachhochschule zusammengefasst wurden.
Neben Aachen befinden sich weitere Abteilungen dieser Fachhochschule in
Köln, Münster und Paderborn.
Die Schwestern vom armen Kinde Jesu gründeten im September 1967 die
Fachschule Clara-Fey (Clara-Fey-Schule) für Heimerziehung. 1970 wurde
sie in eine Fachschule für Sozialpädagogik umgewandelt und in dieser
Form 22 Jahre von Schwester Leonie geleitet. 1991 wurde die Schule dem
Bistum Aachen als neuem Träger unterstellt. Unter dem neuen
Schulleiter, Dr. Nottebaum, wurde zusätzlich Elementarerziehung als
neuer Ausbildungszweig angeboten. 2001 kam der Bildungsgang Einjährige
Berufsfachschule hinzu. 2002 wurde das Ausbildungsangebot um die Höhere
Berufsfachschule im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen erweitert. Die
Schule ist von anfangs acht auf nunmehr 240 Schüler angewachsen. Ende
2004 gab das Bistum Aachen die Schließung der Schule im Jahre 2007/2008
bekannt. Damit endet die 40-jährige Geschichte der Clara-Fey-Schule.
Aachen beheimatet eine Reihe von weiteren Einrichtungen: die
Volkshochschule Aachen, das Werk- und Bildungszentrum Bleiberger
Fabrik, das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT), das
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) und das
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie
(IME). Außerdem sind in Aachen das Staatliche Umweltamt Aachen (StUA)
und das Textiles & Flooring Institute GmbH (TFI) – Deutsches
Teppich-Forschungsinstitut e. V. angesiedelt.
Sehenswürdigkeiten
Der Aachener Dom
Dom, Nordfassade
Der ursprünglich als Pfalzkapelle Karls des Großen errichtete Aachener
Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der oktogonale Kuppelbau
wurde etwa im Jahr 800 vollendet und war rund 400 Jahre der größte
freischwebende Kuppelbau nördlich der Alpen. Der Marmorthron Karls des
Großen steht noch heute im Obergeschoss des Oktagons, 30 deutsche
Könige „besaßen“ ihn in der Zeit zwischen 936 und 1531.
Als ein Meisterwerk gotischer Baukunst gilt der Anbau der monumentalen
Chorhalle aus dem Jahr 1414, dessen Fenster mit der stolzen Höhe von 27
Metern die höchsten dieser Bauepoche darstellen und mit ihren über 1000
Quadratmetern Glasfläche dem Bau den Spitznamen „Glashaus von Aachen“
einbrachten. Im Zentrum des Chorpolygons steht der goldene Karlsschrein
aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen, hinter dem Altar
der berühmte Marienschrein. Er wurde 1239 vollendet und beinhaltet die
vier Aachener Heiligtümer, die seit 1349 alle sieben Jahre zur
Heiligtumsfahrt den Pilgern aus aller Welt gezeigt werden.
Hauptsächlich aus der Zeit der Hochgotik stammen die zahlreichen Kapellen, die im Laufe der Jahrhunderte angefügt wurden.
Die Schatzkammer des Aachener Doms birgt den bedeutendsten
Kirchenschatz nördlich der Alpen. Neben dem Lotharkreuz (um 1000) und
der silbernen, teils vergoldeten Karlsbüste (etwa 1349) wird hier der
Marmorsarkophag ausgestellt, in dem Karl der Große 814 vermutlich
bestattet wurde.
Das Ensemble aus Dom und Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches
Kulturdenkmal und zweites Kulturdenkmal weltweit in die Welterbeliste
der UNESCO aufgenommen.
Das Aachener Rathaus
? Hauptartikel: Aachener Rathaus
Auf den Grundmauern der Palastaula der karolingischen Kaiserpfalz wurde
im 14. Jahrhundert von der Aachener Bürgerschaft unter Leitung ihres
amtierenden Bürgermeister Gerhard Chorus das gotische Rathaus erbaut.
Nur der Granusturm zeugt von der ursprünglichen Bebauung aus der Zeit
Karls des Großen.
Im ersten Stockwerk befindet sich der Krönungsfestsaal. Fünf Fresken
des Aachener Künstlers Alfred Rethel schmücken die Wände, sie zeigen
legendäre Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Weiterhin sind Kopien
der Reichskleinodien (Reichsapfel, Reichskrone, Schwerter) und des
Reichsevangeliars, einer Handschrift aus der Schule Karls des Großen,
zu sehen.
Im Erdgeschoss zeugen reich ausgestattete Räume vom Glanz der freien
Reichsstadt im 17. und 18. Jahrhundert, als das Rathaus zum barocken
Stadtschloss umgebaut wurde.
Ans Rathaus angelehnt sind das kleine Holz- und das größere
Backsteinhaus, die gemeinsam die uralte Gaststätte „Zum Postwagen“
bilden.
Im Zuge der Route Charlemagne werden fast alle Räumlichkeiten des
Rathauses – wie etwa der Weiße Saal, der Ratssitzungssaal, der
Krönungssaal, das Werkmeistergericht, der Friedenssaal und die
Werkmeisterküche – erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[22]
Grashaus
Grashaus
Am Fischmarkt steht das sogenannte Grashaus, dessen Fassade vom
ältesten Rathaus der Stadt stammt und auf das Jahr 1267 datiert wird,
aber vermutlich auf noch älteren Grundmauern steht. Es diente nach dem
Bau des neuen Rathauses (Fertigstellung 1349) erst als Gerichtsstätte,
später aber auch als Gefängnis und Richtplatz. 1886 erhielt das Gebäude
seine heutige Gestalt mit den drei Spitzbogenfenstern und wurde zum
Stadtarchiv umgebaut. In den sieben spitzbogigen Figurennischen finden
sich die Standbilder der sechs Königswähler, die im Jahre 1273 Rudolf
I. von Habsburg (dieser ist die 7. Figur in der Mitte) zum König
wählten. Lange Zeit hat man geglaubt, dass es sich bei den Statuen um
sieben Kurfürsten handelte, doch diese sind 1298 erstmalig vollständig
zusammengetreten, um Albrecht I. von Österreich zum König zu wählen.
Die Statuen sind lediglich Kopien, die Ende des 19. Jahrhunderts die
verwitterten Originale ersetzten. Nur eine einzige Figur ist noch
erhalten, die anderen gelten als verschollen.
Haus Löwenstein
Haus Löwenstein
Das Haus Löwenstein am Markt wurde etwa zur gleichen Zeit errichtet wie
das Aachener Rathaus und vermutlich 1345 fertiggestellt. Es ist neben
Dom und Rathaus eines der wenigen gotischen Bauwerke, die den großen
Stadtbrand von 1656 überstanden.
Die ursprüngliche Nutzung des Hauses ist unbekannt. Die noch erhaltenen
staufischen Kellergewölbe deuten darauf hin, dass es sich um eine
Gaststätte oder ein Weinhaus gehandelt haben könnte. Später diente es
wohlhabenden Aachener Bürgern als Wohnhaus; unter anderem wohnte im
Jahr 1478 Ida von Löwenstein in diesem Gebäude und gab ihm vermutlich
seinen Namen.
Eine Besonderheit des heute von der Stadt genutzten Hauses Löwenstein
ist die Figur des heiligen Nepomuk in der Nische unterhalb des
Ecktürmchens. Sie stammt aus dem Jahr 1747 und erinnert an den
böhmischen Kleriker Johann von Nepomuk.
Heute wird das Haus Löwenstein unter anderem durch das Zentrale
Karnevalsarchiv und -Museum des Ausschusses Aachener Karneval genutzt.
Elisenbrunnen
Elisenbrunnen bei Nacht
Am Friedrich-Wilhelm-Platz finden sich die Wandelhallen des
Elisenbrunnens. Der klassizistische Bau des Landesbauinspektors Johann
Peter Cremer und des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel wurde
1827 fertiggestellt und ist neben Rathaus und Dom eines der Wahrzeichen
der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde er 1953
originalgetreu wieder aufgebaut. Die alten, ursprünglichen Säulen
sollen lange Zeit am Lousberg gelagert haben, von wo sie aber etwa im
Jahr 2005 verschwunden sind.
Der Elisenbrunnen besteht aus einer offenen Wandelhalle mit
Säulenvorbau und jeweils einem Pavillon links und rechts mit mehreren
Räumlichkeiten. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme, stark
schwefelhaltige Thermalwasser der Kaiserquelle (52 °C). An die
Prominenten, die als Kurgäste das Wasser der Kaiserquelle tranken,
erinnern steinerne Tafeln in der Halle. Darunter sind unter anderem
Peter der Große, Friedrich der Große, Giacomo Casanova und Georg
Friedrich Händel.
Mittelalterliche Stadtbefestigung
Marschiertor
Von der aus zwei Mauerringen und zahlreichen Türmen bestehenden
Stadtbefestigung zeugen noch heute zahlreiche Überbleibsel. Von den
ehemals 11 mächtigen Stadttoren sind zwei erhalten geblieben:
Das Ponttor am Ende der Pontstraße ist eines der wenigen noch
erhaltenen mittelalterlichen Doppeltoranlagen des Rheinlands. Gebaut
wurde es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Teil des
äußeren Mauerrings.
Aus dem Jahr 1257 stammt das am Ende der Franzstraße stehende
Marschiertor, es gehört zu den größten noch erhaltenen Stadttoren
Westeuropas. In früher Zeit mit seinen Räumlichkeiten als
Hauptwaffenplatz genutzt, wurde das Marschiertor im Laufe der
Jahrhunderte für die verschiedensten Zwecke in Anspruch genommen:
Zeitweise als Rumpelkammer, zwischendurch als Obdachlosenheim, später
als Jugendherberge und schließlich auch als HJ-Heim. Heute ist das
große Stadttor in der Obhut der Stadtgarde Oecher Penn und wurde in den
1960er Jahren aufwändig restauriert.
Weitere erhaltene Bauwerke der alten Stadtbefestigung sind die
Marienburg an der Ludwigsallee, der Lange Turm an der Turmstraße, der
Lavenstein am Boxgraben, das Pfaffentürmchen in Nähe des Westparks, ein
Teil des Adalberttors am Kaiserplatz sowie Reste der alten Stadtmauer
an der Pontstraße.
Universitätsklinikum Aachen
Universitätsklinikum Aachen
Das Universitätsklinikum Aachen ist das größte zusammenhängende
Krankenhausgebäude Europas. Sein Bau wurde 1971 begonnen. Es wurde 1985
eingeweiht. Wegen der Kombination von Lehre, Forschung und
Krankenversorgung unter einem Dach ist es eines der größten
Krankenhausgebäude überhaupt. Die Ästhetik seiner außergewöhnlichen
Architektur herausragender Aufzugsschächte und extern wie intern
unverkleidet verlaufender Lüftungsröhren ist nicht unumstritten, wird
jedoch immer wieder mit dem Centre Pompidou verglichen und führte dazu,
dass das Gebäude als „bedeutendstes Zeugnis der High-Tech-Architektur
in Deutschland“ unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Couven-Pavillon
Weitere sehenswerte Bauwerke
In Burtscheid stehen gleich drei wichtige Bauwerke des Aachener
Baumeisters Johann Couven nah beieinander: die Kirchen St.
Johann-Baptist und St. Michael oberhalb des Burtscheider Kurparks und
der Couven-Pavillon direkt im Burtscheider Kurpark. In der Jakobstraße
steht das Haus Zum Horn, ein denkmalgeschütztes Wohnhaus.
Brunnen und Denkmäler
Karlsbrunnen
Vor dem Rathaus befindet sich der Karlsbrunnen, der Karl den Großen mit
Reichsapfel und Zepter zeigt. Er ist das älteste noch in Funktion
befindliche Brunnendenkmal der Stadt. Die Brunnenschale wurde im Jahr
1620 in Aachen gegossen, die barocke Steinfassung (1735) und die
bronzenen Fische (1738) wurden später vom Aachener Stadtbaumeister
Johann Josef Couven angefügt.
In der Krämerstraße steht der Puppen-Brunnen des Aachener Bildhauers
Bonifatius Stirnberg aus dem Jahr 1975. Die mit Gelenken ausgestatteten
Bronzefiguren laden besonders Kinder zum Spielen ein. Die Figuren
symbolisieren typische Figuren des Aachener Lebens: Domherr, Marktfrau,
Professor, Reitersmann, Harlekin und Modepuppe.
Der Kreislauf des Geldes liegt an der Ecke
Hartmannstraße/Ursulinerstraße und wurde 1977 vom Bildhauer Professor
Karl-Henning Seemann geschaffen. Die sechs Bronzefiguren am Brunnenrand
zeigen den Umgang mit Geld, die Kreiselbewegung des Wassers steht für
den beständigen Fluss des Geldes.
Am Holzgraben befindet sich das von Bildhauer Hubert Löneke 1970
geschaffene Klenkes-Denkmal. Der Begriff „Klenkes“ steht für den
hochgereckten kleinen Finger, der bei den Aachenern besonders früher,
aber auch heute noch als Erkennungszeichen in aller Welt gilt. Er geht
auf die damals blühende Nadelindustrie zurück, bei der der kleine
Finger bei der Endkontrolle dazu genutzt wurde, schadhafte Nadeln mit
dem kleinen Finger „uuszeklenke“, also auszuklinken.
Europaplatz
Ebenfalls von Hubert Löneke stammt der Türelüre-Lißje-Brunnen von 1967.
Er steht an der Ecke Rennbahn/Klappergasse und stellt ein altes
Aachener Kinderlied dar, wonach eine Gruppe von drei Jungen ein Mädchen
daran hindern die Toilette aufzusuchen, worauf schließlich ein kleines
Bächlein durch die Klappergasse fließt.
Zwischen Elisenbrunnen und Markt befindet sich am Büchel das Bahkauv
(Bachkalb), ein Denkmal einer Sagengestalt, die früher durch die
Aachener Bäche gezogen ist und der Sage nach betrunkenen heimkehrenden
Ehemännern auf den Rücken sprang.
Es finden sich zahlreiche weitere sehenswerte Brunnen und Denkmäler im
gesamten Stadtgebiet, so zum Beispiel der Hühnerdieb auf dem
Hühnermarkt, der Wehrhafte Schmied an der Jakobstraße, das
Fischpüddelchen am Fischmarkt und Hotmannspiif an der Alexanderstraße.
Insbesondere nachts unter Beleuchtung ist die hohe Fontäne des großen
Brunnens am Europaplatz besonders auffällig.
Parkanlagen
Der Elisengarten ist durch seine Lage direkt hinter der Trink- und
Wandelhalle des Elisenbrunnens erwähnenswert. Er ist der einzige Park
innerhalb des Alleenrings und wird derzeit umgestaltet. Nachdem man bei
den Vorarbeiten auf archäologisch interessante Funde aus Römerzeit und
Mittelalter gestoßen ist, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen,
dort Ausgrabungen stattfinden zu lassen[23], handelt es sich doch um
die einzige Fläche der Innenstadt, die in der Neuzeit nie bebaut wurde.
Neben dem Elisengarten existieren in der stark bebauten Innenstadt von
Aachen nur vereinzelt größere Grünflächen, wie der Lindenplatz und der
Sandkaulpark.
Der Kurpark Monheimsallee liegt im Nordosten den Stadt hinter dem
Casino Aachen, Quellenhof und Eurogress. Auf dem großzügig angelegten
Gelände befindet sich reichlich Raum für sportliche Aktivitäten, ein
Grillplatz, die Carolus Thermen mit Biergarten, das Observatorium und
ein kleiner Weinberg mit exakt 99 Weinstöcken. Direkt an den Kurpark
grenzt der Farwickpark.
Drehturm Belvedere auf dem Lousberg
Das zweite Kurzentrum der Stadt ist der Kurpark Burtscheid mit den
Kurparkterrassen und Thermalbadehäusern im Zentrum von Burtscheid. Vom
Stadtteil Burtscheid aus (nahe dem Burtscheider Kurpark) führt außerdem
der Grüngürtel Gillesbachtal bis zum Aachener Wald.
Im Herzen des Frankenberger Viertels mit seiner teilweise erhaltenen
alten Architektur befindet sich der Frankenberger Park mit der Burg
Frankenberg.
Der Park auf dem Lousberg wurde bereits 1807 von der Aachener
Bürgerschaft angelegt und ist damit die älteste von Bürgern errichtete
Parkanlage Europas. Heute finden sich noch Reste der ursprünglichen
Parkbebauung wie der Kerstensche Pavillon, der während der
französischen Besatzung im Jahr 1807 errichtete Obelisk und die
verbliebenen Säulen der Belvedere. Aus dem Jahr 1956 stammt der 48
Meter hohe Wasserturm Belvedere mit Drehturm-Restaurant und Blick über
die Stadt Aachen.
Im Westen der Stadt befindet sich der Westpark, er wurde 1882 von
Textilfabrikanten Emil Lochner angelegt. Damals befand sich dort ein
Zoo mit 50 Riesenschlangen, von dem heute allerdings nur ein Weiher
geblieben ist. Durch seine Nähe zur TH ist der Westpark besonders bei
Studenten sehr beliebt.
Kupferbach-Stausee
Der Kaiser-Friedrich-Park rund um den Hangeweiher liegt im Süden der
Stadt. Im Park gibt es einen Bootsverleih, ein Ausflugslokal und einen
Spielplatz; direkt angrenzend befinden sich das Schwimm- und
Freiluftbad Hangeweiher, eine Tennisplatzanlage, der Park des alten
Klinikums und die Volkssternwarte.
Im Drimborner Wäldchen befindet sich der Aachener Tierpark Euregiozoo.
Auf 8,9 Hektar Fläche beherbergt er über 1200 Tiere in 210 Arten und
einen 2 Hektar großen See.
Zahlreiche weitere kleine Parks (so z. B. der Von-Halfern-Park und der
Ferberpark) finden sich außerhalb des Zentrums, außerdem erwähnenswert
sind das Naherholungsgebiet Aachener Wald mit dem Dreiländereck
Deutschland-Belgien-Niederlande und die beiden Stauseen Diepenbenden
und Kupferbach.
Kultur und Sport
Museen
In der Burg Frankenberg, einer bereits im 13. Jahrhundert vor den Toren
der Stadt Aachen erbauten Wasserburg, befindet sich das Heimatmuseum
der Stadt Aachen. Es dokumentiert den geschichtlichen Werdegang der
Stadt, angefangen mit dem Feuersteinbergbau der Jungsteinzeit und der
Zeit als römisches Militärbad über die romanischen Bauten Karls des
Großen, die Zeit als Krönungsort deutscher Könige und späterer Kur- und
Badestadt bis hin zur Industrialisierung. Der Nebenraum des
Hauptgebäudes enthält eine Art Kuriositätenkabinett aus der
Museumsgeschichte um 1900, Höhepunkt ist eine ägyptische Mumie (um 1500
v. Chr.), die allerdings erst etwa 2014 wieder zu sehen sein wird. Im
Bergfried findet sich eine Sammlung von antiker Keramik und regionalem
Kunsthandwerk, weiterhin existiert ein Münzkabinett mit Münzfunden aus
Aachen und der Umgebung.
Burg Frankenberg
Ludwig Forum für Internationale Kunst
Das Suermondt-Ludwig-Museum ist nach seinen größten Stiftern Barthold
Suermondt und dem Ehepaar Irene und Peter Ludwig benannt und wurde
bereits 1883 vom Aachener Museumsverein gegründet. Seit 1901 residiert
es im Stadtpalais „Villa Cassalette“ in der Wilhelmstraße. Die Sammlung
verfügt neben Malerei und Skulpturen des 12. bis 20. Jahrhunderts und
Tapisserien und Goldschmiedearbeiten auch über umfangreiche
Glasmalerei-Bestände vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Eine
Antikensammlung mit dem Hauptthema der attischen Vasenmalerei sowie ein
10.000 Handzeichnungen, Aquarelle und Grafiken umfassendes
Kupferstichkabinett mit Meisterwerken unter anderem von Albrecht Dürer,
Rembrandt und Francisco de Goya bis hin zu zeitgenössischen Künstlern
runden das Angebot ab.
Das Ludwig Forum für Internationale Kunst befindet sich in der
ehemaligen Schirmfabrik Emil Bauer in der Jülicher Straße. Das im
Bauhaus-Stil vom Aachener Architekten Josef Bachmann entworfene Gebäude
wurde 1928 erbaut und im Jahr 1988 von der Stadt Aachen komplett
entkernt und umgebaut. Die Basis des 1991 eröffneten Museum bildet die
Sammlung moderner Kunst des Ehepaars Irene und Peter Ludwig. Weiterhin
bietet das Museum wechselnde Ausstellungen angewandter Kunst, eine
Bibliothek für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, eine
Restaurierungswerkstatt und den Skulpturenpark in Außenbereich. Der
Verein der Freunde des Ludwig Forums verleiht alle zwei Jahre gemeinsam
mit der Stadt Aachen den Kunstpreis Aachen.
Das Couven-Museum im Haus Monheim am Hühnermarkt beinhaltet eine
bemerkenswerte Möbelsammlung aus Rokoko, frühem Klassizismus,
napoleonischem Empirestil und Biedermeier. Das Haus selbst wurde 1662
erbaut und im Jahr 1786 im Auftrag des Apothekers und Aachener
Bürgermeisters Andreas Monheim von Jakob Couven, dem Sohn des berühmten
Baumeisters Johann Josef Couven, im Rokokostil umgebaut.
Im „Großen Haus von Aachen“ in der Pontstraße, einem der wenigen
erhaltenen Aachener Bürgerhäuser aus gotischer Zeit, residiert das
Internationale Zeitungsmuseum. Es befasst sich mit der internationalen
Pressegeschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert.
Weitere Museen sind das Computermuseum der RWTH Aachen, das
Reiff-Museum der RWTH, das Zollmuseum Friedrichs in Aachen-Horbach, die
Sammlung zeitgenössischer Kunst in der ehemaligen Reichsabtei in
Kornelimünster sowie das Fernmeldemuseum.
Im Jahre 2003 gründete der Künstler Günther Beckers das erste
Künstlermuseum der Stadt. Dieses wurde 2006 in Kooperation mit René
Böll zum Künstlermuseum Beckers ° Böll in Aachen und Köln.
Theater
Theater
1822 wurde mit dem Bau des Theaters nach Plänen von Johann Peter Cremer
begonnen. Das Theater wurde 1825 eröffnet. Das bekannteste und größte
Theater in Aachen ist das – so früher genannte – Stadttheater mit
Großem Haus, Kammerspielen und Mörgens, in dem Opern, Operetten,
Schauspiel, Musicals, Ballett, Konzerte und Lesungen stattfinden. Am
Aachener Theater war u. a. von 1935 bis 1942 Herbert von Karajan
Generalmusikdirektor. Seit August 2005 ist Michael Schmitz-Aufterbeck
der Generalintendant der Aachener Bühnen. Marcus R. Bosch ist seit 2002
Generalmusikdirektor von Aachen. Aachen verfügt auch über das
Grenzlandtheater, das von der Grenzlandtheater Aachen des Kreises
Aachen GmbH betrieben wird, das DAS-DA-Theater, die Aachener
Stadtpuppenbühne „Öcher Schängchen“ (gegr. 1921), mehrere kleine
Theater, wie das Theater K., Theater 99, Theater Brand, Bühne 78 und
weitere, sowie verschiedene Kleinkunstbühnen, Kabarett und freie
Theatergruppen (Blackout-Theater, Poetischer Anfall,, „K(l)EINE KUNST“,
Fliegender Wechsel – Improvisationstheater und weitere). Mundartbühnen
der Stadt sind die „Alt-Aachener Bühne“ und das „Aachener
Heimattheater“.
Haus für Musik
Seit einigen Jahren ist in Aachen das Haus für Musik geplant. Der Bau
des Haus für Musik wird durch den Förderverein Haus für Musik e. V. und
freiwillige Spender unterstützt. Das innovative Betriebskonzept des
Haus für Musik setzt auf einen Mix aus Vermietungen,
Eigenveranstaltungen und internationalen Musikfestivals. Geplant ist
der Bau an der Monheimsallee, in direkter Nähe zum Hotel Quellenhof,
Eurogress und Spielcasino.
Musik
Neben vielen international bekannten Chören, wie dem Jungen Chor
Aachen, der Carmina Mundi oder dem Aachener Bachverein, im Besonderen
sicherlich dem Aachener Domchor, ist in der Stadt auch das
Sinfonieorchester Aachen beheimatet. Ebenso hat Aachen ein
Jugendsinfonieorchester. Die Studenten musizieren im Chor oder
Orchester des Collegium Musicum der RWTH Aachen oder im Aachener
Studentenorchester.
Das Musikspektrum in Aachen reduziert sich nicht allein auf klassische
Musik. Das Gesangsensemble einKlang z. B. steht für moderne
Arrangements im A-Capella-Bereich und für die Interpretation von
Gospelmusik. Im Jazz haben sich die Aachen Big-Band, die Big-Band der
Sparkasse Aachen sowie die Bigband der RWTH Aachen etabliert.
Weitere Einrichtungen
Eine Aachener Postkartenansicht: Et Bahkauv
* Kinos: Nach dem Zweiten Weltkrieg galt Aachen viele Jahre als Stadt
mit den meisten Kinos Deutschlands, die über das gesamte Stadtgebiet
verteilt waren. Aufgrund der Verbreitung des Fernsehens wurden im Laufe
der Jahrzehnte viele Kinos geschlossen und auch umgebaut oder gar
abgerissen. Die meisten heutigen Kinos in Aachen sind moderne Säle –
historische Säle sind (bis auf eine Ausnahme) heute nicht mehr zu
finden.
Heute (Stand: März 2006) gibt es in Aachen 18 Säle an 4 Spielstätten.
Außerdem gibt es regelmäßige Freiluft-Filmvorführungen an verschiedenen
Stellen der Stadt und mit dem Filmstudio ein studentisches Kinoprojekt
an der RWTH mit wöchentlichen Filmvorführungen. Zu einer kuriosen
Situation kam es im Frühsommer 2004, als der UFA-Palast in der
Innenstadt seinen Spielbetrieb ohne große Vorankündigung aufgab.
Zunächst gab es in der Stadt Aachen kein Kino, welches aktuelle
Spielfilme zeigte. Allerdings nahmen einige Programmkinos kurzfristig
populäre Spielfilme in ihr Programm auf. Auch gab und gibt es in der
näheren Umgebung von Aachen genug Multiplex-Kinos.
Das gegenüber vom Stadttheater befindliche ehemalige Kino Elysée
beherbergt heute eine Gastronomie und Diskothek. Das aus dem Jahr 1950
stammende UFA-Kino Gloria-Palast wurde nach Aufgabe und Leerstand als
Gemüseverkaufsstand genutzt und im Jahr 2008 für den Neubau der
Kaiserplatz-Galerie komplett abgerissen.[24]
* Eurogress: Internationales Veranstaltungs- und Kongresszentrum, direkt am Stadtpark gelegen.
* Altes Kurhaus im Stadtzentrum mit Klangbrücke und Ballsaal: Konzerte, Ausstellungen, etc.
* Kulturzentrum Barockfabrik
* Kulturzentrum Bleiberger Fabrik
* Musikschule der Stadt Aachen
* Öffentliche Bibliothek der Stadt Aachen mit großer Zentralbibliothek
sowie mehreren Ortsteilbüchereien und Bücherbus Fabian. Die Bestände
sind über einen Onlinekatalog recherchierbar.
* In der denkmalgeschützten Sternwarte am Hangeweiher werden regelmäßig
Führungen und öffentliche Himmelsbeobachtungen durchgeführt.
* Deutsch-Französisches Kulturinstitut * Minigolf: Es gibt in Aachen
mehrere Minigolfplätze: im Stadtpark, am Gut Entenpfuhl im Aachener
Wald, am Hotel Buschhausen sowie im Freizeitgelände Walheim.
* Zukunftswerkstatt: In Aachen haben Bürgerbeteiligungs-Prozesse in der
Stadtplanung mit Hilfe von Zukunftswerkstätten Tradition. So wurden
1995–96 im Rahmen eines nordrhein-westfälischen Landesprogramms vom
städtischen Umweltamt Zukunftswerkstätten zur „Ökologischen Stadt der
Zukunft“ beauftragt und im August 2005 vom städtischen Planungsamt die
Zukunftswerkstatt Frankenberger Viertel plus begonnen.
Sportstätten
Carolus Thermen
Die Stadt Aachen verfügt über fünf Schwimmhallen, wobei die
Elisabethhalle besonders zu erwähnen ist, da sie direkt im Stadtzentrum
liegt und beide Becken in weitgehend erhaltener Jugendstilarchitektur
gebaut worden sind. Als weitere Einrichtung zum Schwimmen dient das
Freibad Hangeweiher, direkt neben dem gleichnamigen See, dessen
Freibadsaison jeweils vom 1. Mai bis zum letzten Sonntag vor dem 16.
September geht. Als besondere Einrichtung gelten die Carolus Thermen in
Aachen mit großem Wellness-Bereich und Mineral-Thermalwasser aus der
Rosenquelle (47 °C).
Im Stadtbereich Aachen findet man auch zahlreiche Sportplätze und
Sporthallen verschiedener Art vor, die sich für diverse Sportarten
eignen. Dazu gehören auch eine Eislaufhalle und die
Tivoli-Kletterhalle. Das Tivoli-Stadion ist das Aachener
Fußballstadion. Es gibt drei weitere Stadien in Aachen, das
Waldstadion, das Ludwig-Kuhnen-Stadion und das Reitstadion des
Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), in dem jährlich das
CHIO-Turnier ausgetragen wird.
Sport
Aachener Sportvereine sind in verschiedensten Sportarten erfolgreich.
Im Fußball ist vor allem Alemannia Aachen zu nennen, die in der Saison
2006/07 nach 36 Jahren zum ersten Mal wieder in der 1. Bundesliga
spielte, jedoch nach einem Jahr wieder abstieg. Das Tivoli-Stadion mit
einem Fassungsvermögen von 21.632 Zuschauern befindet sich an der
Krefelder Straße. Davon sind 3.632 überdachte Sitzplätze und 5.800
überdachte Stehplätze. Zur Zeit entsteht in der unmittelbaren Nähe das
neue Tivoli-Stadion, dessen Fertigstellung für den Sommer 2009
vorgesehen ist.
Die zweite Mannschaft der Alemannia spielt derzeit in der NRW-Liga. Die
erste Mannschaft der DJK Westwacht 08 Aachen spielt in der Landesliga 2
des Fußballverbandes Mittelrhein. Heimstätte des Vereins ist das
Stadion West am Neuenhofer Weg.
Des Weiteren ist der DJK-BTB Aachen (Burtscheider Turnerbund) im
Handball in der Regionalliga West (WHV) aktiv. Daneben existieren viele
weitere Vereine in fast allen darunter liegenden Ligen.
Im Boxen hat der Verein MTK Boxen Aachen im Jahre 2006 zwei deutsche
Meister, einen deutschen Vizemeister, fünf NRW und fünf
Mittelrheinmeister aus seinen Reihen geformt. Der Verein wurde für die
beste Nachwuchsarbeit des Bezirks Aachen 2006 ausgezeichnet.
Klettervereine als solche gibt es nicht, wer Anschluss sucht, mag sich
an den DAV, Sektion Aachen wenden, den Hobbyclub vom Tivoli-Rock oder
die Klettergruppe der RWTH Aachen.
In Aachen selbst gibt es auch vier große Leichtathletik-Vereine:
Alemannia Aachen, die Aachener Turngemeinde, DJK Frankenberg Aachen
sowie den DLC Aachen. Der bekannteste Leichtathlet der letzten Jahre
ist Jens Dautzenberg (Alemannia Aachen, mehrfacher Deutscher Meister
über 400 m).
CHIO-Platz in Aachen (2004)
Aachen ist bekannt für große Reitsport-Veranstaltungen. Hier findet
jährlich der CHIO, das weltgrößte Turnier für Springreiten, Dressur und
Wagenfahren, statt. Veranstalter ist der Aachen-Laurensberger
Rennverein (ALRV). 2006 fanden die Weltreiterspiele (World Equestrian
Games) in Aachen statt. Das Stadion in der Soers fasst über 50.000
Zuschauer.
Mit dem Tanzverein TSC Schwarz-Gelb Aachen stellte Aachen dreimal in
Folge – 1996, 1997 und 1998 – den Weltmeister im lateinamerikanischen
Formationstanz. Weitere wichtige Tanzsportvereine Aachens sind der TSC
Grün-Weiß Aquisgrana als größter Verein (auch mit einer
Standardformation in der Regionalliga), sowie der Aachener TSC
Blau-Silber und das TSZ Aachen mit dem Schwerpunkt lateinamerikanischen
Formationstanzens (beide 2. Bundesliga).
Im Tennis spielt der TC Kurhaus Aachen seit 2004 in der Bundesliga und
wurde 2005 Deutscher Vizemeister. Auch im Lacrosse gewann die 1.
Herrenmannschaft des F.C. Inde Hahn 2006 die deutsche Meisterschaft.
Im Basketball ist die erste Herrenmannschaft der SG Aachen im Jahr 2006
in die 2. Regionalliga aufgestiegen. Die letzten großen Erfolge einer
Aachener Basketball-Abteilung waren die Gewinne der deutschen
Basketballmeisterschaft durch Alemannia Aachen in den Jahren 1963 und
1964. In der Basketballjugend hat sich der Brander TV seit Gründung
seiner Basketballabteilung 1996 einen guten Namen gemacht und sich
unter die ersten 30 von mehr als 290 Basketballvereinen in NRW
geschoben. Von der U12 bis zur U18M sind alle Altersklassen in der
Jugendregionalliga vertreten.
Ebenso ist die erste Herrenmannschaft des Rugby Club Aachen im Jahr
2006 in die 2. Bundesliga aufgestiegen, im Hockey spielt die erste
Herrenmannschaft des Aachener Hockey- und Tennis-Clubs seit 2002 in der
Regionalliga.
Der Aachener SV von 1856 ist der älteste Schachverein im Aachener
Schachverband und spielt mit seiner 1. Mannschaft in der NRW-Oberliga
(dritthöchste deutsche Spielklasse). In Aachen sind noch sieben weitere
Schachvereine ansässig.
Weitere international erfolgreiche Aachener Sportvereine sind die
Aachener Schwimmvereinigung 06 im Schwimmen, der SV Neptun Aachen 1910
im Kunst- und Turmspringen, der Burtscheider Turnverein im
Trampolinturnen, der Allgemeine Turnverein Aachen im Rhönradturnen und
der Aachener Hockey Club im Feldhockey.
Weitere sportliche Ereignisse
Startschuss beim Lauf 2006
Seit mehr als 20 Jahren findet jedes Jahr im Juli der 5555 Meter lange
Lousberglauf mit mehr als 2000 Teilnehmern statt, der um den Lousberg
herumführt mit einer Höhenamplitude von etwa 75 m. Ein weiterer Lauf
ist der 18 km lange ATG Winterlauf der Aachener Turngemeinde, der immer
am dritten Sonntag im Dezember stattfindet. Mit über 2000 Läufern ist
er einer der größten Volksläufe in der Region.
Zwischen Dom und Rathaus auf dem Katschhof in Aachen findet das
Domspringen, ein Stabhochsprung-Wettbewerb, seit 2005 jedes Jahr statt.
Jährlich finden an mehreren Abenden über den ganzen Sommer verteilt
Skatenights statt, an denen Skater, Rollschuhfahrer etc. auf
abgesperrten Straßen durch die ganze Stadt Aachen und die nähere
Umgebung fahren. Ebenfalls einmal jährlich, im Dezember, findet in
Aachen das bekannte Unicup-Eishockeyturnier zwischen den
RWTH-Fakultäten Maschinenbau, Elektrotechnik und Medizin statt. Eher in
den Bereich Fun-Sport gehört das jährliche Seifenkistenrennen zwischen
der RWTH Aachen und der FH Aachen. Seit 2002 wird die Internationale
Aachener Stadtmeisterschaft im Boxen ausgetragen. Dieses Turnier, das
jedes Jahr im Dezember im Josefshaus stattfindet und ein boxerisches
Großereignis ist, wird vom MTK Boxen Aachen organisiert und
veranstaltet. Seit 2005 wird jedes Jahr im Juni der Alemannen-Cup, ein
Badmintonturnier der Badmintonabteilung der Alemannia Aachen
veranstaltet.
Regelmäßige Großereignisse
Bill Clinton erhielt den Karlspreis im Jahre 2000 von OB Jürgen Linden
Zwei große Ordensverleihungen gibt es jährlich in Aachen: Der
Internationale Karlspreis zu Aachen wird an Christi Himmelfahrt für
besondere Verdienste um die Europäische Einigung vergeben. Am
Antikriegstag werden Persönlichkeiten, die von „unten her“ dazu
beigetragen haben, die Verständigung der Völker und der Menschen
untereinander zu verbessern, mit dem Aachener Friedenspreis
ausgezeichnet.
Wie üblich im Rheinland ist natürlich auch der Aachener Karneval ein
Großereignis. Dazu gehört der Kinderzug am Karnevalssonntag, der
Rosenmontagszug und das wilde Treiben der Damen am Fettdonnerstag.
Hervorzuheben ist auch der Orden wider den tierischen Ernst, der sich
durchaus als anerkannter Kulturpreis bezeichnen lässt. Er wird an
Personen, meist Politiker, vergeben, die sich durch besonderen „Humor
im Amt“ ausgezeichnet haben.
Bereits im Jahr 1413 wurde der Öcher Bend, die Aachener Kirmes, das
erste Mal erwähnt. Damals noch in der Innenstadt, wird seit 1927 der
Bendplatz nahe dem Westbahnhof zweimal jährlich (im Frühjahr und im
Sommer) zum Rummelplatz umfunktioniert.
Der Aachener Weihnachtsmarkt findet in der Adventszeit rund um Dom und
Rathaus statt und gilt als einer der drei größten und schönsten
Weihnachtsmärkte Deutschlands. 50.000 Menschen besuchen den
Weihnachtsmarkt täglich, 1.5 Mio. jährlich.
Im Frühjahr öffnet alljährlich die Euregio-Wirtschaftsschau ihre Tore.
Dabei handelt es sich um eine renommierte Endverbrauchermesse, welche
sich über zehn Tage erstreckt. Sie fand erstmals fand 1986 statt und
wuchs in jedem Jahr. Die umgangssprachlich EUREGIO genannte
Veranstaltung wartet mit Themen wie Schöner Wohnen, Haus und Garten,
Mode und Schönheit etc. sowie jährlich neuen Sonderthemen auf.
Über das Jahr verteilt finden zahlreiche Märkte in Aachen statt. Am
bekanntesten sind der Europamarkt der Kunsthandwerker in der Innenstadt
und der Historische Jahrmarkt in Aachen-Kornelimünster.
Auch an Musikfestivals wird einiges geboten: Im Rahmen des Aachener
Kultursommers spielten bis 2006 renommierte Musiker aus Rock, Pop, Jazz
und Klassik auf dem Katschhof zwischen Dom und Rathaus. An einem
Samstag im Frühling fand das Jazz-Festival Lust auf Jazz statt. Dabei
treten zahlreiche Jazz-Bands auf verschiedenen Bühnen auf oder
marschierten durch die Innenstadt. Beide Veranstaltungen wurden 2007
unter dem Titel Aachen September Special zusammengelegt. Alljährlich
finden zudem im November die Aachener Bachtage, ausgerichtet vom
Aachener Bachverein, statt.
Über das Jahr verteilt bieten verschiedene Institutionen einen Tag der
offenen Tür. Dazu gehört der Tag des offenen Denkmals, der Tag der
Architektur, die Lange Nacht der Museen, die Aachener lange Nacht der
Kirchen und der Aachener Theatertag. Die RWTH bietet außerdem die
Wissenschaftsnacht und den Dies academicus.
Jeweils Mitte November findet an der RWTH eine Vorführung des Films Die
Feuerzangenbowle statt, nicht nur für Studenten und mit insgesamt ca.
6000 Zuschauern. Anschließend gibt es diverse öffentliche und private
Feste, wo Feuerzangenbowle serviert wird.
Aus literarischer Sicht erwähnenswert sind die Aachener Literaturtage,
die Aachener Kinder- und Jugendbuchwochen und die von der Stadt ideell
und finanziell unterstützte Vergabe des
Walter-Hasenclever-Literaturpreises.
Seit 2003 findet jährlich das Tanzsportwochenende Tanzen im
Dreiländereck, auch Tanzen im 3LE genannt, statt. Es ist eine
grenzübergreifende Großveranstaltung, die ursprünglich als
Gemeinschaftsveranstaltung von den vier Aachener Tanzsportclubs
initiiert wurde. Sie bietet an zwei Tagen Tanzsportturniere in allen
Klassen und eine große Abendveranstaltung. Seit 2006 finden die
Turniere auch als offizielle Turniere des niederländischen
Tanzsportverbandes NADB statt. Ab 2007 wird der belgische
Tanzsportverband BDSF mit zu den Veranstaltern gehören.
Jüdische Kulturtage im Rheinland heißt ein Großprogramm mit sehr
unterschiedlichen Kultursparten, an dem die Stadt sich 2002 und 2007
(März) beteiligte. Im Vordergrund steht die Begegnung zwischen
jüdischen und nicht-jüdischen Lebenswelten.
Kulinarische Spezialitäten
Öcher Printe
Die lukullische Spezialität Aachens ist die Printe, ein Lebkuchengebäck
mit vielen aromatischen Gewürzen, häufig mit Schokolade überzogen und
reich dekoriert. Außer zwischen den verschiedenen Sorten (wie
Schokoladenprinten, Honigprinten, Prinzessprinten oder Kräuterprinten)
ist grundsätzlich zwischen Hart- und Weichprinten zu unterscheiden.
Alle Printensorten sind (je nach Hersteller und Auswahl) als Hart- und
Weichprinten beziehungsweise in Zwischenstufen erhältlich. Die
Süßwarenhersteller Lambertz, Lindt und Bahlsen haben einen Werksverkauf
in Aachen, wobei Bahlsen allerdings keine Produktionsstätte vor Ort hat.
Zu Ostern wird in Aachen traditionell der Poschweck gegessen, ein
Hefegebäck mit Rosinen, Mandeln, Nüssen, Zitronat und Orangeat.
Weiterhin hervorzuheben ist das nach Angaben der Aachener Nachrichten
in Aachen erfundene Streuselbrötchen, ein Weichbrötchen mit
Butterflocken, das außerhalb von Aachen kaum bekannt ist.
Öcher Lager: Bis in die jüngste Zeit wurde in Aachen ein obergäriges
Bier gebraut, das dem Kölner Kölsch verwandt ist. Hierzu gehörte unter
anderem die 1989 geschlossene Brauerei Degraa, an die noch einige
Brauhäuser erinnern.
Herzhafte Spezialitäten sind der Rheinische Sauerbraten und der so
genannte Öcher Kaviar: Puttes. Die Blutwurst gibt es gebraten mit
Kartoffelpüree und „Kompes“ (Sauerkraut) oder geräuchert mit Senf zum
Brot.
Auch das sogenannte „Morre-Jemöß“ (Kartoffeln mit Möhren und Zwiebeln
untereinander gekocht) erfreut sich großer Beliebtheit. Dazu gibt es
Rippchen oder Bratwurst mit Senf.
Aachen und die EuRegionale 2008
Die vielfältigen Bezüge der Europastadt Aachen zur europäischen
Geschichte und zum europäischen Einigungsprozess (Karl der Große,
Krönungsstadt Aachen, Aachener Karlspreis) sollten als Beitrag der
Stadt Aachen zur EuRegionale 2008 in einem neu zu errichtenden
europäischen Kultur- und Begegnungszentrum (Bauhaus Europa genannt)
inmitten der Stadt zwischen Dom und Rathaus im Bereich der ehemaligen
Kaiserpfalz Karls des Großen dokumentiert werden. Das Bauhaus sollte an
die Stelle des alten und sanierungsbedürftigen Stadtverwaltungsgebäudes
aus den fünfziger Jahren gebaut werden. Hier sollten u. a.
Ausstellungen zur Geschichte Europas, Foren, Diskussionen und sonstige
Veranstaltungen zur Zukunft Europas das Nachdenken über die künftige
Entwicklung anregen.
Die Baukosten beliefen sich gemäß Voranschlag auf maximal 31 Millionen
Euro. Davon sollten 21 Millionen aus Fördermitteln des Landes NRW
gedeckt werden. Namentlich nie näher genannte örtliche Sponsoren
erklärten sich bereit, finanzielle Mittel in Höhe von 5,5 Millionen
Euro zur Verfügung zu stellen. Der Restbetrag sollte von der Stadt
Aachen getragen werden. Die geschätzten jährlichen Betriebskosten in
der Folge betrugen etwa 2,1 Millionen Euro, die ebenfalls von der Stadt
Aachen zu tragen gewesen wären.[25]
Das Projekt traf bei vielen Bürgern auf Widerstand: Vor allem die
ungesicherte Finanzierung, hier besonders die o.g. Betriebskosten als
Belastung für den Haushalt der Stadt, und die wenig konkreten
Verwendungsvorschläge eines solchen Gebäudes haben dazu geführt, dass
nach einem vom Stadtrat überstimmten Bürgerbegehren am 10. Dezember
2006 die Aachener Wahlberechtigten in einem Bürgerentscheid über die
Fortführung des Projektes abstimmen konnten. Mit 56.532 Stimmen
übertraf das Ergebnis die erforderliche Mindeststimmenzahl von 36.939
und ersetzt somit den Ratsbeschluss vom 16. August 2006. Die
Wahlbeteiligung lag bei 38,5 Prozent.[26] Damit war das Projekt Bauhaus
Europa gescheitert.
Eine Alternative als Beitrag der Stadt Aachen zur EuRegionale
2008[27][28] ist die Route Charlemagne[29], ein Entwurf der
Maastrichter Agentur maurer united, in dem 16 kulturhistorische Stätten
miteinander verbunden werden. Es ist jedoch schon jetzt abzusehen, dass
ein Großteil der Vorschläge nicht realisiert werden kann.
Beispielsweise war als zentraler Anlaufpunkt eine
Unterwasserpräsentation der Route auf dem Katschhof in einem großen
Brunnen geplant. Auch die Umgestaltung des Rathauses als europäisches
Klassenzimmer, in dem Schüler mehr über die europäische Geschichte
lernen sollen, wird nicht verwirklicht. Ob ein Ausstellungsraum in der
für eine Entweihung vorgesehenen Kirche St. Paul eingerichtet wird, ist
ebenfalls noch fraglich, da eine dort vorgesehene Präsentation der
Werte Karls des Großen auf große Kritik gestoßen ist.
Im Zuge der Projektentwicklung priorisierte der Rat der Stadt Aachen
daher sieben der geplanten Stationen der Route Charlemagne. Dabei
handelt es sich um historische Gebäude und Orte der Innenstadt, an
denen dezentrale Ausstellungen die Entwicklung Aachens im Spiegel der
Entwicklung der europäischen Stadt zeigen werden. Hierbei spielen die
Themen Geschichte, Europa und Wissenschaft eine verbindende Rolle.
Kultur-, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Perspektiven sind mit
einer Reflexion aktueller Entwicklungen sowie mit Zukunftsszenarien
verbunden und ein ambitioniertes Ausstellungs- und Guidesystem soll
historische Stadt erkennbar machen. Das begleitende internationale
Kunstfestival across the borders existiert seit Mai 2008. Die
Realisierung der ersten Stationen soll 2009 erfolgen.
Persönlichkeiten
Die Stadt Aachen hat im Laufe der Geschichte 17 Personen zu
Ehrenbürgern ernannt, diese finden sich in der Liste der Ehrenbürger
von Aachen[30].
Berühmte Persönlichkeiten aus Aachen sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Aachen zu finden.
Literatur
* Michael Römling: Aachen – Geschichte einer Stadt. Tertulla-Verlag, Soest 2007.
* Heinrich Silbergleit: Preußens Städte. Denkschrift zum 100-jährigen
Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Herausgegeben im
Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages. Heymanns, Berlin
1908
* Erich Keyser (Hrsg.): Rheinisches Städtebuch. Band III. 3. Teilband
aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrage
der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit
Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und
des Deutschen Gemeindetages. Kohlhammer, Stuttgart 1956
* Michael Schmitt: Stadtmappe Aachen. in: Deutscher Städteatlas. Band:
IV, 1. Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis
Historicorum Internationalis – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für
vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der
Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried
Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Dortmund-Altenbeken 1989,
ISBN 3-89115-031-8
* Michael Nießen: Die Aachener Friedensgerichte in französischer und
preußischer Zeit. (Diss.), Aachen 1991, ISBN 3-87519-118-8
* Elmar Gasten: Aachen in der Zeit der nationalsozialistischen
Herrschaft 1933–1944. Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien
1993 [Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre
Hilfswissenschaften, Band 541]. Zugleich: Köln, Univ., Dissertation
1990, ISBN 978-3-631-45697-2
* Herbert Lepper: Von der Emanzipation zum Holocaust. Die Israelitische
Synagogengemeinde zu Aachen 1801–1942. 2 Bände. Mayersche, Aachen 1994,
ISBN 3-87519-129-3
* Harry Seipolt: Zwangssterilisation und NS-„Euthanasie“ in der Region
Aachen. Alano Herodot, Aachen 1995, ISBN 978-3-89399-217-1
* Artikel „Aachen“. In: Ulrike Puvogel/Martin Stankowski: Gedenkstätten
für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation.
Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, Band I: 2.
Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, S. 488–490,
ISBN 3-89331-208-0
* Thomas R. Kraus: Europa sieht den Tag leuchten. Der Aachener Friede
von 1748. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1998, ISBN 3-87707-524-X
* Gerhard Curdes: Die Entwicklung des Aachener Stadtraumes – Der
Einfluss von Leitbildern und Innovationen auf die Form der Stadt.
Dortmunder Vertrieb für Bau- und Planungsliteratur. Dortmund 1999, ISBN
3-929797-37-2
* Marc Engels (Bearb.): Zwangsarbeit in der Stadt Aachen.
Ausländereinsatz in einer westdeutschen Grenzstadt während des Zweiten
Weltkrieges. Mayersche, Aachen 2002, ISBN 978-3-87519-200-1
* Johanna Kamermans: Euregio Carolus Magnus – Grenzen in Fluss. Mainz Verlag, Aachen 2004, ISBN 3-86130-391-4
* Achim Walder: Sehenswertes in Aachen, der Euregio und Nordeifel,
Schwerpunkt Kultur, Historik, Landschaft der Region, Walder Verlag,
2005, ISBN 3-936575-19-3
* Albert Huyskens: Aachener Heimatgeschichte. Im Auftrage der Stadt
Aachen und des Landkreises Aachen in Gemeinschaft mit zahlreichen
Fachleuten herausgegeben von Albert Huyskens. La Ruelle’sche
Accidenzdruckerei, Aachen 1924.
* Erich Stephany: Aachen, mit Aufnahmen von Mich
In Aachen wurde am 1. Januar 1897 die bis dahin eigenständige Stadt
Burtscheid in Aachen eingemeindet. Vor dieser ersten Eingemeindung
betrug das Stadtgebiet 3056 ha. Drei weitere Eingemeindungen folgten,
die mindestens 14 Gemeinden und Orte beinhalteten. Nach diversen
kleineren Grenzänderungen und Neuvermessungen seit 1949 umfasst das
Stadtgebiet heute eine Fläche von insgesamt 16.082,9 ha.
Datum Orte Zuwachs in ha Grafik
1. Januar 1897 Burtscheid 858,6 Die Grafik zeigt die anteilige Fläche der Eingemeindungen an der heutigen Stadt Aachen.
1. April 1906 Forst 1.145,7
1. November 1922 Sief, Bildchen und Lichtenbusch 789,1
1. Januar 1972 Brand* , Eilendorf, Haaren* ,
Kornelimünster, Laurensberg, Richterich (ohne Bank und Wilsberg),
Walheim, Oberforstbach sowie diverse kleinere Gebiete
*ohne Randgebiete 10.595
Einwohnerentwicklung
? Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Aachen
1855 hatte Aachen mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die
Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur
Großstadt wurde. Wenige Jahre später gemeindete sie die Kreisstadt
Burtscheid aus dem Landkreis Aachen ein, wodurch sie Sitz der
Kreisverwaltung wurde, was sie bis heute ist. Einen Bevölkerungszuwachs
um rund 63.000 Personen erlebte die Stadt 1972 durch mehrere
Eingemeindungen – die Einwohnerzahl stieg von 177.000 auf rund 240.000.
Am 31. Dezember 2005 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Aachen nach
Fortschreibung des Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik
Nordrhein-Westfalen (LDS) 258.208 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich
mit den anderen Landesämtern), am 31. Dezember 2007 259.030[11] –
historischer Höchststand. Der im Vergleich zu den Vorjahren stärkere
Anstieg der Bevölkerungszahl im Jahre 2003 ist darauf zurückzuführen,
dass die Stadt im gleichen Jahr die Zweitwohnsitzsteuer einführte,
wodurch sich insbesondere viele Studenten gezwungen sahen, ihren
Zweitwohnsitz bei der Stadtverwaltung gegen einen Hauptwohnsitz
einzutauschen. Aus der Liste der Großstädte in Deutschland ist zu
entnehmen, dass das jährliche Wachstum der Einwohner bei 0,94 % liegt
und somit Aachen hinter Mainz (1,05 %) auf Platz 2 liegt im Vergleich
aller aktueller Großstädte mit der jährlichen Wachstumsrate.
Im Gegensatz zum LDS zählte die Stadtverwaltung lediglich 250.667
Einwohner am 31. Dezember 2007 und damit eine seit Jahren leicht
rückläufige Einwohnerzahl. Es ergibt sich also eine Differenz von 8363
Einwohnern zwischen den beiden Statistiken. Sollte der Trend aus der
Statistik der Stadtverwaltung anhalten, so würde die Stadt in der
städtischen Statistik bereits 2009 weniger als 250.000 Einwohner haben.
Der LDS-Bevölkerungsprognose zufolge soll die Einwohnerzahl bis zum
Jahre 2025 hingegen auf 282.500 anwachsen.[11]
Politik
Oberbürgermeister und Rat
Das Aachener Rathaus von Süden (vom Katschhof aus)
Das Aachener Rathaus von Norden
An der Spitze der Stadt Aachen stand zunächst ein königlicher Beamter.
1250 ging die Leitung auf den Rat über, dem ein Bürgermeister vorstand.
Mitglieder des Rates waren zunächst nur lebenslang amtierende Schöffen.
Seit dem 15. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Dies wurde im
so genannten Gaffelbrief von 1450, der bis 1794 galt, festgelegt.
Jedoch konnten die Zünfte erst 1513 ihre ständige Mitgliedschaft im Rat
erreichen. Die Mitgliederzahl schwankte mehrmals. An der Spitze standen
meist zwei Bürgermeister, die aber nur ein Jahr amtierten und am 25.
Mai ihr Amt wechselten. Die Ratsmitglieder übten neben ihrer
Ratsmitgliedschaft meist noch wichtige Sonderämter in der Stadt aus.
Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde die Munizipalverfassung
eingeführt. Stadtoberhaupt war der Maire. Ihm standen drei Beigeordnete
und ein 30-köpfiger Rat zur Seite. In preußischer Zeit wurde 1815 aus
dem Maire der Oberbürgermeister. Eine Neuordnung der städtischen
Verfassung wurde erst 1845 mit der rheinischen Gemeindeordnung
beziehungsweise 1856 mit der rheinischen Städteordnung eingeführt. Die
Stadtverwaltung bestand weiterhin aus dem Oberbürgermeister und dem Rat.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister
von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die
Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen
Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach
britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der
Stadt“, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat
wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden
und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des
Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen
Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die
Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur
noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des
Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde
1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Im Aachener Stadtrat sitzen 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt
gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht (Politik) und leitet die
Sitzungen. Derzeit sind im Aachener Rat folgende Parteien vertreten:
CDU (22 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (10
Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), Die Linke (3 Mitglieder, die für
Linkspartei.PDS, UWG Bürgerwille Aachen bzw. Gemeinsam gegen
Sozialkahlschlag gewählt wurden) und ABL (Aachener Bürger Liste, ein
Mitglied).[12].
Partei Sitze (1999)[13] Prozent % (1999)[13]
CDU 29 49,5
SPD 19 32,3
Grüne 6 10,9
FDP 3 4,4
PDS 1 2,2
Sitze (2004)[14] Prozent % (2004)[14]
22 37,3
19 (derzeit 18) 32,0
10 17,6
3 5,2
1 (Linke 3) 2,4
Die Mehrheit im Stadtrat wird von einer Koalition von SPD und Grünen
gebildet. Nach Austritt von Ratsfrau Coracino aus der SPD verfügt diese
Koalition seit dem 5. Mai 2008 jedoch nicht mehr über die Mehrheit im
Rat.[15]
Am 26. September 2004 wurde Jürgen Linden (SPD) für weitere fünf Jahre zum Oberbürgermeister gewählt.
Eine vollständige Aufzählung der Oberbürgermeister seit 1815 und der
Oberstadtdirektoren von 1946 bis 1995 findet sich in der Liste der
Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Aachen.
Ein ständiges Thema der Politik ist die hohe Verschuldung der Stadt Aachen in Höhe von 452,2 Mio. € (Stand: 31. Dezember 2005).
Wappen
Aktuelles Wappen
Wappen von 1888
Wappen von 1774
Blasonierung: In Gold ein rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler.
Die Stadtfarben sind schwarz-gold (schwarz-gelb). Der Adler
symbolisiert das Reich und bringt so zum Ausdruck, dass Aachen
Reichsstadt – dem Kaiser direkt unterstellte Stadt – und lange Zeit
Krönungsstätte der deutschen Könige war. Viele Reichsstädte haben einen
schwarzen Adler auf Goldgrund im Wappen (Köln: Doppeladler, Frankfurt
a/M.: Silberadler in Rot mit Goldrand). Das Wappen wurde zuletzt am 24.
Januar 1980 durch die Hauptsatzung der Stadt festgelegt, ist aber schon
sehr lange im Gebrauch.
Partnerstädte
* Reims (Frankreich), seit 1967
* Halifax/Calderdale (UK), seit 1979
* Toledo (Spanien), seit 1985
* Ningbo (China), seit 1986
* Naumburg (Saale) (Sachsen-Anhalt), seit 1988
* Arlington (Virginia, USA), seit 1993
* Kapstadt (Südafrika), seit 1999
* Kostroma (Russische Föderation), seit 2001
* Rosch haAjin (Israel), seit 2007
sowie
* Montebourg (Frankreich), seit 1960 Partnerstadt von Walheim
(seit dessen Eingemeindung 1972 dem Aachener Stadtbezirk Kornelimünster/Walheim übertragen)
StädteRegion Aachen
Die Stadt Aachen hat durch öffentlich-rechtliche Vereinbarungen mit dem
Kreis Aachen einige ihrer Aufgaben auf die StädteRegion Aachen
übertragen, so Schulträgeraufgaben, Straßenverkehrsamt und
Wirtschaftsförderung.[16]
Wirtschaft und Infrastruktur
Ford-Forschungszentrum in Aachen
Unternehmen
Aachen hat mehrere bedeutende Industriezweige. Zu nennen ist hier ein
Werk des deutschen Reifenherstellers Continental AG, in dem vor allem
besonders anspruchsvolle Reifen (für hohe Geschwindigkeiten) produziert
werden.
Seit 1934 unterhält Philips, einer der weltweit größten
Elektronikhersteller der Welt, Produktionsstätten in Aachen. Zunächst
nur für Radiogeräte, seit dem Krieg aber ein Werk zur Produktion von
Leuchtmitteln, in dem heute Niedervolt-Halogenlampen und Autolampen
hergestellt werden. Ein weiteres Philips-Werk, in dem Bildröhren
hergestellt wurden, ist vor einigen Jahren geschlossen worden.
Aachen ist ebenso Zentrum für Maschinenbau, Automation, IT, Laser- und
Umwelttechnologie mit jeweils großer wirtschaftlicher Bedeutung für die
Stadt. Viele IT-Unternehmen, die teilweise als Spin-offs der
Universität und Fachhochschule gegründet wurden, haben sich gemeinsam
mit Forschungseinrichtungen zum Kompetenznetzwerk "Regina e.V.
IT/Informatik Aachen" zusammengeschlossen.
Weiterhin ist Aachen als Standort der Automobilindustrie bedeutend,
sowohl durch ortsansässige Zulieferindustrie (z. B. Continental und
Saint-Gobain) als auch durch bedeutende Institute der RWTH Aachen, die
ihren Fokus auf der Automobiltechnologie haben. Die örtliche
Automobilbranche hat sich großteils im euregionalen Netzwerk competence
center automotive region aachen – euregio maas-rhein (car e. V.)
zusammengeschlossen. Daneben gibt es eine Reihe von Forschungsbetrieben
und Hochtechnologieunternehmen, oft als Spin-offs der Hochschulen.
Außerdem ist die Produktion von Süßwaren von bekannten Firmen wie
Zentis (Konfitüren, Süßwaren, Fruchtzubereitungen), Lambertz
(Lebkuchen, Printen), Lindt & Sprüngli (Schokolade, Pralinen)
bedeutend. Die Aachener Printen sind weltberühmt.
Neben den oben genannten Unternehmen ist Aachen Standort vieler
Industriebetriebe wie Grünenthal (pharmazeutische Produkte), Talbot
(Schienenfahrzeuge) und Saint-Gobain (Glas). Aachen bietet gute
Standortvorteile wegen einer dichten Infrastruktur mit Produktions- und
Dienstleistungen auf engstem Raum; Internationalität und
Mehrsprachigkeit; Platz zur Expansion und Raum zur Erholung; ein großes
Potenzial an gut ausgebildeten Ingenieuren [17].
Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle (854.491 Übernachtungen[18] in 4.000 Betten).
In der Vergangenheit war die Produktion von Nadeln und Tuchen der
wichtigste Wirtschaftsfaktor. So waren in Aachen mehrere hundert
Nadelfabriken ansässig. An fast allen Bächen waren Tuchfabriken und
-färbereien vorhanden. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich ein sehr
deutlicher Strukturwandel vollzogen. Die Herstellung von Nadeln und
Tuchen wurde nach Fernost verlagert. Die letzte Aachener Nadelfabrik
stellte den Betrieb Ende 2004 ein, von den zahlreichen Tuchfabriken ist
noch eine geblieben. Weitere Bedeutung hatte die Herstellung von
Schienenfahrzeugen, Schirmen und Transformatoren. Auch diese Bereiche
sind jedoch inzwischen stark reduziert oder völlig aufgegeben worden.
Größte Arbeitgeber der Stadt Aachen:[19]
Rang Name Anzahl der Arbeitsplätze
1. RWTH Aachen 10.000
2. Stadtverwaltung Aachen 3.200
3. Sparkasse Aachen 2.360
4. AMB Generali Gruppe 2.300
5. Henry Lambertz 1.800
6. Franz Zentis 1.500
7. Lindt & Sprüngli 1.500
8. Grünenthal 1.400
9. Philips Licht 1.400
10. Continental 1.400
11. SCHUMAG AG 1.150
12. FH Aachen 1.000
Verkehr
Bahn
Der Aachener Hauptbahnhof
Die Euregiobahn
Neben dem Hauptbahnhof gibt es die Bahnhöfe Aachen West und
Aachen-Rothe Erde sowie die Haltepunkte Aachen-Schanz und Eilendorf.
Der Schnellzug Thalys von Köln nach Paris fährt über Aachen, Lüttich
und Brüssel. Auch der ICE International verkehrt auf der Strecke
Brüssel–Lüttich–Aachen–Köln und weiter nach Frankfurt. Die Schnellzüge
wechseln sich im Stundentakt ab. Aachen liegt somit an einer wichtigen
Verbindung des transeuropäischen Schienennetzes. Demgegenüber sind die
für Pendler wichtigeren Regionalverbindungen, insbesondere auf der
Schnellfahrstrecke Köln–Aachen (NRW-Express (RE 1) und
Rhein-Sieg-Express (RE 9)), seit Jahren unverändert stark
verspätungsanfällig.[20] Auf der zweiten von Aachen ausgehenden
innerdeutschen Strecke nach Mönchengladbach und von dort aus weiter
nach Düsseldorf oder Duisburg über Krefeld findet seit etwa zehn Jahren
kein Fernverkehr mehr statt.
Beide Strecken sind jedoch wichtige Magistralen des Güterverkehrs. Die
zwei von Aachen ausgehenden Strecken nach Belgien – für den
Personenverkehr nach Brüssel über Lüttich (Vesdretalstrecke) und für
den Güterverkehr nach Antwerpen über Tongeren (Montzenroute) – sind die
einzigen in Betrieb befindlichen Schienenverbindungen zwischen
Deutschland und Belgien. Die direkte Verbindung in die Niederlande
hingegen wurde stillgelegt, wobei eine Reaktivierung im Rahmen der
Euregiobahn in ferner Zukunft geplant ist.
Wichtigere regionale Bahnverbindungen (Stand März 2006):
* RegionalExpress RE 1: Aachen–Düren–Köln–Düsseldorf–Duisburg–Essen–Bochum–Dortmund–Hamm (NRW-Express)
* RegionalExpress RE 4: Aachen–Mönchengladbach–Düsseldorf–Wuppertal–Hagen–Dortmund (Wupper-Express)
* RegionalExpress RE 9: Aachen–Düren–Köln–Siegen(–Gießen) (Rhein-Sieg-Express)
* RegionalExpress RE 29: Aachen–Welkenraedt–Lüttich (euregioAIXpress)
* RegionalBahn RB 33: Aachen–Mönchengladbach–Duisburg (Rhein-Niers-Bahn)
* RegionalBahn RB 20: Alsdorf/Heerlen–Herzogenrath–Aachen–Stolberg/Eschweiler-Weisweiler (euregiobahn)
Besonderheiten
Eisenbahnhistorisch hat Aachen zwei Besonderheiten zu bieten: den
ältesten noch befahrenen Eisenbahntunnel Deutschlands, den Buschtunnel,
sowie das Viadukt in Aachen-Burtscheid. In der Nähe, in Belgien,
befindet sich bei Moresnet das berühmte Göhltalviadukt, das 2004
saniert wurde. Zu der Beendigung dieser Maßnahmen gab es einen großen
Festakt mit Feuerwerk. Auch wurde eine Rundfahrt in Waggons des
legendären Orient-Express angeboten.
Die traditionsreiche Waggonfabrik Talbot an der Jülicher Straße
produzierte bis Anfang der 1990er Jahre Güter- und Personenwaggons, wie
etwa doppelstöckige Wagen für die niederländische Staatsbahn oder den
Talent. Nach der Übernahme durch den kanadischen Konzern Bombardier
(seitdem Talbot-Bombardier) wurde ein Großteil der Fertigung nach
Ostdeutschland und Tschechien verlegt. Mittlerweile wird in Aachen der
Innenausbau von Personenzügen vorgenommen.
ÖPNV
Im Jahr 1974 wurde die letzte Aachener Straßenbahnlinie stillgelegt.
Seitdem beschränkt sich der Stadtverkehr auf Busse. Die Linien fahren
innerhalb des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) und ins benachbarte
Ausland, wie zum Beispiel nach Heerlen (NL), Kerkrade (NL) oder Eupen
(B). Es gibt acht Schnellbusse nach Alsdorf/Aldenhoven/Jülich (Linie
SB11), Heerlen (Linie 44), Eschweiler (Linie 52), Roetgen/Simmerath
(Linie SB63), Herzogenrath (Linie 147), Baesweiler (Linie 151),
Roetgen/Monschau (Linie 166) und Maastricht (Linie 50 der
niederländischen Veolia, kein AVV-Tarif).
Der zur Feier des Aufstiegs 2006 golden beklebte Alemannia-Citaro der ASEAG
Den ÖPNV in der Stadt betreibt hauptsächlich die ASEAG (Aachener
Straßenbahn und Energieversorgungs-AG) mit insgesamt 49 Buslinien
(Stand 2008). Die Linie 14 wird gemeinsam mit der belgischen TEC, die
Linie 44 mit der niederländischen Veolia Transport betrieben. Außerdem
betreibt die RVE vier Linien im Aachener Stadtgebiet, eine davon
zusammen mit Taeter Aachen. Dreh- und Angelpunkt des Aachener
Liniennetzes sind der Bushof und der Elisenbrunnen, abgesehen von ein
paar Ausnahmen werden diese von sämtlichen Aachener Buslinien
angefahren.
In Aachen gibt es ein gesondertes Nachtbusnetz. Dieses besteht aus acht
Linien (N1 bis N7 und N13), welche die größten Linienachsen mit
geändertem Linienweg bedienen. Die Nachtlinien verkehren in den Nächten
auf Samstage, Sonntage und Feiertage jeweils um 01:45 und 02:45 Uhr vom
Elisenbrunnen/Bushof aus. Die Linienführung verläuft dabei sternförmig
aus der Stadt heraus. Als einzige Nachtlinie verkehrt die Linie N1
zusätzlich noch um 03:45 Uhr.
In den 1990er Jahren gab es Versuche, wieder eine Stadt- und
Straßenbahn einzuführen, das Projekt scheiterte jedoch an den Kosten
und wird seit 1999 nicht mehr weiterverfolgt. Als Ersatz dafür fahren
seit dem September 2005 zwei Doppelgelenkbusse des Typs VanHool AGG 300
auf den Linien 5 und 45 zwischen Uniklinik und Driescher Hof bzw.
Brand. Im Februar 2008 wurden aufgrund dieses erfolgreichen
Probebetriebes sechs weitere Busse dieses Typs für den Verkehr auf den
beiden Linien in Dienst gestellt.
Straßenanbindung
Am Autobahnkreuz Aachen treffen sich die Autobahnen A 4, A 44 und A
544. Die A 4 führt nach Köln sowie über den Grenzübergang Vetschau in
die Niederlande, die A 44 nach Düsseldorf sowie nach Belgien. Die A 544
verbindet das Kreuz Aachen mit dem Europaplatz im Osten Aachens. Als
Europastraße 40 ist die A 4 von Köln bis zum Aachener Kreuz und ab dort
die A 44 Richtung Belgien beschildert. Ferner führen die Bundesstraßen
B 1, B 1a, B 57, B 258 und B 264 durch das Stadtgebiet.
Fahrrad
Die Stadt Aachen ist ein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Trotz
des sehr hohen Studentenanteils ist der Fahrradverkehr im Vergleich zu
anderen studentisch geprägten Städten gering, was mit den starken
Steigungen im Innenstadtbereich und der starken Streuung von
Universitätsgebäuden über das Stadtgebiet zusammenhängt.
Luftanbindung
Rund 30 km vom Stadtzentrum entfernt liegt in den Niederlanden der
internationale Maastricht Aachen Airport, der unter anderem von der KLM
(von/nach Schiphol), von Ryanair (von/nach Girona, Valencia und
Alicante) und von Volareweb.com (von/nach Mailand) angeflogen wird. Für
kleinere Flugzeuge gibt es den Flugplatz Merzbrück. Die Flughäfen
Köln/Bonn (90 km) und Düsseldorf International (90 km) können vom
Aachener Hauptbahnhof respektive mit der Linie RE 1 sowie mit
vereinzelten nächtlichen Fahrten der Linien RE 4 und S 13 erreicht
werden. Aufgrund der Zuganbindung wurden auch die bis dahin bestehenden
regelmäßigen Busverbindungen (Airport-Aixpress) zum 31. Oktober 2004
eingestellt.
Medien
Aachen ist Sitz eines Studios des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Hier
werden die auf WDR 2 wochentags stündlich ausgestrahlten Newsflashs für
die Region Aachen produziert, ebenso wie das WDR-Fernsehmagazin
„Lokalzeit aus Aachen“, welches von Sonja Fuhrmann, Gesa Hollermann und
Ralf Raspe moderiert wird.
Die beiden Tageszeitungen, Aachener Nachrichten (die erste deutsche
Nachkriegszeitung) und Aachener Zeitung, erscheinen beide im Aachener
Zeitungsverlag. Auch die Redaktionen wurden inzwischen aus
wirtschaftlichen Gründen größtenteils zusammengelegt. Außerdem
erscheinen in Aachen mehrere monatliche, kostenlose Stadtmagazine: Bad
Aachen, Klenkes und moviebeta. Darüber hinaus gibt es zwei
Anzeigenwochenblätter, die ebenfalls zum Aachener Zeitungsverlag
gehören: Super Mittwoch (früher Aachener Woche) und Super Sonntag.
In Aachen senden zwei Lokalradios. Zum einen Radio Aachen (100,1 MHz)
mit Sitz in der zentrumsnahen Bahnhofstraße, und zum anderen 107.8
Antenne AC mit Sitz im benachbarten Würselen-Broichweiden. Beide Sender
hatten sich erfolglos vom Mantelprogramm Radio NRW getrennt. Radio
Aachen übernimmt inzwischen wieder Programme von Radio NRW. Dass eine
verhältnismäßig kleine Stadt wie Aachen zwei lokale Radiosender
betreibt, liegt an der ursprünglichen Struktur des Lokalfunksystems in
NRW, das für jeden Kreis und jede Stadt eine eigene Station vorsah: Die
Frequenz UKW 100,1 war dabei für die Stadt Aachen gedacht, die Frequenz
107,8 für den Kreis Aachen.
Durch die Grenznähe ist außerdem eine Vielzahl belgischer und
niederländischer Sender zu empfangen, darunter auch deutschsprachige
Privatradios aus Ostbelgien (Fantasy Dance FM 96.7). Der meistgehörte
private Sender der Region Aachen / Heinsberg ist nach eigenen Angaben
100'5 Das Hitradio aus Eupen, an dem der Belgische Rundfunk (BRF)
beteiligt ist. Anders als der BRF richtet sich 100'5 allerdings in
erster Linie an ein Publikum in Deutschland.
Darüber hinaus sendet seit dem 3. Mai 2006 das Hochschulradio Aachen
(Slogan: „Wir sind die Anderen“) auf der Frequenz 99,1 MHz mit
Sendestandort Rütscher Straße auf einem Hochhaus. Im Kabelnetz ist der
Sender auf 95,35 MHz zu hören. Das Hochschulradio erhielt am 24. März
2006 eine Lizenz von der Landesanstalt für Medien und sendet etwa vier
Stunden täglich ein moderiertes Live-Programm. Zu den übrigen Zeiten
wird Musik aus dem Computer abgespielt. Die musikalische Auswahl ist
ganz wesentlich von unkommerziellem Stil mit einem Schwerpunkt bei
elektronischer Musik. Der Sender wird aus einem Beitrag von 0,50 Euro
finanziert, die jeder Student der RWTH mit der Rückmeldung bezahlen
muss.
Die international renommierte Nachrichtenagentur Reuters, welche heute
in London ihren Hauptsitz hat, wurde 1850 von Paul Julius Reuter in
Aachen gegründet.
Öffentliche Einrichtungen
Aachen ist Sitz folgender Institutionen und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:
* Handwerkskammer Aachen – Kammerbezirk: Stadt Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen
* Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Aachen – Kammerbezirk: Stadt
Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen
* Justizzentrum Aachen, 2004–2007 erstellte Erweiterung des alten
Gerichtsgebäudes an Stelle des alten Gefängnisses, seit Dezember
2007/Januar 2008 Sitz aller in Aachen ansässigen Gerichte (Landgericht
Aachen, Amtsgericht Aachen, Arbeitsgericht Aachen, Verwaltungsgericht
Aachen, Sozialgericht Aachen) und der Staatsanwaltschaft Aachen.[21]
* Justizvollzugsanstalt Aachen, mit 865 Haftplätzen eine der größten des Landes NRW
* Universitätsklinikum Aachen, eine Anstalt öffentlichen Rechts
Medizinische Versorgung
* Das größte Krankenhaus ist das Universitätsklinikum Aachen am westlichen Stadtrand.
* Das Franziskushospital liegt am Morillenhang in der Innenstadt.
* Das Luisenhospital liegt am Boxgraben in der Innenstadt.
* Das Marienhospital liegt im Stadtteil Burtscheid.
<
Bildung und Forschung
Hauptgebäude der RWTH Aachen
Die Technische Hochschule Aachen, die Rheinisch-Westfälische Technische
Hochschule Aachen (RWTH), die 1870 unter dem Namen Königlich
Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen gegründet
wurde, ist eine der größten und traditionsreichsten Technischen
Hochschulen Europas. Neben den naturwissenschaftlich-technischen
Fächern und der Medizin werden auch mehrere Sprachen, diverse Geistes-
und Sozialwissenschaften sowie Architektur angeboten. Darüber hinaus
veranstaltet RWTHExtern regelmäßig Vorträge für interessierte Bürger,
um Ergebnisse und Entwicklungen aus Forschung und Lehre nach außen zu
tragen.
Des Weiteren befindet sich in Aachen die Fachhochschule Aachen, die
eine der größten ihrer Art in Deutschland ist. In Jülich befindet sich
ein weiterer Standort dieser Fachhochschule. Aachen ist auch eine
Abteilung der Hochschule für Musik Köln.
Die Katholische Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius geht zurück
auf die 1881 gegründete Kirchenmusikschule St. Gregorius, die 2000 in
eine Hochschule umgewandelt wurde und im Wintersemester 2005/2006 noch
22 Studenten hatte[5] – zum 31. März 2007 wurde sie jedoch geschlossen.
Träger dieser Hochschule waren das Erzbistum Köln sowie die Bistümer
Aachen, Essen und Trier. Die Katholische Fachhochschule wurde 1971
gegründet, indem mehrere Höhere Fachschulen für Sozialarbeit,
Sozialpädagogik und Heilpädagogik und ein Institut für
Religionspädagogik zu einer Fachhochschule zusammengefasst wurden.
Neben Aachen befinden sich weitere Abteilungen dieser Fachhochschule in
Köln, Münster und Paderborn.
Die Schwestern vom armen Kinde Jesu gründeten im September 1967 die
Fachschule Clara-Fey (Clara-Fey-Schule) für Heimerziehung. 1970 wurde
sie in eine Fachschule für Sozialpädagogik umgewandelt und in dieser
Form 22 Jahre von Schwester Leonie geleitet. 1991 wurde die Schule dem
Bistum Aachen als neuem Träger unterstellt. Unter dem neuen
Schulleiter, Dr. Nottebaum, wurde zusätzlich Elementarerziehung als
neuer Ausbildungszweig angeboten. 2001 kam der Bildungsgang Einjährige
Berufsfachschule hinzu. 2002 wurde das Ausbildungsangebot um die Höhere
Berufsfachschule im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen erweitert. Die
Schule ist von anfangs acht auf nunmehr 240 Schüler angewachsen. Ende
2004 gab das Bistum Aachen die Schließung der Schule im Jahre 2007/2008
bekannt. Damit endet die 40-jährige Geschichte der Clara-Fey-Schule.
Aachen beheimatet eine Reihe von weiteren Einrichtungen: die
Volkshochschule Aachen, das Werk- und Bildungszentrum Bleiberger
Fabrik, das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT), das
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) und das
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie
(IME). Außerdem sind in Aachen das Staatliche Umweltamt Aachen (StUA)
und das Textiles & Flooring Institute GmbH (TFI) – Deutsches
Teppich-Forschungsinstitut e. V. angesiedelt.
Sehenswürdigkeiten
Der Aachener Dom
Dom, Nordfassade
Der ursprünglich als Pfalzkapelle Karls des Großen errichtete Aachener
Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der oktogonale Kuppelbau
wurde etwa im Jahr 800 vollendet und war rund 400 Jahre der größte
freischwebende Kuppelbau nördlich der Alpen. Der Marmorthron Karls des
Großen steht noch heute im Obergeschoss des Oktagons, 30 deutsche
Könige „besaßen“ ihn in der Zeit zwischen 936 und 1531.
Als ein Meisterwerk gotischer Baukunst gilt der Anbau der monumentalen
Chorhalle aus dem Jahr 1414, dessen Fenster mit der stolzen Höhe von 27
Metern die höchsten dieser Bauepoche darstellen und mit ihren über 1000
Quadratmetern Glasfläche dem Bau den Spitznamen „Glashaus von Aachen“
einbrachten. Im Zentrum des Chorpolygons steht der goldene Karlsschrein
aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen, hinter dem Altar
der berühmte Marienschrein. Er wurde 1239 vollendet und beinhaltet die
vier Aachener Heiligtümer, die seit 1349 alle sieben Jahre zur
Heiligtumsfahrt den Pilgern aus aller Welt gezeigt werden.
Hauptsächlich aus der Zeit der Hochgotik stammen die zahlreichen Kapellen, die im Laufe der Jahrhunderte angefügt wurden.
Die Schatzkammer des Aachener Doms birgt den bedeutendsten
Kirchenschatz nördlich der Alpen. Neben dem Lotharkreuz (um 1000) und
der silbernen, teils vergoldeten Karlsbüste (etwa 1349) wird hier der
Marmorsarkophag ausgestellt, in dem Karl der Große 814 vermutlich
bestattet wurde.
Das Ensemble aus Dom und Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches
Kulturdenkmal und zweites Kulturdenkmal weltweit in die Welterbeliste
der UNESCO aufgenommen.
Das Aachener Rathaus
? Hauptartikel: Aachener Rathaus
Auf den Grundmauern der Palastaula der karolingischen Kaiserpfalz wurde
im 14. Jahrhundert von der Aachener Bürgerschaft unter Leitung ihres
amtierenden Bürgermeister Gerhard Chorus das gotische Rathaus erbaut.
Nur der Granusturm zeugt von der ursprünglichen Bebauung aus der Zeit
Karls des Großen.
Im ersten Stockwerk befindet sich der Krönungsfestsaal. Fünf Fresken
des Aachener Künstlers Alfred Rethel schmücken die Wände, sie zeigen
legendäre Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Weiterhin sind Kopien
der Reichskleinodien (Reichsapfel, Reichskrone, Schwerter) und des
Reichsevangeliars, einer Handschrift aus der Schule Karls des Großen,
zu sehen.
Im Erdgeschoss zeugen reich ausgestattete Räume vom Glanz der freien
Reichsstadt im 17. und 18. Jahrhundert, als das Rathaus zum barocken
Stadtschloss umgebaut wurde.
Ans Rathaus angelehnt sind das kleine Holz- und das größere
Backsteinhaus, die gemeinsam die uralte Gaststätte „Zum Postwagen“
bilden.
Im Zuge der Route Charlemagne werden fast alle Räumlichkeiten des
Rathauses – wie etwa der Weiße Saal, der Ratssitzungssaal, der
Krönungssaal, das Werkmeistergericht, der Friedenssaal und die
Werkmeisterküche – erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[22]
Grashaus
Grashaus
Am Fischmarkt steht das sogenannte Grashaus, dessen Fassade vom
ältesten Rathaus der Stadt stammt und auf das Jahr 1267 datiert wird,
aber vermutlich auf noch älteren Grundmauern steht. Es diente nach dem
Bau des neuen Rathauses (Fertigstellung 1349) erst als Gerichtsstätte,
später aber auch als Gefängnis und Richtplatz. 1886 erhielt das Gebäude
seine heutige Gestalt mit den drei Spitzbogenfenstern und wurde zum
Stadtarchiv umgebaut. In den sieben spitzbogigen Figurennischen finden
sich die Standbilder der sechs Königswähler, die im Jahre 1273 Rudolf
I. von Habsburg (dieser ist die 7. Figur in der Mitte) zum König
wählten. Lange Zeit hat man geglaubt, dass es sich bei den Statuen um
sieben Kurfürsten handelte, doch diese sind 1298 erstmalig vollständig
zusammengetreten, um Albrecht I. von Österreich zum König zu wählen.
Die Statuen sind lediglich Kopien, die Ende des 19. Jahrhunderts die
verwitterten Originale ersetzten. Nur eine einzige Figur ist noch
erhalten, die anderen gelten als verschollen.
Haus Löwenstein
Haus Löwenstein
Das Haus Löwenstein am Markt wurde etwa zur gleichen Zeit errichtet wie
das Aachener Rathaus und vermutlich 1345 fertiggestellt. Es ist neben
Dom und Rathaus eines der wenigen gotischen Bauwerke, die den großen
Stadtbrand von 1656 überstanden.
Die ursprüngliche Nutzung des Hauses ist unbekannt. Die noch erhaltenen
staufischen Kellergewölbe deuten darauf hin, dass es sich um eine
Gaststätte oder ein Weinhaus gehandelt haben könnte. Später diente es
wohlhabenden Aachener Bürgern als Wohnhaus; unter anderem wohnte im
Jahr 1478 Ida von Löwenstein in diesem Gebäude und gab ihm vermutlich
seinen Namen.
Eine Besonderheit des heute von der Stadt genutzten Hauses Löwenstein
ist die Figur des heiligen Nepomuk in der Nische unterhalb des
Ecktürmchens. Sie stammt aus dem Jahr 1747 und erinnert an den
böhmischen Kleriker Johann von Nepomuk.
Heute wird das Haus Löwenstein unter anderem durch das Zentrale
Karnevalsarchiv und -Museum des Ausschusses Aachener Karneval genutzt.
Elisenbrunnen
Elisenbrunnen bei Nacht
Am Friedrich-Wilhelm-Platz finden sich die Wandelhallen des
Elisenbrunnens. Der klassizistische Bau des Landesbauinspektors Johann
Peter Cremer und des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel wurde
1827 fertiggestellt und ist neben Rathaus und Dom eines der Wahrzeichen
der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde er 1953
originalgetreu wieder aufgebaut. Die alten, ursprünglichen Säulen
sollen lange Zeit am Lousberg gelagert haben, von wo sie aber etwa im
Jahr 2005 verschwunden sind.
Der Elisenbrunnen besteht aus einer offenen Wandelhalle mit
Säulenvorbau und jeweils einem Pavillon links und rechts mit mehreren
Räumlichkeiten. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme, stark
schwefelhaltige Thermalwasser der Kaiserquelle (52 °C). An die
Prominenten, die als Kurgäste das Wasser der Kaiserquelle tranken,
erinnern steinerne Tafeln in der Halle. Darunter sind unter anderem
Peter der Große, Friedrich der Große, Giacomo Casanova und Georg
Friedrich Händel.
Mittelalterliche Stadtbefestigung
Marschiertor
Von der aus zwei Mauerringen und zahlreichen Türmen bestehenden
Stadtbefestigung zeugen noch heute zahlreiche Überbleibsel. Von den
ehemals 11 mächtigen Stadttoren sind zwei erhalten geblieben:
Das Ponttor am Ende der Pontstraße ist eines der wenigen noch
erhaltenen mittelalterlichen Doppeltoranlagen des Rheinlands. Gebaut
wurde es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Teil des
äußeren Mauerrings.
Aus dem Jahr 1257 stammt das am Ende der Franzstraße stehende
Marschiertor, es gehört zu den größten noch erhaltenen Stadttoren
Westeuropas. In früher Zeit mit seinen Räumlichkeiten als
Hauptwaffenplatz genutzt, wurde das Marschiertor im Laufe der
Jahrhunderte für die verschiedensten Zwecke in Anspruch genommen:
Zeitweise als Rumpelkammer, zwischendurch als Obdachlosenheim, später
als Jugendherberge und schließlich auch als HJ-Heim. Heute ist das
große Stadttor in der Obhut der Stadtgarde Oecher Penn und wurde in den
1960er Jahren aufwändig restauriert.
Weitere erhaltene Bauwerke der alten Stadtbefestigung sind die
Marienburg an der Ludwigsallee, der Lange Turm an der Turmstraße, der
Lavenstein am Boxgraben, das Pfaffentürmchen in Nähe des Westparks, ein
Teil des Adalberttors am Kaiserplatz sowie Reste der alten Stadtmauer
an der Pontstraße.
Universitätsklinikum Aachen
Universitätsklinikum Aachen
Das Universitätsklinikum Aachen ist das größte zusammenhängende
Krankenhausgebäude Europas. Sein Bau wurde 1971 begonnen. Es wurde 1985
eingeweiht. Wegen der Kombination von Lehre, Forschung und
Krankenversorgung unter einem Dach ist es eines der größten
Krankenhausgebäude überhaupt. Die Ästhetik seiner außergewöhnlichen
Architektur herausragender Aufzugsschächte und extern wie intern
unverkleidet verlaufender Lüftungsröhren ist nicht unumstritten, wird
jedoch immer wieder mit dem Centre Pompidou verglichen und führte dazu,
dass das Gebäude als „bedeutendstes Zeugnis der High-Tech-Architektur
in Deutschland“ unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Couven-Pavillon
Weitere sehenswerte Bauwerke
In Burtscheid stehen gleich drei wichtige Bauwerke des Aachener
Baumeisters Johann Couven nah beieinander: die Kirchen St.
Johann-Baptist und St. Michael oberhalb des Burtscheider Kurparks und
der Couven-Pavillon direkt im Burtscheider Kurpark. In der Jakobstraße
steht das Haus Zum Horn, ein denkmalgeschütztes Wohnhaus.
Brunnen und Denkmäler
Karlsbrunnen
Vor dem Rathaus befindet sich der Karlsbrunnen, der Karl den Großen mit
Reichsapfel und Zepter zeigt. Er ist das älteste noch in Funktion
befindliche Brunnendenkmal der Stadt. Die Brunnenschale wurde im Jahr
1620 in Aachen gegossen, die barocke Steinfassung (1735) und die
bronzenen Fische (1738) wurden später vom Aachener Stadtbaumeister
Johann Josef Couven angefügt.
In der Krämerstraße steht der Puppen-Brunnen des Aachener Bildhauers
Bonifatius Stirnberg aus dem Jahr 1975. Die mit Gelenken ausgestatteten
Bronzefiguren laden besonders Kinder zum Spielen ein. Die Figuren
symbolisieren typische Figuren des Aachener Lebens: Domherr, Marktfrau,
Professor, Reitersmann, Harlekin und Modepuppe.
Der Kreislauf des Geldes liegt an der Ecke
Hartmannstraße/Ursulinerstraße und wurde 1977 vom Bildhauer Professor
Karl-Henning Seemann geschaffen. Die sechs Bronzefiguren am Brunnenrand
zeigen den Umgang mit Geld, die Kreiselbewegung des Wassers steht für
den beständigen Fluss des Geldes.
Am Holzgraben befindet sich das von Bildhauer Hubert Löneke 1970
geschaffene Klenkes-Denkmal. Der Begriff „Klenkes“ steht für den
hochgereckten kleinen Finger, der bei den Aachenern besonders früher,
aber auch heute noch als Erkennungszeichen in aller Welt gilt. Er geht
auf die damals blühende Nadelindustrie zurück, bei der der kleine
Finger bei der Endkontrolle dazu genutzt wurde, schadhafte Nadeln mit
dem kleinen Finger „uuszeklenke“, also auszuklinken.
Europaplatz
Ebenfalls von Hubert Löneke stammt der Türelüre-Lißje-Brunnen von 1967.
Er steht an der Ecke Rennbahn/Klappergasse und stellt ein altes
Aachener Kinderlied dar, wonach eine Gruppe von drei Jungen ein Mädchen
daran hindern die Toilette aufzusuchen, worauf schließlich ein kleines
Bächlein durch die Klappergasse fließt.
Zwischen Elisenbrunnen und Markt befindet sich am Büchel das Bahkauv
(Bachkalb), ein Denkmal einer Sagengestalt, die früher durch die
Aachener Bäche gezogen ist und der Sage nach betrunkenen heimkehrenden
Ehemännern auf den Rücken sprang.
Es finden sich zahlreiche weitere sehenswerte Brunnen und Denkmäler im
gesamten Stadtgebiet, so zum Beispiel der Hühnerdieb auf dem
Hühnermarkt, der Wehrhafte Schmied an der Jakobstraße, das
Fischpüddelchen am Fischmarkt und Hotmannspiif an der Alexanderstraße.
Insbesondere nachts unter Beleuchtung ist die hohe Fontäne des großen
Brunnens am Europaplatz besonders auffällig.
Parkanlagen
Der Elisengarten ist durch seine Lage direkt hinter der Trink- und
Wandelhalle des Elisenbrunnens erwähnenswert. Er ist der einzige Park
innerhalb des Alleenrings und wird derzeit umgestaltet. Nachdem man bei
den Vorarbeiten auf archäologisch interessante Funde aus Römerzeit und
Mittelalter gestoßen ist, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen,
dort Ausgrabungen stattfinden zu lassen[23], handelt es sich doch um
die einzige Fläche der Innenstadt, die in der Neuzeit nie bebaut wurde.
Neben dem Elisengarten existieren in der stark bebauten Innenstadt von
Aachen nur vereinzelt größere Grünflächen, wie der Lindenplatz und der
Sandkaulpark.
Der Kurpark Monheimsallee liegt im Nordosten den Stadt hinter dem
Casino Aachen, Quellenhof und Eurogress. Auf dem großzügig angelegten
Gelände befindet sich reichlich Raum für sportliche Aktivitäten, ein
Grillplatz, die Carolus Thermen mit Biergarten, das Observatorium und
ein kleiner Weinberg mit exakt 99 Weinstöcken. Direkt an den Kurpark
grenzt der Farwickpark.
Drehturm Belvedere auf dem Lousberg
Das zweite Kurzentrum der Stadt ist der Kurpark Burtscheid mit den
Kurparkterrassen und Thermalbadehäusern im Zentrum von Burtscheid. Vom
Stadtteil Burtscheid aus (nahe dem Burtscheider Kurpark) führt außerdem
der Grüngürtel Gillesbachtal bis zum Aachener Wald.
Im Herzen des Frankenberger Viertels mit seiner teilweise erhaltenen
alten Architektur befindet sich der Frankenberger Park mit der Burg
Frankenberg.
Der Park auf dem Lousberg wurde bereits 1807 von der Aachener
Bürgerschaft angelegt und ist damit die älteste von Bürgern errichtete
Parkanlage Europas. Heute finden sich noch Reste der ursprünglichen
Parkbebauung wie der Kerstensche Pavillon, der während der
französischen Besatzung im Jahr 1807 errichtete Obelisk und die
verbliebenen Säulen der Belvedere. Aus dem Jahr 1956 stammt der 48
Meter hohe Wasserturm Belvedere mit Drehturm-Restaurant und Blick über
die Stadt Aachen.
Im Westen der Stadt befindet sich der Westpark, er wurde 1882 von
Textilfabrikanten Emil Lochner angelegt. Damals befand sich dort ein
Zoo mit 50 Riesenschlangen, von dem heute allerdings nur ein Weiher
geblieben ist. Durch seine Nähe zur TH ist der Westpark besonders bei
Studenten sehr beliebt.
Kupferbach-Stausee
Der Kaiser-Friedrich-Park rund um den Hangeweiher liegt im Süden der
Stadt. Im Park gibt es einen Bootsverleih, ein Ausflugslokal und einen
Spielplatz; direkt angrenzend befinden sich das Schwimm- und
Freiluftbad Hangeweiher, eine Tennisplatzanlage, der Park des alten
Klinikums und die Volkssternwarte.
Im Drimborner Wäldchen befindet sich der Aachener Tierpark Euregiozoo.
Auf 8,9 Hektar Fläche beherbergt er über 1200 Tiere in 210 Arten und
einen 2 Hektar großen See.
Zahlreiche weitere kleine Parks (so z. B. der Von-Halfern-Park und der
Ferberpark) finden sich außerhalb des Zentrums, außerdem erwähnenswert
sind das Naherholungsgebiet Aachener Wald mit dem Dreiländereck
Deutschland-Belgien-Niederlande und die beiden Stauseen Diepenbenden
und Kupferbach.
Kultur und Sport
Museen
In der Burg Frankenberg, einer bereits im 13. Jahrhundert vor den Toren
der Stadt Aachen erbauten Wasserburg, befindet sich das Heimatmuseum
der Stadt Aachen. Es dokumentiert den geschichtlichen Werdegang der
Stadt, angefangen mit dem Feuersteinbergbau der Jungsteinzeit und der
Zeit als römisches Militärbad über die romanischen Bauten Karls des
Großen, die Zeit als Krönungsort deutscher Könige und späterer Kur- und
Badestadt bis hin zur Industrialisierung. Der Nebenraum des
Hauptgebäudes enthält eine Art Kuriositätenkabinett aus der
Museumsgeschichte um 1900, Höhepunkt ist eine ägyptische Mumie (um 1500
v. Chr.), die allerdings erst etwa 2014 wieder zu sehen sein wird. Im
Bergfried findet sich eine Sammlung von antiker Keramik und regionalem
Kunsthandwerk, weiterhin existiert ein Münzkabinett mit Münzfunden aus
Aachen und der Umgebung.
Burg Frankenberg
Ludwig Forum für Internationale Kunst
Das Suermondt-Ludwig-Museum ist nach seinen größten Stiftern Barthold
Suermondt und dem Ehepaar Irene und Peter Ludwig benannt und wurde
bereits 1883 vom Aachener Museumsverein gegründet. Seit 1901 residiert
es im Stadtpalais „Villa Cassalette“ in der Wilhelmstraße. Die Sammlung
verfügt neben Malerei und Skulpturen des 12. bis 20. Jahrhunderts und
Tapisserien und Goldschmiedearbeiten auch über umfangreiche
Glasmalerei-Bestände vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Eine
Antikensammlung mit dem Hauptthema der attischen Vasenmalerei sowie ein
10.000 Handzeichnungen, Aquarelle und Grafiken umfassendes
Kupferstichkabinett mit Meisterwerken unter anderem von Albrecht Dürer,
Rembrandt und Francisco de Goya bis hin zu zeitgenössischen Künstlern
runden das Angebot ab.
Das Ludwig Forum für Internationale Kunst befindet sich in der
ehemaligen Schirmfabrik Emil Bauer in der Jülicher Straße. Das im
Bauhaus-Stil vom Aachener Architekten Josef Bachmann entworfene Gebäude
wurde 1928 erbaut und im Jahr 1988 von der Stadt Aachen komplett
entkernt und umgebaut. Die Basis des 1991 eröffneten Museum bildet die
Sammlung moderner Kunst des Ehepaars Irene und Peter Ludwig. Weiterhin
bietet das Museum wechselnde Ausstellungen angewandter Kunst, eine
Bibliothek für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, eine
Restaurierungswerkstatt und den Skulpturenpark in Außenbereich. Der
Verein der Freunde des Ludwig Forums verleiht alle zwei Jahre gemeinsam
mit der Stadt Aachen den Kunstpreis Aachen.
Das Couven-Museum im Haus Monheim am Hühnermarkt beinhaltet eine
bemerkenswerte Möbelsammlung aus Rokoko, frühem Klassizismus,
napoleonischem Empirestil und Biedermeier. Das Haus selbst wurde 1662
erbaut und im Jahr 1786 im Auftrag des Apothekers und Aachener
Bürgermeisters Andreas Monheim von Jakob Couven, dem Sohn des berühmten
Baumeisters Johann Josef Couven, im Rokokostil umgebaut.
Im „Großen Haus von Aachen“ in der Pontstraße, einem der wenigen
erhaltenen Aachener Bürgerhäuser aus gotischer Zeit, residiert das
Internationale Zeitungsmuseum. Es befasst sich mit der internationalen
Pressegeschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert.
Weitere Museen sind das Computermuseum der RWTH Aachen, das
Reiff-Museum der RWTH, das Zollmuseum Friedrichs in Aachen-Horbach, die
Sammlung zeitgenössischer Kunst in der ehemaligen Reichsabtei in
Kornelimünster sowie das Fernmeldemuseum.
Im Jahre 2003 gründete der Künstler Günther Beckers das erste
Künstlermuseum der Stadt. Dieses wurde 2006 in Kooperation mit René
Böll zum Künstlermuseum Beckers ° Böll in Aachen und Köln.
Theater
Theater
1822 wurde mit dem Bau des Theaters nach Plänen von Johann Peter Cremer
begonnen. Das Theater wurde 1825 eröffnet. Das bekannteste und größte
Theater in Aachen ist das – so früher genannte – Stadttheater mit
Großem Haus, Kammerspielen und Mörgens, in dem Opern, Operetten,
Schauspiel, Musicals, Ballett, Konzerte und Lesungen stattfinden. Am
Aachener Theater war u. a. von 1935 bis 1942 Herbert von Karajan
Generalmusikdirektor. Seit August 2005 ist Michael Schmitz-Aufterbeck
der Generalintendant der Aachener Bühnen. Marcus R. Bosch ist seit 2002
Generalmusikdirektor von Aachen. Aachen verfügt auch über das
Grenzlandtheater, das von der Grenzlandtheater Aachen des Kreises
Aachen GmbH betrieben wird, das DAS-DA-Theater, die Aachener
Stadtpuppenbühne „Öcher Schängchen“ (gegr. 1921), mehrere kleine
Theater, wie das Theater K., Theater 99, Theater Brand, Bühne 78 und
weitere, sowie verschiedene Kleinkunstbühnen, Kabarett und freie
Theatergruppen (Blackout-Theater, Poetischer Anfall,, „K(l)EINE KUNST“,
Fliegender Wechsel – Improvisationstheater und weitere). Mundartbühnen
der Stadt sind die „Alt-Aachener Bühne“ und das „Aachener
Heimattheater“.
Haus für Musik
Seit einigen Jahren ist in Aachen das Haus für Musik geplant. Der Bau
des Haus für Musik wird durch den Förderverein Haus für Musik e. V. und
freiwillige Spender unterstützt. Das innovative Betriebskonzept des
Haus für Musik setzt auf einen Mix aus Vermietungen,
Eigenveranstaltungen und internationalen Musikfestivals. Geplant ist
der Bau an der Monheimsallee, in direkter Nähe zum Hotel Quellenhof,
Eurogress und Spielcasino.
Musik
Neben vielen international bekannten Chören, wie dem Jungen Chor
Aachen, der Carmina Mundi oder dem Aachener Bachverein, im Besonderen
sicherlich dem Aachener Domchor, ist in der Stadt auch das
Sinfonieorchester Aachen beheimatet. Ebenso hat Aachen ein
Jugendsinfonieorchester. Die Studenten musizieren im Chor oder
Orchester des Collegium Musicum der RWTH Aachen oder im Aachener
Studentenorchester.
Das Musikspektrum in Aachen reduziert sich nicht allein auf klassische
Musik. Das Gesangsensemble einKlang z. B. steht für moderne
Arrangements im A-Capella-Bereich und für die Interpretation von
Gospelmusik. Im Jazz haben sich die Aachen Big-Band, die Big-Band der
Sparkasse Aachen sowie die Bigband der RWTH Aachen etabliert.
Weitere Einrichtungen
Eine Aachener Postkartenansicht: Et Bahkauv
* Kinos: Nach dem Zweiten Weltkrieg galt Aachen viele Jahre als Stadt
mit den meisten Kinos Deutschlands, die über das gesamte Stadtgebiet
verteilt waren. Aufgrund der Verbreitung des Fernsehens wurden im Laufe
der Jahrzehnte viele Kinos geschlossen und auch umgebaut oder gar
abgerissen. Die meisten heutigen Kinos in Aachen sind moderne Säle –
historische Säle sind (bis auf eine Ausnahme) heute nicht mehr zu
finden.
Heute (Stand: März 2006) gibt es in Aachen 18 Säle an 4 Spielstätten.
Außerdem gibt es regelmäßige Freiluft-Filmvorführungen an verschiedenen
Stellen der Stadt und mit dem Filmstudio ein studentisches Kinoprojekt
an der RWTH mit wöchentlichen Filmvorführungen. Zu einer kuriosen
Situation kam es im Frühsommer 2004, als der UFA-Palast in der
Innenstadt seinen Spielbetrieb ohne große Vorankündigung aufgab.
Zunächst gab es in der Stadt Aachen kein Kino, welches aktuelle
Spielfilme zeigte. Allerdings nahmen einige Programmkinos kurzfristig
populäre Spielfilme in ihr Programm auf. Auch gab und gibt es in der
näheren Umgebung von Aachen genug Multiplex-Kinos.
Das gegenüber vom Stadttheater befindliche ehemalige Kino Elysée
beherbergt heute eine Gastronomie und Diskothek. Das aus dem Jahr 1950
stammende UFA-Kino Gloria-Palast wurde nach Aufgabe und Leerstand als
Gemüseverkaufsstand genutzt und im Jahr 2008 für den Neubau der
Kaiserplatz-Galerie komplett abgerissen.[24]
* Eurogress: Internationales Veranstaltungs- und Kongresszentrum, direkt am Stadtpark gelegen.
* Altes Kurhaus im Stadtzentrum mit Klangbrücke und Ballsaal: Konzerte, Ausstellungen, etc.
* Kulturzentrum Barockfabrik
* Kulturzentrum Bleiberger Fabrik
* Musikschule der Stadt Aachen
* Öffentliche Bibliothek der Stadt Aachen mit großer Zentralbibliothek
sowie mehreren Ortsteilbüchereien und Bücherbus Fabian. Die Bestände
sind über einen Onlinekatalog recherchierbar.
* In der denkmalgeschützten Sternwarte am Hangeweiher werden regelmäßig
Führungen und öffentliche Himmelsbeobachtungen durchgeführt.
* Deutsch-Französisches Kulturinstitut * Minigolf: Es gibt in Aachen
mehrere Minigolfplätze: im Stadtpark, am Gut Entenpfuhl im Aachener
Wald, am Hotel Buschhausen sowie im Freizeitgelände Walheim.
* Zukunftswerkstatt: In Aachen haben Bürgerbeteiligungs-Prozesse in der
Stadtplanung mit Hilfe von Zukunftswerkstätten Tradition. So wurden
1995–96 im Rahmen eines nordrhein-westfälischen Landesprogramms vom
städtischen Umweltamt Zukunftswerkstätten zur „Ökologischen Stadt der
Zukunft“ beauftragt und im August 2005 vom städtischen Planungsamt die
Zukunftswerkstatt Frankenberger Viertel plus begonnen.
Sportstätten
Carolus Thermen
Die Stadt Aachen verfügt über fünf Schwimmhallen, wobei die
Elisabethhalle besonders zu erwähnen ist, da sie direkt im Stadtzentrum
liegt und beide Becken in weitgehend erhaltener Jugendstilarchitektur
gebaut worden sind. Als weitere Einrichtung zum Schwimmen dient das
Freibad Hangeweiher, direkt neben dem gleichnamigen See, dessen
Freibadsaison jeweils vom 1. Mai bis zum letzten Sonntag vor dem 16.
September geht. Als besondere Einrichtung gelten die Carolus Thermen in
Aachen mit großem Wellness-Bereich und Mineral-Thermalwasser aus der
Rosenquelle (47 °C).
Im Stadtbereich Aachen findet man auch zahlreiche Sportplätze und
Sporthallen verschiedener Art vor, die sich für diverse Sportarten
eignen. Dazu gehören auch eine Eislaufhalle und die
Tivoli-Kletterhalle. Das Tivoli-Stadion ist das Aachener
Fußballstadion. Es gibt drei weitere Stadien in Aachen, das
Waldstadion, das Ludwig-Kuhnen-Stadion und das Reitstadion des
Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), in dem jährlich das
CHIO-Turnier ausgetragen wird.
Sport
Aachener Sportvereine sind in verschiedensten Sportarten erfolgreich.
Im Fußball ist vor allem Alemannia Aachen zu nennen, die in der Saison
2006/07 nach 36 Jahren zum ersten Mal wieder in der 1. Bundesliga
spielte, jedoch nach einem Jahr wieder abstieg. Das Tivoli-Stadion mit
einem Fassungsvermögen von 21.632 Zuschauern befindet sich an der
Krefelder Straße. Davon sind 3.632 überdachte Sitzplätze und 5.800
überdachte Stehplätze. Zur Zeit entsteht in der unmittelbaren Nähe das
neue Tivoli-Stadion, dessen Fertigstellung für den Sommer 2009
vorgesehen ist.
Die zweite Mannschaft der Alemannia spielt derzeit in der NRW-Liga. Die
erste Mannschaft der DJK Westwacht 08 Aachen spielt in der Landesliga 2
des Fußballverbandes Mittelrhein. Heimstätte des Vereins ist das
Stadion West am Neuenhofer Weg.
Des Weiteren ist der DJK-BTB Aachen (Burtscheider Turnerbund) im
Handball in der Regionalliga West (WHV) aktiv. Daneben existieren viele
weitere Vereine in fast allen darunter liegenden Ligen.
Im Boxen hat der Verein MTK Boxen Aachen im Jahre 2006 zwei deutsche
Meister, einen deutschen Vizemeister, fünf NRW und fünf
Mittelrheinmeister aus seinen Reihen geformt. Der Verein wurde für die
beste Nachwuchsarbeit des Bezirks Aachen 2006 ausgezeichnet.
Klettervereine als solche gibt es nicht, wer Anschluss sucht, mag sich
an den DAV, Sektion Aachen wenden, den Hobbyclub vom Tivoli-Rock oder
die Klettergruppe der RWTH Aachen.
In Aachen selbst gibt es auch vier große Leichtathletik-Vereine:
Alemannia Aachen, die Aachener Turngemeinde, DJK Frankenberg Aachen
sowie den DLC Aachen. Der bekannteste Leichtathlet der letzten Jahre
ist Jens Dautzenberg (Alemannia Aachen, mehrfacher Deutscher Meister
über 400 m).
CHIO-Platz in Aachen (2004)
Aachen ist bekannt für große Reitsport-Veranstaltungen. Hier findet
jährlich der CHIO, das weltgrößte Turnier für Springreiten, Dressur und
Wagenfahren, statt. Veranstalter ist der Aachen-Laurensberger
Rennverein (ALRV). 2006 fanden die Weltreiterspiele (World Equestrian
Games) in Aachen statt. Das Stadion in der Soers fasst über 50.000
Zuschauer.
Mit dem Tanzverein TSC Schwarz-Gelb Aachen stellte Aachen dreimal in
Folge – 1996, 1997 und 1998 – den Weltmeister im lateinamerikanischen
Formationstanz. Weitere wichtige Tanzsportvereine Aachens sind der TSC
Grün-Weiß Aquisgrana als größter Verein (auch mit einer
Standardformation in der Regionalliga), sowie der Aachener TSC
Blau-Silber und das TSZ Aachen mit dem Schwerpunkt lateinamerikanischen
Formationstanzens (beide 2. Bundesliga).
Im Tennis spielt der TC Kurhaus Aachen seit 2004 in der Bundesliga und
wurde 2005 Deutscher Vizemeister. Auch im Lacrosse gewann die 1.
Herrenmannschaft des F.C. Inde Hahn 2006 die deutsche Meisterschaft.
Im Basketball ist die erste Herrenmannschaft der SG Aachen im Jahr 2006
in die 2. Regionalliga aufgestiegen. Die letzten großen Erfolge einer
Aachener Basketball-Abteilung waren die Gewinne der deutschen
Basketballmeisterschaft durch Alemannia Aachen in den Jahren 1963 und
1964. In der Basketballjugend hat sich der Brander TV seit Gründung
seiner Basketballabteilung 1996 einen guten Namen gemacht und sich
unter die ersten 30 von mehr als 290 Basketballvereinen in NRW
geschoben. Von der U12 bis zur U18M sind alle Altersklassen in der
Jugendregionalliga vertreten.
Ebenso ist die erste Herrenmannschaft des Rugby Club Aachen im Jahr
2006 in die 2. Bundesliga aufgestiegen, im Hockey spielt die erste
Herrenmannschaft des Aachener Hockey- und Tennis-Clubs seit 2002 in der
Regionalliga.
Der Aachener SV von 1856 ist der älteste Schachverein im Aachener
Schachverband und spielt mit seiner 1. Mannschaft in der NRW-Oberliga
(dritthöchste deutsche Spielklasse). In Aachen sind noch sieben weitere
Schachvereine ansässig.
Weitere international erfolgreiche Aachener Sportvereine sind die
Aachener Schwimmvereinigung 06 im Schwimmen, der SV Neptun Aachen 1910
im Kunst- und Turmspringen, der Burtscheider Turnverein im
Trampolinturnen, der Allgemeine Turnverein Aachen im Rhönradturnen und
der Aachener Hockey Club im Feldhockey.
Weitere sportliche Ereignisse
Startschuss beim Lauf 2006
Seit mehr als 20 Jahren findet jedes Jahr im Juli der 5555 Meter lange
Lousberglauf mit mehr als 2000 Teilnehmern statt, der um den Lousberg
herumführt mit einer Höhenamplitude von etwa 75 m. Ein weiterer Lauf
ist der 18 km lange ATG Winterlauf der Aachener Turngemeinde, der immer
am dritten Sonntag im Dezember stattfindet. Mit über 2000 Läufern ist
er einer der größten Volksläufe in der Region.
Zwischen Dom und Rathaus auf dem Katschhof in Aachen findet das
Domspringen, ein Stabhochsprung-Wettbewerb, seit 2005 jedes Jahr statt.
Jährlich finden an mehreren Abenden über den ganzen Sommer verteilt
Skatenights statt, an denen Skater, Rollschuhfahrer etc. auf
abgesperrten Straßen durch die ganze Stadt Aachen und die nähere
Umgebung fahren. Ebenfalls einmal jährlich, im Dezember, findet in
Aachen das bekannte Unicup-Eishockeyturnier zwischen den
RWTH-Fakultäten Maschinenbau, Elektrotechnik und Medizin statt. Eher in
den Bereich Fun-Sport gehört das jährliche Seifenkistenrennen zwischen
der RWTH Aachen und der FH Aachen. Seit 2002 wird die Internationale
Aachener Stadtmeisterschaft im Boxen ausgetragen. Dieses Turnier, das
jedes Jahr im Dezember im Josefshaus stattfindet und ein boxerisches
Großereignis ist, wird vom MTK Boxen Aachen organisiert und
veranstaltet. Seit 2005 wird jedes Jahr im Juni der Alemannen-Cup, ein
Badmintonturnier der Badmintonabteilung der Alemannia Aachen
veranstaltet.
Regelmäßige Großereignisse
Bill Clinton erhielt den Karlspreis im Jahre 2000 von OB Jürgen Linden
Zwei große Ordensverleihungen gibt es jährlich in Aachen: Der
Internationale Karlspreis zu Aachen wird an Christi Himmelfahrt für
besondere Verdienste um die Europäische Einigung vergeben. Am
Antikriegstag werden Persönlichkeiten, die von „unten her“ dazu
beigetragen haben, die Verständigung der Völker und der Menschen
untereinander zu verbessern, mit dem Aachener Friedenspreis
ausgezeichnet.
Wie üblich im Rheinland ist natürlich auch der Aachener Karneval ein
Großereignis. Dazu gehört der Kinderzug am Karnevalssonntag, der
Rosenmontagszug und das wilde Treiben der Damen am Fettdonnerstag.
Hervorzuheben ist auch der Orden wider den tierischen Ernst, der sich
durchaus als anerkannter Kulturpreis bezeichnen lässt. Er wird an
Personen, meist Politiker, vergeben, die sich durch besonderen „Humor
im Amt“ ausgezeichnet haben.
Bereits im Jahr 1413 wurde der Öcher Bend, die Aachener Kirmes, das
erste Mal erwähnt. Damals noch in der Innenstadt, wird seit 1927 der
Bendplatz nahe dem Westbahnhof zweimal jährlich (im Frühjahr und im
Sommer) zum Rummelplatz umfunktioniert.
Der Aachener Weihnachtsmarkt findet in der Adventszeit rund um Dom und
Rathaus statt und gilt als einer der drei größten und schönsten
Weihnachtsmärkte Deutschlands. 50.000 Menschen besuchen den
Weihnachtsmarkt täglich, 1.5 Mio. jährlich.
Im Frühjahr öffnet alljährlich die Euregio-Wirtschaftsschau ihre Tore.
Dabei handelt es sich um eine renommierte Endverbrauchermesse, welche
sich über zehn Tage erstreckt. Sie fand erstmals fand 1986 statt und
wuchs in jedem Jahr. Die umgangssprachlich EUREGIO genannte
Veranstaltung wartet mit Themen wie Schöner Wohnen, Haus und Garten,
Mode und Schönheit etc. sowie jährlich neuen Sonderthemen auf.
Über das Jahr verteilt finden zahlreiche Märkte in Aachen statt. Am
bekanntesten sind der Europamarkt der Kunsthandwerker in der Innenstadt
und der Historische Jahrmarkt in Aachen-Kornelimünster.
Auch an Musikfestivals wird einiges geboten: Im Rahmen des Aachener
Kultursommers spielten bis 2006 renommierte Musiker aus Rock, Pop, Jazz
und Klassik auf dem Katschhof zwischen Dom und Rathaus. An einem
Samstag im Frühling fand das Jazz-Festival Lust auf Jazz statt. Dabei
treten zahlreiche Jazz-Bands auf verschiedenen Bühnen auf oder
marschierten durch die Innenstadt. Beide Veranstaltungen wurden 2007
unter dem Titel Aachen September Special zusammengelegt. Alljährlich
finden zudem im November die Aachener Bachtage, ausgerichtet vom
Aachener Bachverein, statt.
Über das Jahr verteilt bieten verschiedene Institutionen einen Tag der
offenen Tür. Dazu gehört der Tag des offenen Denkmals, der Tag der
Architektur, die Lange Nacht der Museen, die Aachener lange Nacht der
Kirchen und der Aachener Theatertag. Die RWTH bietet außerdem die
Wissenschaftsnacht und den Dies academicus.
Jeweils Mitte November findet an der RWTH eine Vorführung des Films Die
Feuerzangenbowle statt, nicht nur für Studenten und mit insgesamt ca.
6000 Zuschauern. Anschließend gibt es diverse öffentliche und private
Feste, wo Feuerzangenbowle serviert wird.
Aus literarischer Sicht erwähnenswert sind die Aachener Literaturtage,
die Aachener Kinder- und Jugendbuchwochen und die von der Stadt ideell
und finanziell unterstützte Vergabe des
Walter-Hasenclever-Literaturpreises.
Seit 2003 findet jährlich das Tanzsportwochenende Tanzen im
Dreiländereck, auch Tanzen im 3LE genannt, statt. Es ist eine
grenzübergreifende Großveranstaltung, die ursprünglich als
Gemeinschaftsveranstaltung von den vier Aachener Tanzsportclubs
initiiert wurde. Sie bietet an zwei Tagen Tanzsportturniere in allen
Klassen und eine große Abendveranstaltung. Seit 2006 finden die
Turniere auch als offizielle Turniere des niederländischen
Tanzsportverbandes NADB statt. Ab 2007 wird der belgische
Tanzsportverband BDSF mit zu den Veranstaltern gehören.
Jüdische Kulturtage im Rheinland heißt ein Großprogramm mit sehr
unterschiedlichen Kultursparten, an dem die Stadt sich 2002 und 2007
(März) beteiligte. Im Vordergrund steht die Begegnung zwischen
jüdischen und nicht-jüdischen Lebenswelten.
Kulinarische Spezialitäten
Öcher Printe
Die lukullische Spezialität Aachens ist die Printe, ein Lebkuchengebäck
mit vielen aromatischen Gewürzen, häufig mit Schokolade überzogen und
reich dekoriert. Außer zwischen den verschiedenen Sorten (wie
Schokoladenprinten, Honigprinten, Prinzessprinten oder Kräuterprinten)
ist grundsätzlich zwischen Hart- und Weichprinten zu unterscheiden.
Alle Printensorten sind (je nach Hersteller und Auswahl) als Hart- und
Weichprinten beziehungsweise in Zwischenstufen erhältlich. Die
Süßwarenhersteller Lambertz, Lindt und Bahlsen haben einen Werksverkauf
in Aachen, wobei Bahlsen allerdings keine Produktionsstätte vor Ort hat.
Zu Ostern wird in Aachen traditionell der Poschweck gegessen, ein
Hefegebäck mit Rosinen, Mandeln, Nüssen, Zitronat und Orangeat.
Weiterhin hervorzuheben ist das nach Angaben der Aachener Nachrichten
in Aachen erfundene Streuselbrötchen, ein Weichbrötchen mit
Butterflocken, das außerhalb von Aachen kaum bekannt ist.
Öcher Lager: Bis in die jüngste Zeit wurde in Aachen ein obergäriges
Bier gebraut, das dem Kölner Kölsch verwandt ist. Hierzu gehörte unter
anderem die 1989 geschlossene Brauerei Degraa, an die noch einige
Brauhäuser erinnern.
Herzhafte Spezialitäten sind der Rheinische Sauerbraten und der so
genannte Öcher Kaviar: Puttes. Die Blutwurst gibt es gebraten mit
Kartoffelpüree und „Kompes“ (Sauerkraut) oder geräuchert mit Senf zum
Brot.
Auch das sogenannte „Morre-Jemöß“ (Kartoffeln mit Möhren und Zwiebeln
untereinander gekocht) erfreut sich großer Beliebtheit. Dazu gibt es
Rippchen oder Bratwurst mit Senf.
Aachen und die EuRegionale 2008
Die vielfältigen Bezüge der Europastadt Aachen zur europäischen
Geschichte und zum europäischen Einigungsprozess (Karl der Große,
Krönungsstadt Aachen, Aachener Karlspreis) sollten als Beitrag der
Stadt Aachen zur EuRegionale 2008 in einem neu zu errichtenden
europäischen Kultur- und Begegnungszentrum (Bauhaus Europa genannt)
inmitten der Stadt zwischen Dom und Rathaus im Bereich der ehemaligen
Kaiserpfalz Karls des Großen dokumentiert werden. Das Bauhaus sollte an
die Stelle des alten und sanierungsbedürftigen Stadtverwaltungsgebäudes
aus den fünfziger Jahren gebaut werden. Hier sollten u. a.
Ausstellungen zur Geschichte Europas, Foren, Diskussionen und sonstige
Veranstaltungen zur Zukunft Europas das Nachdenken über die künftige
Entwicklung anregen.
Die Baukosten beliefen sich gemäß Voranschlag auf maximal 31 Millionen
Euro. Davon sollten 21 Millionen aus Fördermitteln des Landes NRW
gedeckt werden. Namentlich nie näher genannte örtliche Sponsoren
erklärten sich bereit, finanzielle Mittel in Höhe von 5,5 Millionen
Euro zur Verfügung zu stellen. Der Restbetrag sollte von der Stadt
Aachen getragen werden. Die geschätzten jährlichen Betriebskosten in
der Folge betrugen etwa 2,1 Millionen Euro, die ebenfalls von der Stadt
Aachen zu tragen gewesen wären.[25]
Das Projekt traf bei vielen Bürgern auf Widerstand: Vor allem die
ungesicherte Finanzierung, hier besonders die o.g. Betriebskosten als
Belastung für den Haushalt der Stadt, und die wenig konkreten
Verwendungsvorschläge eines solchen Gebäudes haben dazu geführt, dass
nach einem vom Stadtrat überstimmten Bürgerbegehren am 10. Dezember
2006 die Aachener Wahlberechtigten in einem Bürgerentscheid über die
Fortführung des Projektes abstimmen konnten. Mit 56.532 Stimmen
übertraf das Ergebnis die erforderliche Mindeststimmenzahl von 36.939
und ersetzt somit den Ratsbeschluss vom 16. August 2006. Die
Wahlbeteiligung lag bei 38,5 Prozent.[26] Damit war das Projekt Bauhaus
Europa gescheitert.
Eine Alternative als Beitrag der Stadt Aachen zur EuRegionale
2008[27][28] ist die Route Charlemagne[29], ein Entwurf der
Maastrichter Agentur maurer united, in dem 16 kulturhistorische Stätten
miteinander verbunden werden. Es ist jedoch schon jetzt abzusehen, dass
ein Großteil der Vorschläge nicht realisiert werden kann.
Beispielsweise war als zentraler Anlaufpunkt eine
Unterwasserpräsentation der Route auf dem Katschhof in einem großen
Brunnen geplant. Auch die Umgestaltung des Rathauses als europäisches
Klassenzimmer, in dem Schüler mehr über die europäische Geschichte
lernen sollen, wird nicht verwirklicht. Ob ein Ausstellungsraum in der
für eine Entweihung vorgesehenen Kirche St. Paul eingerichtet wird, ist
ebenfalls noch fraglich, da eine dort vorgesehene Präsentation der
Werte Karls des Großen auf große Kritik gestoßen ist.
Im Zuge der Projektentwicklung priorisierte der Rat der Stadt Aachen
daher sieben der geplanten Stationen der Route Charlemagne. Dabei
handelt es sich um historische Gebäude und Orte der Innenstadt, an
denen dezentrale Ausstellungen die Entwicklung Aachens im Spiegel der
Entwicklung der europäischen Stadt zeigen werden. Hierbei spielen die
Themen Geschichte, Europa und Wissenschaft eine verbindende Rolle.
Kultur-, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Perspektiven sind mit
einer Reflexion aktueller Entwicklungen sowie mit Zukunftsszenarien
verbunden und ein ambitioniertes Ausstellungs- und Guidesystem soll
historische Stadt erkennbar machen. Das begleitende internationale
Kunstfestival across the borders existiert seit Mai 2008. Die
Realisierung der ersten Stationen soll 2009 erfolgen.
Persönlichkeiten
Die Stadt Aachen hat im Laufe der Geschichte 17 Personen zu
Ehrenbürgern ernannt, diese finden sich in der Liste der Ehrenbürger
von Aachen[30].
Berühmte Persönlichkeiten aus Aachen sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Aachen zu finden.
Literatur
* Michael Römling: Aachen – Geschichte einer Stadt. Tertulla-Verlag, Soest 2007.
* Heinrich Silbergleit: Preußens Städte. Denkschrift zum 100-jährigen
Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Herausgegeben im
Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages. Heymanns, Berlin
1908
* Erich Keyser (Hrsg.): Rheinisches Städtebuch. Band III. 3. Teilband
aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrage
der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit
Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und
des Deutschen Gemeindetages. Kohlhammer, Stuttgart 1956
* Michael Schmitt: Stadtmappe Aachen. in: Deutscher Städteatlas. Band:
IV, 1. Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis
Historicorum Internationalis – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für
vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der
Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried
Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Dortmund-Altenbeken 1989,
ISBN 3-89115-031-8
* Michael Nießen: Die Aachener Friedensgerichte in französischer und
preußischer Zeit. (Diss.), Aachen 1991, ISBN 3-87519-118-8
* Elmar Gasten: Aachen in der Zeit der nationalsozialistischen
Herrschaft 1933–1944. Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien
1993 [Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre
Hilfswissenschaften, Band 541]. Zugleich: Köln, Univ., Dissertation
1990, ISBN 978-3-631-45697-2
* Herbert Lepper: Von der Emanzipation zum Holocaust. Die Israelitische
Synagogengemeinde zu Aachen 1801–1942. 2 Bände. Mayersche, Aachen 1994,
ISBN 3-87519-129-3
* Harry Seipolt: Zwangssterilisation und NS-„Euthanasie“ in der Region
Aachen. Alano Herodot, Aachen 1995, ISBN 978-3-89399-217-1
* Artikel „Aachen“. In: Ulrike Puvogel/Martin Stankowski: Gedenkstätten
für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation.
Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, Band I: 2.
Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, S. 488–490,
ISBN 3-89331-208-0
* Thomas R. Kraus: Europa sieht den Tag leuchten. Der Aachener Friede
von 1748. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1998, ISBN 3-87707-524-X
* Gerhard Curdes: Die Entwicklung des Aachener Stadtraumes – Der
Einfluss von Leitbildern und Innovationen auf die Form der Stadt.
Dortmunder Vertrieb für Bau- und Planungsliteratur. Dortmund 1999, ISBN
3-929797-37-2
* Marc Engels (Bearb.): Zwangsarbeit in der Stadt Aachen.
Ausländereinsatz in einer westdeutschen Grenzstadt während des Zweiten
Weltkrieges. Mayersche, Aachen 2002, ISBN 978-3-87519-200-1
* Johanna Kamermans: Euregio Carolus Magnus – Grenzen in Fluss. Mainz Verlag, Aachen 2004, ISBN 3-86130-391-4
* Achim Walder: Sehenswertes in Aachen, der Euregio und Nordeifel,
Schwerpunkt Kultur, Historik, Landschaft der Region, Walder Verlag,
2005, ISBN 3-936575-19-3
* Albert Huyskens: Aachener Heimatgeschichte. Im Auftrage der Stadt
Aachen und des Landkreises Aachen in Gemeinschaft mit zahlreichen
Fachleuten herausgegeben von Albert Huyskens. La Ruelle’sche
Accidenzdruckerei, Aachen 1924.
* Erich Stephany: Aachen, mit Aufnahmen von Mich
Copyright Wikipedia