Augsburg
Augsburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Augsburg
Markierung
Deutschlandkarte, Position der Stadt Augsburg hervorgehoben
48.37166666666710.898333333333494Koordinaten: 48° 22' N, 10° 54' O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 494 m ü. NN
Fläche: 146,9 km²
Einwohner: 262.992 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1790 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 86150–86199
Vorwahl: 0821
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 61 000
LOCODE: DE AGB
NUTS: DE271
Stadtgliederung: 41 Stadtbezirke
17 Planungsräume
Adresse der Stadtverwaltung: Maximilianstraße 4
86150 Augsburg
Webpräsenz:
www.augsburg.de
Oberbürgermeister: Kurt Gribl (CSU)
Das Augsburger Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt
Perlachturm (Stadtturm) mit St. Peter am Rathausplatz
Perlachturm und Rathaus
Augsburg ist eine kreisfreie Großstadt im Südwesten Bayerns. Die
Universitätsstadt ist Sitz der Regierung von Schwaben sowie Sitz des
Bezirks Schwaben und des Landratsamtes Augsburg. 1906 wurde Augsburg zur
Großstadt und ist heute mit über 264.000 Einwohnern nach München und
Nürnberg die drittgrößte Stadt in Bayern.
Der Name der Stadt geht auf die römische Provinzhauptstadt Augusta
Vindelicorum zurück, die 15 v. Chr. unter dem römischen Kaiser Augustus
als Castra gegründet wurde. Damit gehört die „Fuggerstadt“ zu den
ältesten Städten Deutschlands.
Der Ballungsraum Augsburg steht bezüglich Bevölkerung und
Wirtschaftskraft in Bayern an dritter Stelle und ist Teil der
übergeordneten Planungsregion Augsburg, in der etwa 830.000 Menschen
leben. Nächstgelegene Großstädte sind München (60 km südöstlich),
Stuttgart (160 km nordwestlich), Nürnberg (140 km nördlich), Ingolstadt
(70 km nordöstlich) und Ulm (70 km westlich).
Inhaltsverzeichnis
* 1 Geografie
o 1.1 Nachbargemeinden
o 1.2 Stadtgliederung
o 1.3 Gewässer
o 1.4 Natur und Umwelt
o 1.5 Klima
* 2 Bevölkerung
o 2.1 Einwohnerentwicklung
o 2.2 Demographie
o 2.3 Religionen
+ 2.3.1 Christentum
+ 2.3.2 Islam
+ 2.3.3 Judentum
+ 2.3.4 Buddhismus
* 3 Geschichte
o 3.1 Antike
o 3.2 Mittelalter
o 3.3 Neuzeit
+ 3.3.1 Reformationszeit
+ 3.3.2 18. Jahrhundert
o 3.4 Moderne
+ 3.4.1 Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
+ 3.4.2 Bundesrepublik Deutschland
o 3.5 Städtische Legenden
+ 3.5.1 Stadtgöttin Cisa
+ 3.5.2 Der Stoinerne Ma
+ 3.5.3 Die sieben Kindeln
o 3.6 Eingemeindungen
o 3.7 Namensherkunft
* 4 Politik
o 4.1 Stadtverwaltung
o 4.2 Stadtrat
o 4.3 Bundestagsabgeordnete
o 4.4 Wappen
o 4.5 Städtepartnerschaften
o 4.6 Patenschaften
* 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
o 5.1 Sehenswürdigkeiten
o 5.2 Museen und Galerien
o 5.3 Theater und Bühnen
o 5.4 Kinos
o 5.5 Musik
+ 5.5.1 Bands und Interpreten
+ 5.5.2 Chöre
+ 5.5.3 Orchester
o 5.6 Kulturelle Veranstaltungen
o 5.7 Sonstige Veranstaltungen
o 5.8 Nachtleben
o 5.9 Kulinarische Spezialitäten
o 5.10 Der Augsburger Dialekt
* 6 Sport und Freizeit
o 6.1 Sportvereine
o 6.2 Sportveranstaltungen
o 6.3 Freizeit- und Sportanlagen
o 6.4 Grünanlagen und Parks
* 7 Wirtschaft und Infrastruktur
o 7.1 Verkehr
+ 7.1.1 Straßenverkehr
+ 7.1.2 Öffentlicher Personennahverkehr
+ 7.1.3 Schienenverkehr
+ 7.1.4 Luftverkehr
o 7.2 Wirtschaft
+ 7.2.1 Großunternehmen
+ 7.2.2 Traditionsunternehmen
+ 7.2.3 Weitere wichtige Unternehmen
o 7.3 Messen und Kongresse
o 7.4 Medien
+ 7.4.1 Zeitungen
+ 7.4.2 Hörfunk
+ 7.4.3 Fernsehen
o 7.5 Öffentliche Einrichtungen
o 7.6 Gesundheitswesen
o 7.7 Friedhöfe
* 8 Bildung und Forschung
o 8.1 Hochschulen
+ 8.1.1 Universität Augsburg
+ 8.1.2 Hochschule Augsburg
+ 8.1.3 Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg
o 8.2 Allgemeinbildende Schulen
+ 8.2.1 Volks-, Förder- und Gesamtschulen
+ 8.2.2 Realschulen
+ 8.2.3 Gymnasien
+ 8.2.4 Fachober- und Berufsoberschulen
o 8.3 Berufsbildende Schulen und Akademien
o 8.4 Sonstige Schulen
o 8.5 Forschung
o 8.6 Bibliotheken
o 8.7 Archive
o 8.8 Sonstige Dokumentationsstellen
* 9 Persönlichkeiten
* 10 Zitate und Sprichwörter
* 11 Literatur
* 12 Einzelnachweise
* 13 Siehe auch
* 14 Weblinks
Geografie
Augsburg liegt an den Flüssen Lech und Wertach. Der älteste Teil der
Stadt sowie die südlichen Viertel liegen auf dem nördlichen Ausläufer
einer Hochterrasse, die zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im
Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes entstanden ist.
Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine nacheiszeitliche
Schotterebene zwischen den beiden großen Flüssen Lech und Wertach, in
der sich seltene Urlandschaften erhalten konnten. Der Augsburger
Stadtwald und die Lechtalheiden zählen heute zu den artenreichsten
mitteleuropäischen Lebensräumen.
An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein großes
Waldgebiet. Daneben ist aber auch das Stadtgebiet selbst stark begrünt,
weshalb die Fuggerstadt 1997 den europaweiten Preis als „Grünste und
lebenswerteste Stadt“ erhielt. Die Stadt ist der größte kommunale
Waldbesitzer in Bayern und der drittgrößte in ganz Deutschland.
Nachbargemeinden
Augsburg wird im Osten vom Landkreis Aichach-Friedberg, im Westen vom
Landkreis Augsburg umgeben. Bedingt durch das in Nord-Süd-Richtung sehr
langgestreckte Stadtgebiet grenzen sehr viele Städte und Gemeinden an
Augsburger Flur.
Die Agglomeration bilden dabei im Osten beginnend und dem Uhrzeigersinn
folgend Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn,
Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg), die
allesamt mit ihrem Siedlungskern direkt an die bebaute Fläche Augsburgs
angrenzen.
Daneben grenzen noch die Gemeinden Rehling, Affing, Kissing, Mering und
Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg) sowie Bobingen,
Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg) an die Stadt, wenn
man die Aufzählung im Norden beginnt und wiederum dem Uhrzeigersinn
folgt.
Stadtgliederung
Planungsräume und Stadtbezirke
? Hauptartikel: Liste der Planungsräume und Stadtbezirke von Augsburg
Das Stadtgebiet von Augsburg besteht offiziell aus 42 Stadtbezirken, die
zusammengefasst 17 Planungsräume bilden. Diese Art der Stadtgliederung
besteht seit 1938. Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 147 km², somit
steht sie flächenmäßig auf Platz 39 der deutschen Großstädte (siehe
hierzu: Liste der Großstädte in Deutschland).
Bei den Stadtteilen handelt es sich teilweise um ehemals selbstständige
Gemeinden, die im Laufe diverser Gebietsreformen nach Augsburg
eingegliedert wurden, teilweise aber auch um neue Stadtteile, die als
Wohngebiete gegründet wurden. Einige Stadtteile haben darüber hinaus
räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen.
Einige Viertel sind als geographischer Name ein Begriff, tauchen aber in
der Bezeichnung der Stadtbezirke nicht auf. So ist die Augsburger
Altstadt Teil der heutigen Innenstadt, während das Augsburger
Textilviertel teilweise in Spickel-Herrenbach, teilweise in der
Innenstadt liegt und so ebenfalls nicht bei den Stadtbezirken Erwähnung
findet.
Die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-amerikanischen Armee
(siehe hierzu US-Garnison Augsburg), darunter die Reese-Kaserne, haben
nach dem Abzug der letzten amerikanischen Truppen 1998 ihre von diesen
vergebenen Namen behalten. Im Einzelnen sind dies Centerville,
Cramerton, Reese, Sheridan, Sullivan Heights und Supply-Center.
Ausklappen
Wappen der Stadt Augsburg
Planungsräume Augsburgs
I: Innenstadt | II: Oberhausen | III: Bärenkeller | IV: Firnhaberau | V:
Hammerschmiede | VI: Lechhausen | VII: Kriegshaber | VIII: Pfersee |
IX: Hochfeld | X: Antonsviertel | XI: Spickel-Herrenbach | XII: Hochzoll
| XIII: Haunstetten-Siebenbrunn | XIV: Göggingen | XV: Inningen | XVI:
Bergheim | XVII: Universitätsviertel
Gewässer
Augsburg ist eine Dreiflüssestadt: Der Lech ist das größte fließende
Gewässer und wird durch den Zufluss der Wertach, die nördlich des
Landschaftsschutzgebietes Wolfzahnau einmündet, verbreitert. Der dritte
Augsburger Fluss, die Singold, entspringt im Ostallgäu und mündet in der
Stadt in das weit verzweigte künstliche Bach- und Kanalsystem. Die
unzähligen Kanäle – die meisten von ihnen fließen durch das Lechviertel
in der Altstadt – machen Augsburg zu einer Stadt der Brücken: Mit
insgesamt 500 Brückenbauwerken übertrifft sie sogar Venedig.
Der Lech am Hochablasswehr
Fluss Flusslänge
im Stadtgebiet
Lech 19,9 km
Wertach 13,1 km
Singold 6,2 km
29 Lechkanäle 77,7 km
4 Wertachkanäle 11,6 km
19 Bäche 45,6 km
Länge insgesamt 174,1 km
Der Fabrikkanal, in den die Singold mündet, wird in Göggingen von der
Wertach abgeleitet und fließt als Wertachkanal, Holz- bzw. Senkelbach
nach Norden und gelangt nach der Ballonfabrik Augsburg zurück in die
Wertach.
Am Hochablass werden der Hauptstadtbach und der Neubach vom Lech
abgeleitet, die sich nach wenigen hundert Metern wieder vereinigen, um
kurz flussabwärts in den nach Norden fließenden Herrenbach (flussabwärts
Proviantbach mit seinen Ab- und Zuleitungen Hanreibach und Fichtelbach)
und den nach Westen geleiteten Kaufbach zu gabeln. Der Kaufbach
wiederum speist den Schäfflerbach und die Stadtgräben und
Innenstadtkanäle, die sich nach Norden fließend auf dem Gelände der UPM
Kymmene wieder vereinen und als Stadtbach im westlichen Bereich der
Wolfzahnau wieder mit dem Proviantbach zusammenfließen, um wenige Meter
vor der Wertachmündung in den Lech zu gelangen. Der Mühlbach fließt
durch den Stadtteil Pfersee. Der Brunnenbach, der Reichskanal und der
Lochbach (ein Lechkanal) durchströmen den Stadtwald. Dabei verzweigen
sie sich in weitere kleine Bäche, um sich kurz vor der Innenstadt wieder
zu vereinen.
In dem Waldgebiet, das der Lech durchfließt, befinden sich der Kuhsee
als regionaler Freizeitmagnet und der kleinere Stempflesee. Im Norden
Augsburgs befinden sich der Autobahnsee, der Kaisersee und der
Europaweiher am Augsburger Müllberg. Im Süden von Augsburg befinden sich
der Wertach-Stausee, der Lautersee und der Ilsesee
(Naherholungsgebiet).
Die Naturschutzgebiete im Süden Augsburgs sind die Quelle der Augsburger
Trinkwasserversorgung. Der Augsburger Stadtwald und der Lechauwald bei
Unterbergen sind daher auch als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen. Das
von dort bezogene Wasser mit Härtegrad 13,5 °dH (mittelhart) versorgt
die Städte Augsburg, Neusäß, Friedberg und Stadtbergen.[1]
Natur und Umwelt
Fliegen-Ragwurz in der Schießplatzheide
Augsburg gehört nach den großflächigen Eingemeindungen der 1970er Jahre
mit ungefähr einem Drittel an Grün- und Waldfläche zu den grünsten
Großstädten in Deutschland.
Der Augsburger Stadtwald – mit einer Fläche von etwa 21,5 km² der größte
bayerische Auwald – bildet eine geschlossene Waldfläche im Augsburger
Südosten. Das Gebiet besitzt einen hohen regionalen Stellenwert für den
Naturschutz sowie als Naherholungs- und Freizeitgebiet.
Der Südwesten der Stadt wird von Teilen des Naturparks
Augsburg-Westliche Wälder bedeckt. Dieser insgesamt 1.175 km² große
Naturpark ist der einzige seiner Art in ganz Bayerisch-Schwaben.
Begrenzt wird er im Norden von der Donau, im Osten von den Abhängen zur
Wertach und Schmutter und im Westen von der Mindel. Im Süden dringt er
bis an den Rand des Unterallgäus vor.
Augsburg gilt bundesweit als Modellstadt für umweltfreundliche
Beleuchtung.[2] Durch Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung im Bereich
der öffentlichen Beleuchtung konnte nebenbei der Stromverbrauch und
somit der CO2-Ausstoß um 20% gesenkt werden, was zu einer jährlichen
Ersparnis von 250.000,- Euro führt.[3]
Klima
Die Stadt Augsburg liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten
atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima auf der Ebene des
Lechfeldes in leichter Tallage. Weitere wesentliche wetterbestimmende
Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als
regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter
relativ wechselhaft.
Klimadiagramm von Augsburg
Die Witterungsperioden variieren zwischen gemäßigten, nicht zu kalten
Wintern und warmen, aber nicht übermäßig heißen Sommern. Große
Schneemengen, welche die Vegetation über die Frostperioden hinweg
schützen, fallen meist erst ab Januar und halten sich bis Mitte März.
Größere Niederschlagsmengen sind im Frühsommer zu verzeichnen, wobei
diese größtenteils durch Westwinde herangetragen werden. Längere
Trockenperioden treten im Hochsommer und Frühherbst auf.
Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung sehr
warme und trockene Luftströmungen ins untere Alpenvorland nach Augsburg.
Damit verbunden ist der berühmte bayerisch-blaue Himmel und eine sehr
gute Fernsicht, so dass auch die Bayerischen und Allgäuer Alpen oftmals
sehr deutlich zu sehen sind.
Die Temperatur beträgt im Jahresmittel ca. 8,4 Grad Celsius, die
jährliche Niederschlagsmenge ca. 850 mm. Im Zuge des (In Augsburg
Jahrtausend-)sommers 2003 wurde am 13.8. eine Temperatur von 36,0 Grad C
gemessen, der bisherige absolute Höchstwert seit Beginn der
Temperaturbeobachtungen beträgt 37,1 Grad C vom 27. Juli 1983. Die
niedrigste registrierte Temperatur betrug -28,2 Grad C, gemessen am 12.
Februar 1929.
Augsburg ist durch seine Lage im gewitterintensivsten Bundesland Bayern
des Öfteren von heftigen Unwettern betroffen, welche zu enormen Lech-
und Wertachhochwassern führen. Die schlimmsten Auswirkungen hatte dies
1999, als ein Stauwehr an der Wertach brach und ganze Stadtteile unter
Wasser standen.
An Herbsttagen ist es in Augsburg sehr häufig neblig, was sich durch die
Lage in der Talebene des Lechs erklären lässt. Daneben nimmt die Stadt
nach München Platz zwei der schneereichsten Großstädte Deutschlands ein.
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
? Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Augsburg
Bevölkerungsentwicklung
Nachdem in Augsburg schon zur Zeit des Römischen Reiches über 12.000
Menschen gelebt hatten[4], wuchs die Einwohnerzahl in den folgenden
Jahrhunderten nur unmerklich an. Um 1500 war sie mit einer Bevölkerung
von etwa 30.000 Menschen nach Köln und mit Prag eine der größten Städte
des Heiligen Römischen Reiches (siehe Liste der größten deutschen
Städte).
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Augsburg
ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1806 etwa 26.000 Menschen
in der Stadt, so waren es 1895 schon über 80.000. 1939 hatte sich diese
Zahl bereits mehr als verdoppelt: Zu dieser Zeit lebten 185.000 Menschen
in Augsburg.
Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt etwa 20 Prozent ihrer Bevölkerung
(38.958 Personen), so dass 1945 146.000 Menschen in Augsburg lebten.
Ihren Vorkriegsstand erreichte die Einwohnerzahl fünf Jahre später,
wobei diese rasche Erholung auch auf eine große Zahl an Flüchtlingen aus
ehemaligen deutschen Gebieten zurückzuführen ist.
Im Jahre 1992 markierte die Bevölkerungszahl von 264.852 den bisherigen
historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche
Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für
Statistik und Datenverarbeitung 262.140 (nur Hauptwohnsitze und nach
Abgleich mit den anderen Landesämtern), wodurch Augsburg auf Platz 25
der größten Städte Deutschlands liegt.
Demographie
Augsburg hatte am 1. Januar 2006 269.449 Einwohner mit Haupt- und
Nebenwohnsitz und 263.804 ohne die Zweitwohnsitze. Im November 2006
waren 14.242 von 138.300 erwerbsfähigen Bürgern der Stadt ohne
Arbeitsplatz, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,3
Prozent.[5] Im Ballungsraum Augsburg, der die direkt angrenzenden
Vorstädte mit einschließt, wohnen knapp 500.000 Menschen.
Der Ausländeranteil ist mit 16,7 % (44.895 Bewohner) im
deutschlandweiten Vergleich der Großstädte eher hoch. Die meisten Bürger
nichtdeutscher Herkunft wohnen in den Planungsräumen Oberhausen,
Spickel-Herrenbach, Hochfeld und Lechhausen und kommen vor allem aus der
Türkei, aus Italien, aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Kroatien.
Einen beachtlichen Anteil machen auch die Aramäer aus. Sie stammen aus
der Türkei, Syrien, Iran, dem Irak und dem Libanon. Die meisten von
ihnen gehören der Syrisch-Orthodoxen Kirche an. In Augsburg leben
außerdem etwa 50.000 Spätaussiedler. Sie sind deutsche Staatsbürger, die
mehrheitlich in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurden.
Zusammengezählt wohnen in Augsburg etwa 90.000 Menschen mit
Migrationshintergrund. Einen guten Überblick bietet der interkulturelle
Stadtplan „In Augsburg ist die Welt zu Hause“.[6]
Die Altersstruktur in Augsburg liegt im bundesdeutschen Durchschnitt,
wobei 16,0 % (43.213 Personen) der Einwohner mit Haupt- und
Nebenwohnsitz unter 18 Jahre alt sind. 52,2 % (140.592 Personen) aller
Einwohner sind weiblichen, 47,8 % (128.857 Personen) männlichen
Geschlechts.[7]
Religionen
Seit 2001 treffen sich regelmäßig Juden, Christen, Muslime und
Buddhisten in Augsburg zum „Runden Tisch der Religionen“. Menschen
verschiedener Glaubensbekenntnisse kommen miteinander über ihre
Religion, über Spiritualität, Rituale und die Glaubenspraxis ins
Gespräch. Neben den christlichen, jüdischen und islamischen Gemeinden,
die zusammen den Großteil des religiösen Lebens in Augsburg ausmachen,
gibt es noch viele kleine Glaubensgemeinschaften verschiedenster Art.
Daneben besteht mit dem Bund für Geistesfreiheit Augsburg seit 1911 auch
eine nichtreligiöse Weltanschauungsgemeinschaft.
Christentum
Blick vom Perlachturm nach Süden auf die Kurze Maximilianstraße. Links
ist das Rathaus, rechts die Kirche St. Moritz und im Hintergrund die
Basilika St. Ulrich und Afra zu sehen.
Augsburg ist Bischofssitz der römisch-katholischen Diözese und Sitz des
evangelischen Kirchenkreises Augsburg. Die meisten Einwohner sind
katholisch, wodurch der 15. August einen Feiertag darstellt. Zusätzlich
besteht – einzigartig in Deutschland – ein eigener gesetzlicher
Feiertag, das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August. Damit hat
Augsburg mehr gesetzliche Feiertage als jede andere Region oder Stadt in
Deutschland.
Augsburg war wohl schon seit dem 4./5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs.
Um 738 wurde das Bistum Augsburg erneuert. Ab 1518 fand die Lehre Martin
Luthers Anhänger in Augsburg. Die Lehre verbreitete sich immer mehr und
führte schließlich zur offiziellen Einführung der Reformation durch den
Rat der Stadt im Jahre 1534/1537. Es folgte anschließend die Teilnahme
der Stadt am Schmalkaldischen Krieg, und 1548 wurde in Augsburg ein
Reichstag abgehalten, der die Ausübung der Religion für eine
Übergangszeit regelte (Augsburger Interim). Sieben Jahre später (1555)
konnte im Augsburger Religionsfrieden die Gleichstellung beider
Konfessionen endgültig erreicht werden. Im Andenken daran und an die
Besuche Luthers in Augsburg ist die Stadt heute eine der deutschen
Lutherstädte.[8]
Die katholische Bevölkerung gehörte danach weiterhin zum Bistum
Augsburg, das seinerzeit dem Erzbistum Mainz zugeordnet war. Nach dem
Übergang der Stadt an Bayern verblieb es zunächst bei der bisherigen
Zuordnung. 1821 wurde das Bistum Augsburg und mit ihm seine
Pfarrgemeinden dem neu errichteten Erzbistum München und Freising
zugeteilt (siehe hierzu auch Liste der Bischöfe von Augsburg).
Die ev. Kirche St. Jakob
Die protestantischen Gemeindemitglieder erhielten spätestens nach dem
Westfälischen Frieden die Kirchen St. Anna, St. Ulrich, Zu den Barfüßern
und St. Jakob. Sie unterstanden dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang
Augsburgs an Bayern wurden die Gemeinden Teil der Protestantischen
Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte
Glaubensgemeinschaften umfasste.
Die Stadt wurde danach Sitz eines eigenen Dekanats, das 1827 zunächst
dem Konsistorialbezirk Bayreuth, ab 1876 dann dem Konsistorialbezirk
Ansbach und danach ab 1923 dem Kirchenkreis München angehörte. Seit 1971
ist es Teil des Kirchenkreises Augsburg. Das Dekanat Augsburg umfasst
neben den Kirchengemeinden der Stadt auch Gemeinden außerhalb des
Stadtgebiets, vor allem in den Landkreisen Augsburg und
Aichach-Friedberg.
Der Westfälische Friede von 1648 bestätigte in Augsburg das durch die
Stadtverfassung von 1548 eingeführte paritätische Regierungs- und
Verwaltungssystem (endgültige Gleichberechtigung und exakte
Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). Diese
Vereinbarung sollte bis zur Mediatisierung im Jahre 1805 Bestand haben.
Die Basilika St. Ulrich und Afra
Freikirchliche Gemeinden haben sich nach dem Ende der Täuferbewegung
wieder im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert in Augsburg konstituiert.
Den Anfang machten die Mennoniten, die ab 1870 gottesdienstliche
Versammlungen in Augsburg abhielten. 1863 erhielt die
Evangelisch-methodistische Kirche die Rechte einer
„Privatkirchengesellschaft“. Um 1925 nahmen – ausgehend von der
Muttergemeinde in München – die Baptisten (im Bund
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden) ihre Arbeit auf. Seit 1968 gibt
es in Augsburg zudem eine Freie evangelische Gemeinde.
Die Verteilung der Konfessionen zu Anfang des 19. Jahrhunderts betrug
etwa 60 % Katholiken und 40 % Protestanten. Dieses Verhältnis veränderte
sich insbesondere durch Eingliederung von katholischen Vororten
zugunsten der Katholiken, so dass der Anteil der protestantischen
Bevölkerung um 1950 nur noch bei etwa 23 % lag.
Auch die orthodoxen Kirchen Süd- und Osteuropas haben Gemeinden in
Augsburg. Die syrisch-orthodoxe Kirche hat vor Jahren ein eigenes
Gotteshaus in Augsburg eingeweiht. Die ca. 3.000 syrisch-orthodoxen
Christen in Augsburg stammen vorwiegend aus dem Südosten der Türkei (Tur
Abdin) und Syrien, sprechen die Sprache Jesu (Aramäisch, Assyrisch,
Syrisch) und sehen ihre Wurzeln in Mesopotamien. Zunächst kamen diese
Christen als Gastarbeiter nach Europa, dann ab 1980 meist als
Asylbewerber, da sie in der Türkei diskriminiert und verfolgt wurden.
Die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde mit über 6.000
Gemeindemitgliedern konnte nach dem Abzug der amerikanischen Truppen die
Gospel Church in der ehemaligen Flak-Kaserne käuflich erwerben und
benannte diese nach dem Schutzpatron Agios Panteleimon.
Außerdem gibt es in Augsburg eine Russisch-Orthodoxe Gemeinde der Ikone
der Allerheiligsten Gottesmutter "Freude aller Trauernden", die der
Russischen Orthodoxen Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und
Deutschland angehört. Die Russisch-Orthodoxe Gemeinde in Augsburg zählt
um die 100 Mitglieder. Angeboten werden Gottesdienste, Hochzeiten,
Taufen und Beerdigungen nach dem Russisch-Orthodoxen Ritus. Der
Orthodoxe Religionsunterricht mit über 20 Kindern wird als Ersatz für
Religions- oder Ethikunterricht in der Schule anerkannt.
Daneben gibt es eine große Zahl weiterer christlicher
Religionsgemeinschaften, zum Beispiel Gemeinden der Altkatholischen
Kirche, der Neuapostolischen Kirche oder der Zeugen Jehovas.
Islam
Die Muslime bilden in Augsburg – wie in den meisten Teilen Deutschlands –
die zweitgrößte religiöse Gemeinschaft. In der Stadt befindet sich eine
Vielzahl von Gebets- und Vereinsräumen, die von unterschiedlichen
Gemeinschaften mit jeweils eigenen Zielsetzungen und Schwerpunkten
geführt werden.
Den Hauptanteil der islamischen Bürger machen Einwanderer aus der Türkei
in erster bis dritter Generation aus (siehe Demographie). Daneben
bestehen aber auch Vereine und dazugehörige Gebetsstätten der
arabischen, bosnischen und irakischen Muslime sowie ein alevitisches
Kulturzentrum.
Judentum
Synagoge in der Halderstraße
Es ist anzunehmen, dass nach den Jüdischen Aufständen im ersten
Jahrhundert und der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer
die ersten Juden nach Augsburg kamen. Aus dem 9. Jahrhundert gibt es
urkundliche Erwähnungen. Auf Beschluss des Stadtrats vom 7. Juli 1438,
dass man die Juden „nit länger hie in der Statt laußen sölle dann von
hüt dem tag über zway Jare“, wurden sie aus der Stadt vertrieben und
siedelten sich vor den Toren der Stadt im heutigen Stadtteil Kriegshaber
an.[9]
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Augsburg begann wieder 1803,
als die Stadt erstmals drei Juden (die Bankiers Aron Elias Seligmann,
später Freiherr von Eichthal, Jakob Obermayer und Henle Ephraim Ullmann)
gegen eine jährliche Gebühr und eine erhebliche Darlehenssumme das
Bürgerrecht verlieh, obwohl die städtischen Kaufleute dagegen
erheblichen Widerstand geleistet hatten.
Die Zahl der jüdischen Familien stieg anschließend nur schwach (im Jahr
1840 79 Personen und 1852 128 Personen), da ihre Niederlassung weiterhin
streng gehandhabt wurde. Eine entscheidende Wendung brachte die
Niederlage der konservativen Katholiken bei den Gemeinderatswahlen von
1857, in deren Folge 1861 die erste Israelitische Kultusgemeinde in
Augsburg gegründet werden konnte. Bis dahin wurde der
Religionsunterricht vom Lehrer des damals noch eigenständigen Vorortes
Pfersee erteilt, während das zuständige Rabbinat Kriegshaber war.
Schon drei Jahre vor Genehmigung der Gemeinde durch die Regierung wurde
1858 das Haus Wintergasse A 13 für 13.000 Gulden gekauft und zunächst zu
einer reinen Synagoge ausgebaut und später durch Rabbiner- und
Lehrerwohnungen erweitert; deren Einweihung erfolgte im April 1865.
Durch diese Entwicklung nahm die jüdische Bevölkerung in der Stadt in
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rapide zu, so dass 1895 1.156
Juden in Augsburg lebten. Inzwischen waren schon ein jüdischer Friedhof
(1867) sowie ein reges Vereinsleben (ein Männer-, ein Frauen- und ein
Speiseverein jeweils mit wohltätigen Zwecken) entstanden. Die jüdischen
Industriellen, Bankiers, Handels- und Kaufleute nahmen im
wirtschaftlichen Leben der Stadt eine bedeutende Rolle ein und gehörten
nahezu vollständig der gehobenen Mittel- beziehungsweise Oberschicht an.
Schon zu dieser Zeit forderten immer mehr Gemeindemitglieder den Bau
einer neuen Synagoge, der zudem durch das Drängen der Stadt nötig wurde:
Das alte Gebäude befand sich in einem maroden Zustand. So wurde 1903
ein Gartengut an der Halderstraße erworben, für das 1912 ein
Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde. In den Jahren 1914 bis 1917
wurden schließlich die Pläne von Fritz Landauer und Dr. Heinrich Lömpel
verwirklicht.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 litten auch die
Augsburger Juden mehr und mehr unter Repressalien: Innerhalb von fünf
Jahren wurden nahezu alle jüdischen Firmen geschlossen oder „arisiert“.
Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Unterdrückung der Juden in der
später so genannten Reichspogromnacht, am frühen Morgen des 10.
November 1938: Etwa 30 NSDAP-Mitglieder zerstörten die Inneneinrichtung
der Synagoge und legten Feuer, das allerdings wegen der umliegenden
Wohn- und Kommunalbauten sowie einer Tankstelle wieder gelöscht wurde,
so dass das Gebäude an sich erhalten blieb und während des Zweiten
Weltkrieges als Kulissenlager des Stadttheaters zweckentfremdet wurde.
Auf der Kuppel der Synagoge wurde ein Beobachtungsstand der
Flugabwehrartillerie eingerichtet.
Obwohl seit 1933 viele Juden ausgewandert waren, war deren Zahl in der
Stadt durch Zuzug jüdischer Bürger aus ländlichen Gemeinden nicht stark
gesunken, so dass in sieben Transporten nach Auschwitz, Piaski, Riga und
Theresienstadt 356 bis 450 Gemeindemitglieder deportiert wurden. Nur
wenige überlebten die Schrecken der Konzentrationslager des Deutschen
Reichs.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten nur wenige ehemalige
Augsburger Juden zurück in die Stadt, unter ihnen Ludwig Dreifuß, der
von der amerikanischen Militärregierung zum ersten
Nachkriegsbürgermeister ernannt wurde. 1946 wurde die Jüdische
Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben gegründet, die über eine sehr lange
Zeit nicht viel Zuwachs erfuhr: 1987 hatte sie 247 Mitglieder. Nach dem
Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 änderte sich dies durch den Zuzug
zahlreicher Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion rapide,
so dass die Gemeinde – die allerdings für ganz Schwaben zuständig ist –
heute etwa 1.800 Personen umfasst.[10]
Buddhismus
Mit der Gründung des Vereins Wat Buddha Augsburg (ca. 130 Mitglieder)
wurde 2002 im Stadtteil Göggingen ein Tempel eingerichtet, der
hauptsächlich von Migranten aus Thailand benutzt wird. Jeden ersten
Sonntag im Monat wird die Zeremonie aus dem Tempel Maha Dhamma Kaya
Cetiya in der Nähe von Bangkok via Internet übertragen. Zu diesem Termin
reisen auch Gläubige von außerhalb an. Inzwischen ist der Verein nach
Königsbrunn umgezogen.
Seit Januar 2000 trifft sich die buddhistische Gruppe Zen in Augsburg
jeden Mittwoch und Sonntag zur regelmäßigen Meditation in Augsburg.
Lehre und Praxis folgen dabei der traditionellen japanischen
Rinzai-Zen-Tradition.[11]
Geschichte
Antike
Prunkhelm (Römisches Museum)
Als Gründungsjahr Augsburgs gilt 15 v. Chr., da in diesem Jahr auf dem
Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager, das später
auch als Nachschubdepot diente, errichtet wurde. Kaiser Augustus hatte
seinen beiden Stiefsöhnen Drusus und Tiberius den Auftrag dazu erteilt.
Diesem Gründungsdatum zufolge würde das bedeuten, dass Augsburg nach
Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands ist. Gesichert ist dagegen,
dass sie nach Augusta Treverorum eine der größten römischen Siedlungen
nördlich der Alpen war.
Um das vor der Zeitenwende entstandene Lager bildete sich im ersten
Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum (siehe Namensherkunft),
der Kaiser Hadrian im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht verlieh.
Augsburg war ab etwa 95 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz
Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt,
wann genau Augsburg Provinzhauptstadt wurde; ein archäologischer Befund
deutet aber darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins
späte 1. Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte.
Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre
98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses
Jahr gesicherten Bau der römischen Fernstraße von Mainz über Bad
Cannstatt nach Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen
Bauprojekte mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von
Kempten nach Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt
(vergleiche hierzu: Kinzigtalstraße).
Im Jahre 260 n. Chr. fielen die germanischen Juthungen in Italien und
Raetien ein und verschleppten tausende Italiker. Auf ihrem Rückmarsch
wurden sie jedoch in einer zweitägigen Schlacht vom römischen
Statthalter vernichtend geschlagen, wie der 1992 gefundene Augsburger
Siegesaltar belegt. 271 n. Chr. kommt es zu wiederholten Vorstößen der
Juthungen und anderer Stämme zur Belagerung der Stadt.
Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde
Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda, in die nach dem Ende der
römischen Herrschaft um 450 n. Chr. ab dem 5. Jahrhundert die Alemannen
einfielen. Dass die Siedlung dabei aber nicht zerstört wurde, sondern
weiterhin Bestand hatte, ergibt sich aus der Erwähnung von Wallfahrten
zum Grab der Heiligen Afra in der von Venantius Fortunatus (nach 600 in
Poitiers gestorben) im Jahr 565 veröffentlichten metrischen Vita sancti
Martini (MGH auct. ant. IV 1/2), Vers 642.
Schon in der Spätantike wurde Augsburg Sitz eines Bischofs. So sind aus
der Zeit um 300 Überlieferungen über einen Bischof Narcissus von Girona
erhalten geblieben. Auch das Martyrium einer der Stadtheiligen, Afra von
Augsburg, fällt in etwa in diese Zeit.
Mittelalter
Augsburg errang im Mittelalter nach mehreren Jahrhunderten ohne
nennenswerte Ereignisse wieder wachsende Bedeutung, als Kaiser Otto I.
mit Hilfe des Bischofs Ulrich von Augsburg die westwärts strebenden
Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld südlich der Stadt besiegte.
Am 21. Juni 1156 erhielt Augsburg durch Kaiser Friedrich Barbarossa
wieder das Stadtrecht verliehen, das knapp hundert Jahre später 1251
durch das Recht auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer
Bürger erweitert wurde.[12] Barbarossas Augsburger Schied 1158 (zwei
Jahre nach der Stadterhebung Augsburgs) markiert den offiziellen
Stadtgründungstag Münchens. Den Höhepunkt dieser Entwicklungen bildete
die Reichsunmittelbarkeit (mit dem Titel einer Freien Reichsstadt), die
1276 von König Rudolf von Habsburg verliehen wurde. Die nun ausgeweitete
Selbstständigkeit Augsburgs führte zu heftigen Auseinandersetzungen mit
dem Hochstift als weltlichem Herrschaftsbereich des Fürstbischofs, die
ihren Höhepunkt in der Verlagerung der bischöflichen Hauptresidenz nach
Dillingen an der Donau fanden.
In der Folge übernahmen mehr und mehr Patrizierfamilien die Herrschaft
über die Stadt, was jedoch nicht immer problemlos ablief: So gab es 1368
einen Aufstand der städtischen Handwerker, welcher zur Einführung einer
Zunftverfassung führte. Elf Jahre später trat Augsburg dem Schwäbischen
Städtebund bei, der 1388 wieder zerfiel.
In Folge der Zunftverfassung und der damit verbundenen Regulierung aller
handwerklichen Tätigkeiten wuchs die Macht der Zünfte stetig an, so
dass sie bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt waren. Schon sieben
Jahre zuvor – 1540 – war die Augsburger Börse gegründet worden.
Neuzeit
? Hauptartikel: Reichstage zu Augsburg
Fuggerscher Stadtpalast
Den Höhepunkt dieser Periode stellt die Diktatur des Ulrich Schwarz dar,
der das Bürgermeisteramt 1469 mit großen politischen Visionen
übernommen hatte. Anfangs gelang es ihm unter anderem, den bis dato
unterrepräsentierten niederen Zünften Mitsprache im Stadtregiment
einzuräumen und Augsburg aus der Schuldenfalle zu befreien. Als sich ihm
das Patriziat jedoch entgegenstellte, griff er zu brutalen Mitteln und
ließ an den Patrizierbrüdern Vittel die Todesstrafe vollstrecken, was zu
seinem eigenen Sturz und seiner Hinrichtung 1478 führte.
Nach dem endgültigen Niedergang der Zunftherrschaft im Jahre 1547
entwickelte sich Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der
Renaissance zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren
der Welt, was vor allem auf den Einfluss der Kaufmannsfamilien Fugger
und Welser zurückgeht.
Augsburg (Holzschnitt 1493)
Perlachplatz (1550)
Gustav II. Adolf vor den Mauern Augsburgs im Jahre 1632
Augsburg im Jahre 1643
Reformationszeit
Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der evangelischen Minderheit
beim Reichstag zu Speyer, beteiligte sich aber nicht an der
Protestation. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung
des evangelischen Glaubens, die auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 mit
dem Augsburger Bekenntnis von Philipp Melanchthon formuliert wurde. Die
Confessio Augustana stellt die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der
Lutherischen Kirche dar.
In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende
Täufergemeinde, die vor allem durch die Augsburger Märtyrersynode 20.
bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten
unterschiedlicher Täuferkreise, Bekanntheit erlangte. Die meisten der
Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.
Am 22. Juli 1534 beschloss der Große Rat der Stadt, dass nur von ihm
„installierte“ Prädikanten in der Stadt predigen durften. Der
katholische Gottesdienst wurde auf die acht Kirchen der Stifte
eingeschränkt. Kleinere Kirchen und Klosterkirchen wurden geschlossen.
Mit diesem Religionsmandat nahm der Rat formal die Kirchenhoheit der
Stadt in Anspruch.
Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl V. eine neue patrizische
Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim. Mit der neuen
Stadtverfassung führte die Stadt ein paritätisches Regierungs- und
Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung
zwischen Katholiken und Protestanten, – siehe Paritätische Reichsstadt).
Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der
Stadt das Zusammenleben der Bürger. 28 Jahre später – am 24. Februar
1583 – wurde in Augsburg der Gregorianische Kalender eingeführt.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Fuggerstadt am 20. April
1632 von der schwedischen Armee eingenommen. An diese Zeit erinnert der
Schwedenturm mit dem Standbild des Stoinerner Mo sowie die
Schwedenstiege, die beide Teile der Augsburger Befestigungsanlage waren.
18. Jahrhundert
Im 18. Jahrhundert erlebte die Instrumentenmacherkunst in Augsburg eine
neue Blüte. Sie ist eng mit dem Namen Georg Friedrich Branders
(1713–1783) verbunden, dessen Erzeugnisse in ganz Europa Anklang fanden.
Am 13. Dezember 1703 wurde Augsburg im Spanischen Erbfolgekrieg durch
bayerische Truppen unter Kurfürst Maximilian II. Emanuel besetzt, die es
1704 allerdings wieder räumen mussten.
1784/1785 kam es zu Weberunruhen, die schließlich am 29. Januar 1794 im
Weberaufstand gipfelten. Den Hintergrund des Streites bildete die
aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das
Weberhandwerk bedrohten. So hatte Johann Heinrich Schüle 1771 mit der
Schüleschen Kattunfabrik in Augsburg die erste Fabrik auf dem
europäischen Kontinent errichtet.
Moderne
Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor
Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt
worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Bis dahin war es von
sieben Patrizierfamilien beherrscht worden. Ab 1809 erhielt die Stadt
einen eigenen Polizeidirektor und unterstand direkt der Kreisverwaltung.
Deshalb bezeichnete man sie als "kreisunmittelbar". Nach Umbenennung
der Kreise in Regierungsbezirke und der Bezirksämter in Landkreise
(1938) wurde daraus „kreisfrei“, weil von den Landkreisen unabhängig.
1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis
Augsburg hervorging. Dieser wurde bei der Gebietsreform 1972 mit dem
ehemaligen Landkreis Schwabmünchen, einem Teil des ehemaligen
Landkreises Wertingen und einigen Orten der Landkreise Donauwörth und
Neuburg an der Donau vereinigt. Seine heutige Ausdehnung erhielt der
Landkreis Augsburg mit der Ausgliederung der Gemeinde Baar zum Landkreis
Aichach-Friedberg im Jahr 1994. Augsburg blieb Sitz des Landkreises,
die Stadt selbst war stets kreisfrei.
Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum
der Textilindustrie und des Maschinenbaus (bedeutendstes Unternehmen
hierbei ist die heute nur noch mit dem Kürzel MAN bekannte
Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). So hatte zum Beispiel die
Messerschmitt AG seit 1927 hier ihren Hauptsitz. Mit der Allgemeinen
Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg außerdem die
bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit.
Zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts machte sich der
technische Fortschritt auch in der Fuggerstadt bemerkbar: Nachdem 1881
bereits Pferdebahnen auf Schienen eingeführt worden waren, ging 1898 die
elektrische Straßenbahn in Betrieb. Nach dem Ende des Ersten
Weltkrieges erhielt die Stadt 1917 auch elektrisches Licht (bis dahin
war die gesamte Beleuchtung durch Gaslaternen gesichert worden).
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Bei der Reichstagswahl 1933 erhielt die NSDAP in Augsburg 32,3 % der
Stimmen. Mit Beginn der „Nationalen Revolution in Bayern“ am 9. März
begann der Terror gegen politische Gegner auch in Augsburg. Ende März
1933 wurde der 1929 gewählte Stadtrat aufgelöst und anhand der
Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März neu besetzt, jedoch ohne die
Stadträte der KPD. Im Mai verließ die SPD, die schon vorher von fast
allen städtischen Ausschüssen ausgeschlossen war, auf Druck der
Nationalsozialisten den Stadtrat, am 5. Juli folgte die BVP. Die
Abgeordneten der DNVP schlossen sich der Fraktion der NSDAP an.
In der Stadtratssitzung vom 28. April wurde der 2. Bürgermeister der
SPD, Ackermann, formell pensioniert und Joseph Mayr (NSDAP), der das Amt
schon vorher kommissarisch geführt hatte, zum neuen 2. Bürgermeister
gewählt. Am 31. Juli schließlich wurde der Oberbürgermeister Dr. Otto
Bohl (BVP) entlassen und auf der Stadtratssitzung am 3. August durch Dr.
Edmund Stoeckle (NSDAP) ersetzt. Die Machtübernahme in der Stadt war
damit abgeschlossen.
Schon am 9. März wurden kommunistische Funktionäre in „Schutzhaft“
genommen. Richteten sich die Verhaftungen zunächst gegen Kommunisten und
Sozialdemokraten, gerieten schnell auch Juden und andere missliebige
Personen, wie auch Abgeordnete der BVP, in Haft. Auch der Brand der
Sängerhalle (im heutigen Wittelsbacher Park) am 30. April 1934 war
Anlass einer Verhaftungswelle.
Mit der Neugliederung des Reiches 1933 wurde Bayern in sechs Gaue eingeteilt. Augsburg wurde Hauptstadt des Gaues Schwaben.
Im Rahmen der Novemberpogrome 1938 brannte am Morgen des 10. November
1938 die 1917 erbaute Synagoge an der Halderstraße, in der Folge wurden
jüdische Geschäfte und Privatwohnungen verwüstet. Im Jahre 1985 wurde
die Synagoge nach langer Restaurierung wiedereröffnet und teilweise als
Jüdisches Museum genutzt. Auf dem Jüdischen Friedhof an der Haunstetter
Straße erinnert ein Gedenkstein an die Augsburger jüdischen Opfer der
Shoa. Neben vielen anderen Widerstandskämpfern wie Bebo Wager wurde auch
der SPD-Landtagsabgeordnete Clemens Högg während der NS-Zeit ermordet.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden aufgrund der Dezentralisierung
der Rüstungsproduktion der Flugzeugfabrik Messerschmitt AG in Augsburg
und im näheren Umland mehrere Außenlager des KZ Dachau errichtet. Im
Stadtteil Kriegshaber existierte im Bereich des heutigen Gewerbehofes
Ulmerstraße ein Frauenlager für 500 ungarische Jüdinnen. Im Ortsteil
Haunstetten wurde in der Inninger Straße im Bereich einer ehemaligen
Kiesgrube ein Männerlager für 2.700 KZ-Häftlinge gebaut. Nachdem es bei
Bombenangriffen zerstört wurde, ist ein neues Männerlager in in einer
Luftnachrichtenkaserne von Pfersee eingerichtet worden. Auch in
Gablingen gab es ein Lager für 1.000 Häftlinge sowie in Horgau. 235 der
Häftlinge wurden von SS-Männern ermordet oder starben an den
katastrophalen Lebensbedingungen und wurden auf dem Westfriedhof
begraben, woran drei Gedenktafeln erinnern. 2.000 Gefangene wurden im
Frühjahr 1945 bei einem Todesmarsch aus der Kaserne Pfersee nach
Klimmach getrieben, wobei viele von ihnen starben.[13]
Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe schwere Schäden,
da die Stadt mit Produktionsstätten wichtiger Rüstungsunternehmen
(unter anderem Messerschmitt AG und MAN) ein militärisches Ziel
alliierter Bomberverbände war. Augsburg wurde über zehnmal bombardiert,
davon zweimal in Angriffen von größerer Wirkung: am 17. April 1942 war
das Ziel die U-Boot-Motoren-Produktion der MAN, am 25. und 26. Februar
1944 galt der Angriff den Messerschmitt-Werken und dem Hauptbahnhof als
einem süddeutschen Eisenbahnknotenpunkt.
? Hauptartikel: Luftangriffe auf Augsburg
Am 28. April 1945 rückten Einheiten der 7. US-Armee ohne Widerstand in
Augsburg ein und errichteten hier einen Stützpunkt mit mehreren
Kasernen, der erst 1998 durch den Abzug der letzten Truppen vollständig
aufgegeben wurde.
? Hauptartikel: US-Garnison Augsburg
Bundesrepublik Deutschland
Die Altstadt mit ihren bedeutenden Bauten wurde nach Kriegsende
größtenteils wieder aufgebaut, wobei einige Arbeiten bis in die heutige
Zeit andauern. So konnte die Renovierung des 1985 anlässlich der
2000-Jahr-Feier der Stadt eröffneten Goldenen Saals erst 1996
abgeschlossen werden. Als Hauptstadt des Regierungsbezirks Schwaben
fügte sich Augsburg in das politische System der Bundesrepublik
Deutschland und des Freistaats Bayern ein.
Durch den Bau des Rosenaustadions errang die Stadt in der Nachkriegszeit
große Bedeutung für unzählige sportliche Veranstaltungen, unter anderem
Leichtathletik-Ländervergleiche. Den Höhepunkt dieser Ereignisse
bildeten die Kanu- und Kajak-Wettbewerbe auf dem "Eiskanal" sowie einige
Basketball-, Fußball- und Handball-Vorrundenspiele der Olympischen
Spiele 1972, die in Augsburg ausgetragen wurden.
Schon zwei Jahre zuvor wurde die Universität als Nachfolger mehrerer
anderer Hochschulen gegründet und nahm mit dem wirtschafts- und
sozialwissenschaftlichen Fachbereich ihre Arbeit auf. Durch die
Einrichtung weiterer Fakultäten und den Bau eines Campus ab 1974 wuchs
ihre Bedeutung stetig an, so dass dort heute etwa 14.500 Studenten
eingeschrieben sind.
Nachdem das städtische Gesundheitssystem über viele Jahrhunderte sehr
dezentral und uneinheitlich organisiert gewesen war, markierte die
Einweihung des Zentralklinikums, das mittlerweile „Klinikum Augsburg“
heißt, im Jahr 1982 eine bedeutende Wende: Seitdem werden alle Notfälle
und Operationen zentral in einem Krankenhaus behandelt; die kleineren
Kliniken haben sich derweil spezialisiert (siehe Gesundheitswesen in
Augsburg).
Eine schwere Naturkatastrophe erlebte die Stadt mit dem
Pfingsthochwasser 1999, als Lech und Wertach nach tagelangen
Niederschlägen und der zugleich eintretenden Schneeschmelze in den Alpen
über die Ufer traten. Als schließlich ein Stauwehr einbrach, wurden
ganze Stadtteile überschwemmt, wodurch ein Millionenschaden entstand.
In der jüngsten Zeit wurde Augsburg mehrmals durch Insolvenzen
bedeutender Firmen von schweren Krisen geschüttelt und besitzt heute
eine über dem bayerischen Durchschnitt liegende Arbeitslosigkeit.
Daneben sorgten verschiedene Rückschläge wie die fehlgeschlagene
Erweiterung des Flugplatzes zu einem großen Regionalflughafen oder die
gescheiterte Ansiedlung eines BMW-Werkes für Makel in der Ende des 20.
Jahrhunderts eingetretenen positiven Entwicklung der Stadt. Durch
verschiedene kulturelle Großveranstaltungen wie das Mozart- oder das
Brecht-Jahr hat sich Augsburg in den letzten Jahren weltweite Beachtung
verschafft.
Im Jahr 2011 wird Augsburg einer der Austragungsorte der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft sein.
Städtische Legenden
Stadtgöttin Cisa
Angeblich war Cisa (dea Ciza) die Stadtgöttin von Augsburg. In
Randnotizen des aus dem Stift Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica
Historia (um 1135) wird ausführlich von der erfolglosen römischen
Belagerung der von schwäbischen Stämmen zwischen Lech und Wertach
errichteten Stadt Cisaris, dem späteren Augsburg, berichtet. Die Stadt
war demnach nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt. In diesem Text
werden auch die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar,
Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee
von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch:
Ableitung des Namens Pfersee).
Der Text aus dem 12. Jahrhundert erweist sich als diffuse Kompilation
mit deutlichem Schwerpunkt auf der, für die Sagenforschung nicht
ungewöhnlichen, phantasievollen Ausdeutung nicht mehr verstandener, wohl
voralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb allein die Göttin
Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen
Mythologie den „Werth der merkwürdigen Überlieferung“ ausdrücklich
betonte.
Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der Basilika St.
Ulrich und Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist
ebenfalls wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest
seit dem späten Mittelalter ein provinzialrömisches Medusenhaupt
bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war und sich
heute im Römischen Museum befindet. Eine Darstellung der Cisa ist auf
der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen; ferner sollen der Legende
nach einige Darstellungen auf den Bronzetüren des Domes auf die Göttin
hindeuten.
Der Stoinerne Ma
Der „Stoinerne Ma“ („Steinerner Mann“) ist eine überlebensgroße
Steinfigur an der östlichen Stadtmauer im Bereich der so genannten
„Schwedenstiege”, die in unmittelbarer Nähe der Galluskirche liegt. Sie
stellt wohl einen einarmigen Bäcker mit einem Laib Brot und einem Schild
dar. Im Bereich der Füße befindet sich ein schneckenförmig gedrehtes
Postament.
Der „Stoinerne Ma“ an der östlichen Stadtmauer
Der Sage nach handelt es sich um den Bäcker "Konrad Hackher”, der
während einer langen Belagerung der Stadt aus Sägemehl Brote gebacken
und für die Belagerer deutlich sichtbar über die Stadtmauer in den
Graben geworfen haben soll. Der Eindruck, in Augsburg gäbe es noch so
viel Brot, dass man es über die Mauer werfen könne, soll die Belagerer
so demoralisiert haben, dass sie aus Wut nach ihm mit einer Armbrust
schossen. Ein Treffer schlug ihm den Arm ab, bald darauf brachen sie die
Belagerung ab. Historisch gehört das Ereignis in den Dreißigjährigen
Krieg, genauer zur Belagerung Augsburgs während der Jahre 1634/35, als
katholische Truppen unter Generalfeldmarschall von Wahl die von den
protestantischen Schweden besetzt gehaltene Stadt zurückerobern wollten.
Verlässlich belegt ist die Tat des Bäckers freilich nicht.
Fakten jenseits dieser Legende gibt es allerdings: In seinem akribisch
recherchierten Beitrag zur 1941 erschienenen Nr. 54 der „Zeitschrift des
historischen Vereins für Schwaben“ definiert Eduard Lampart die damals
noch an der Hausecke Pulvergässchen/Unterer Graben stehende Figur als
Bastelei aus einigen ursprünglich nicht zusammengehörigen Teilen. Es
dürfte sich um Funde bei Erdarbeiten in der Stadt handeln, die über
Generationen hinweg zum erwähnten Eckhaus gekarrt wurden, weil es bis
1810 der Sitz des amtierenden „Städtischen Bauwarts“ war. Einem der
Bauwarte ist die wohl zwischen Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts
erfolgte Aufstellung der Figur zu verdanken. Dass sie den historisch
nicht belegbaren Bäcker-Helden Hacker darstellt, wurde ihr erst später
angedichtet.
Die Statue wird gerne von Spaziergängern angesteuert, die an der
Stadtmauer entlang flanieren. Da es Glück bringen soll, die Nase der
Steinfigur zu berühren, ist dieser Brauch vor allem bei Liebespaaren
beliebt.
Die sieben Kindeln
In der Hauswand des Anwesens Bei den Sieben Kindeln 3 befindet sich ein
eingelassenes Steinrelief aus der Römerzeit, das sechs spielende, nackte
Kinder darstellt, die um einen Sarg versammelt stehen.
Bei den sieben Kindeln in Augsburg
Der Legende nach soll die Gedenkplatte von einem römischen Offizier zur
Erinnerung an das Ertrinken eines seiner Kinder in Auftrag gegeben
worden sein (deshalb heißt es „sieben“ Kinder, obwohl die Platte nur
sechs darstellt: Das siebte Kind sei ertrunken und liegt in dem Sarg).
Nach heutigem Wissensstand stellt die Platte Eroten dar und bildete
einmal die Längsseite eines so genannten Erotensarkophags.
Eingemeindungen
Das Stadtgebiet war schon vorher immer wieder durch Eingliederungen
umliegender Gemeinden erweitert worden, größere Ausmaße nahm es jedoch
erst im 20. Jahrhundert an. Die Eingemeindungen sind zwei Wellen
zuzuordnen: Einer ersten vor und während des Ersten Weltkrieges, einer
zweiten 1972 im Zuge der Bayerischen Gemeindereform. Augsburgs damaliger
Oberbürgermeister Hans Breuer hätte gerne noch mehr umliegende Städte
eingegliedert, scheiterte aber am Widerstand der dortigen Bevölkerung.
Zur Ansiedlung eines Postlogistikzentrums wurde am 1. Juli 1999 Flur mit
der benachbarten Stadt Gersthofen getauscht.
Stadtplan von Augsburg (1905)
Datum Eingemeindete Orte Zuwachs
1. Juli 1910 Gemeinde Meringerau 953,7 ha
1. Jan. 1911 Gemeinde Pfersee 345,8 ha
1. Jan. 1911 Gemeinde Oberhausen 862,2 ha
1. Jan. 1913 Stadt Lechhausen 2.794,4 ha
1. Jan. 1913 Gemeinde Hochzoll (bis 1905 Friedbergerau) 435,0 ha
1. April 1916 Gemeinde Kriegshaber 5,9 ha
1. Juli 1972 Stadt Göggingen 1.079,2 ha
1. Juli 1972 Stadt Haunstetten 1.393,2 ha
1. Juli 1972 Gemeinde Inningen (mit Bergheim) 3.383,9 ha
1. Mai 1978 St. Anton-Siedlung 32,0 ha
1. Juli 1979 Gebietsteil von Gersthofen 38,1 ha
1. Juli 1999 Gebietsteil von Gersthofen (Gebietstausch) 1,6 ha
Namensherkunft
Der Name Augsburgs leitet sich vom römischen Namen der Stadt, Augusta
Vindelicorum, ab. Den ersten Teil des Namens, Augusta, trug die Stadt,
weil sie auf Befehl von Kaiser Augustus von dessen beiden Stiefsöhnen
Drusus und Tiberius 15 v. Chr. (zunächst als Militärlager) gegründet
wurde. Der zweite Teil, Vindelicorum, ist der Genitiv Plural der
lateinischen Bezeichnung für den Volksstamm der Vindeliker, die damals
in diesem Gebiet zwischen Wertach (lateinisch Vinda) und Lech
(lateinisch Licus) siedelten.
Politik
Stadtverwaltung
An der Spitze der Stadt Augsburg stand als Vorsitzender des Rates
nachweislich seit 1266 der Stadtpfleger, der gelegentlich auch als
Bürgermeister bezeichnet wurde, was dazu führte, dass teilweise beide
Titel gleichzeitig in Gebrauch waren. Erst 1548 wurde der Titel
endgültig auf Stadtpfleger festgesetzt. Diese amtierten über mehrere
Jahre und wurden ab dann auf Lebenszeit gewählt, weshalb es auch mehrere
Stadtpfleger gleichzeitig gab.
Nach dem Übergang an Bayern wurde in Augsburg ein Magistrat mit zwei
Bürgermeistern eingesetzt, das ab 1818 durch ein zusätzliches Kollegium
der Gemeindebevollmächtigten unterstützt wurde. 1919 wurde dieses
Zweikammersystem zugunsten der Einrichtung eines „Stadtrates“
aufgegeben, dem seither der „Erste Bürgermeister“ vorsteht, der meist
den Titel Oberbürgermeister führt (siehe Liste der Oberbürgermeister
Augsburgs).
Am 16. März 2008 setzte sich Kurt Gribl in einer Stichwahl gegen Paul
Wengert durch und übernahm am 2. Mai 2008 das Amt des
Oberbürgermeisters.
Stadtrat
Wahlergebnisse des Stadtrats seit 1972 in Prozent
Jahr CSU SPD FDP Grüne ödp DKP/PDS REP NPD sonstige
1972 44,9 46,5 2,3 – – 0,7 – 0,9 4,7
1978 46,8 44,5 2,7 – – 0,4 – 0,6 4,9
1984 32,9 44,9 1,3 4,2 – 0,2 – 0,7 15,8
1990 43,1 28,4 2,5 10,8 – – 10,0 – 5,2
1996 44,1 29,4 1,7 10,5 – – 2,8 – 11,5
2002 43,5 36,4 3,5 8,7 1,8 1,2 – – 4,9
2008 40,1 30,1 2,7 10,3 1,5 3,5 – – 11,8
Sitze
20081 25 19 1 6 – 22 – – 73
1 Kommunalwahlen am 2. März 2008 22008: Die Linke 3 Pro Augsburg: 6, Freie Wähler: 1
Bundestagsabgeordnete
Augsburg befindet sich im Wahlkreis 253 Augsburg-Stadt, dem auch Königsbrunn im gleichnamigen Landkreis Augsburg angehört.
Bei der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag wurde Dr. Christian Ruck von
der CSU mit 49,2 % der Stimmen direkt gewählt. Über die Landesliste
zogen außerdem Miriam Gruß für die FDP, Heinz Paula für die SPD und
Claudia Roth für Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag ein.
Wappen
Stadtwappen mit gelbem Kapitell von 1811 bis 1985
Modernisiertes Stadtwappen seit 1985
Die offizielle heraldische Beschreibung des Augsburger Wappens nennt
einen von Rot und Silber gespaltenen Schild, auf dem sich eine grüne
Zirbelnuss auf einem seit 1985 ebenfalls grünem Kapitell befindet.
Dementsprechend sind die Stadtfarben rot-grün-weiß.
Das älteste nachweisbare Stadtsiegel Augsburgs aus dem Jahr 1237 zeigt
ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer und darüber einen Stern. Im
Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß, die wohl auf
den Namen der Stadt „Augster“ anspielt, was eine Traubensorte
darstellt.
Im 15. Jahrhundert wird eine grüne Traube in rot-weißem Schild
dargestellt, was sich durch den Fund eines Pinienzapfens (wohl die
Spitze eines römischen Grabsteins) 1467 ändert: Seitdem wird statt der
Traube eine Zirbelnuss abgebildet. Das Köpfchen auf dem Kapitell ist
seit 1521 nachweisbar, die Mauerkrone erst seit 1811. Die Bedeutung
dieser Symbole ist nicht geklärt. Die Stadtfarben sind seit 1372
bekannt. Anlässlich der 2000-Jahrfeier 1985 wurde das Wappen dem
Zeitgeschmack gemäß neu gestaltet.
Die Zirbelnuss war als stilisierter Pinienzapfen das Feldzeichen der
römischen Legion des Römerlagers und wurde zum Symbol der späteren
römischen Hauptstadt der Provinz Raetia. Noch heute findet sich die
Zirbelnuss auf zahlreichen Gebäuden und Mauern im gesamten Stadtgebiet
als Zeichen Augsburger Würde.
Städtepartnerschaften
Wie bei allen anderen deutschen Städten beginnt die Geschichte der
Augsburger Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, als das
Britische Generalkonsulat in München 1956 mit dem Wunsch zum Aufbau
einer freundschaftlichen Beziehung zu einer schottischen Stadt an die
Augsburger herantrat und die drittgrößte Stadt Inverness vorschlug.
Die Augsburger Städtepartnerschaften
Stadtwappen von Inverness Inverness Schottland, GB 1956 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Stadtwappen von Nagahama Nagahama Japan 1959 Japan
Stadtwappen von Amagasaki Amagasaki Japan 1959 Japan
Stadtwappen von Dayton Dayton Ohio, USA 1964 USA – Vereinigte Staaten von Amerika
Stadtwappen von Bourges Bourges Frankreich 1967 Frankreich
Stadtwappen von Liberec Liberec Tschechien 2001 Tschechien
Stadtwappen von Jinan Jinan Shandong, China 2004 China
Nach ersten gegenseitigen Besuchen von offiziellen Vertretern im selben
Jahr kam es auf Dauer zu einem Kulturaustausch, der in einer
Städtepartnerschaft mündete, die interessanterweise nie vertraglich
festgehalten wurde.
Der erste deutsch-japanische Schwesternstadtbund geht auf die Initiative
einer einzigen Person zurück: Magokichi Yamaoka hatte vor dem Zweiten
Weltkrieg in München studiert und sich im Zuge seiner Forschungen auch
für Rudolf Diesel interessiert, weshalb er öfter in Augsburg zugegen
war. Nach Ende des Krieges, Yamaoka war inzwischen Firmenchef der
Yanmar-Diesel-Werke, stiftete er deshalb den Japanischen Gedächtnishain
im Wittelsbacher Park. Anschließend verwendete er seinen gesamten
politischen und privaten Einfluss darauf, die Städte Amagasaki und
Nagahama, in denen seine Firma Fabriken besaß, mit Augsburg zu
verbinden, was schließlich zur doppelten Partnerschaft im Jahre 1959
führte.
Nur fünf Jahre später entstand die Verbindung zur amerikanischen Stadt
Dayton, die ihren Ursprung im schon 1956 von US-Präsident Eisenhower
verkündeten Projekt „People to People“ hatte. Begünstigt wurden die
Entwicklungen außerdem durch die Tatsache, dass der US-Konzern NCR aus
Dayton seinen deutschen Hauptsitz in Augsburg gegründet hatte. Die
endgültige Partnerschaft wurde mit der Gründung eines „Sister City
Committees“ vollzogen.
Im Zuge des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages von 1963 kam
ein Jahr später aus den Reihen des Augsburger Stadtrates der Wunsch, mit
einer Stadt in Frankreich eine Partnerschaft einzugehen. In Absprache
mit der Internationalen Bürgermeister-Union fiel die Wahl auf das
zentral gelegene Bourges. Der Partnerschaftsvertrag selbst wurde
schließlich im April 1967 unterzeichnet, nachdem es vorher schon
wechselseitige Besuche und Kontakte gegeben hatte.
Erst 31 Jahre später kam es zu einer weiteren Städtepartnerschaft, deren
Ursprung allerdings schon in der Zeit kurz nach Ende des Zweiten
Weltkrieges liegt: 1955 hatte die Stadt Augsburg die Patenschaft für
alle aus der tschechischen Stadt Reichenberg (tschechisch Liberec)
Vertriebenen übernommen, von denen ein Großteil in der Fuggerstadt eine
neue Bleibe gefunden hatte. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatten
zunächst die ehemaligen Vertriebenen damit begonnen, vor allem auf
kultureller Ebene wieder Kontakt zu ihrer alten Heimat aufzunehmen, was
sich in regelmäßigen Austauschprogrammen äußerte. Dieser Entwicklung
wurde schließlich am 1. Mai 2001 mit der Unterzeichnung eines
offiziellen Städtepartnervertrages Rechnung getragen.
Die momentan letzte Augsburger Städtepartnerschaft findet ihre Wurzeln
in einer offiziellen Provinzpartnerschaft, die der Freistaat Bayern und
die chinesische Provinz Shandong am 9. Juli 1987 unterschrieben hatten.
In deren Folge interessierte sich die Provinzhauptstadt Jinan für die
Aufnahme einer Partnerschaft mit einer bayerischen Stadt. Nach ersten
gegenseitigen Besuchen und Kontakten konnten die jeweiligen
Bürgermeister am 3. September 2004 schließlich die offizielle Urkunde
zur Begründung einer Städtepartnerschaft unterzeichnen.
Dadurch besitzt Augsburg mittlerweile sieben Partnerstädte in drei
Kontinenten, mit denen intensive Kontakte vor allem zur besseren
Völkerverständigung bestehen. Diese äußern sich in den
unterschiedlichsten Bereichen, unter anderem in Schüler- und
Studentenaustauschen, sportlichen, musikalischen, künstlerischen
Vergleichen oder verschiedenen Heimatgruppen, die sich gegenseitige
Besuche abstatten.[14]
Patenschaften
1954 wurde auf Anregung des Deutschen Städtetages von der Stadt
Göggingen eine Patenschaft für die deutschstämmigen Vertriebenen aus der
Stadt und dem Landkreis Neudek im Sudetenland übernommen, die von der
Stadt Augsburg seit der Eingemeindung Göggingens weiter getragen wird.
Im selben Jahr wurde Augsburg selbst Pate über das schwäbische
Illertissen, das in diesem Jahr zur Stadt erhoben wurde.
Nur ein Jahr später wurde die Patenschaft über alle aus der heute zur
Tschechischen Republik gehörenden Region Reichenberg (tschech. Liberec)
vertriebenen Deutschen übernommen, was schließlich nach dem Fall des
Eisernen Vorhanges zu einer offiziellen Städtepartnerschaft im Jahr 2001
führte (siehe hierzu: Städtepartnerschaften).
Die Fuggerstadt ist außerdem Pate für etliche Verkehrsmittel. So trug
bereits in der Kaiserzeit ab 1909 ein Kleiner Kreuzer den Namen SMS
Augsburg und auch in der Bundesmarine wurden seit 1958 bereits zwei
Fregatten Augsburg getauft, die F 222 und die F 213. Seit 2008 führt das
Fahrgastschiff MS Augsburg der Ammersee-Flotte ebenso den Namen der
Stadt wie seit 2002 ein ICE 3 [15] der Deutschen Bahn.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
? Hauptartikel: Kultur und Sehenswürdigkeiten in Augsburg
Sehenswürdigkeiten
Augsburg war in seiner Geschichte immer wieder ein kulturelles Zentrum
und besitzt noch heute in verschiedenen Bereichen eine überregionale
Bedeutung für Kunst und Kultur.
Die Fuggerei
(älteste Sozialsiedlung der Welt)
Aus der Zeit der römischen Besiedlung als Augusta Vindelicorum sind
heute nur noch wenige Fundstücke erhalten, die größtenteils in Museen
ausgestellt werden. Am besten lässt sich das einstmalige Leben noch am
Straßenverlauf der Via Claudia Augusta erahnen, der noch heute
größtenteils vorhanden ist.
Im Mittelalter entstanden vor allem Sakralbauten, deren bedeutendste der
Dom Unsere Liebe Frau und die Basilika St. Ulrich und Afra sind, die
das Stadtbild auch heute noch entscheidend prägen. Die um 1140
entstandenen Prophetenfenster im südlichen Obergaden des Doms sind die
weltweit einzigen erhaltenen Beispiele romanischer Glasmalerei. Weitere
bedeutende kirchliche Kunstwerke aus dieser Zeit sind die Bronzetüren
des Augsburger Domes aus den Jahren 1065, die im Jahr 2000 renoviert
wurden.
Der Perlachturm
Daneben umgab sich das mittelalterliche Augsburg mit großen Wehranlagen
und einer durchgehenden Stadtmauer, von der noch heute viele Teile
erhalten sind, unter anderem der Fünfgratturm oder das Wertachbrucker
Tor. Innerhalb dieser Mauern siedelten sich zur selben Zeit Gold- und
Silberschmiede an, die sich über die Jahrhunderte einen hervorragenden
Ruf erarbeiteten. Ihre Werke können heute in verschiedenen Museen und
Ausstellungen betrachtet werden. Die Stadt selbst ist noch heute von
einer auffällig hohen Zahl von Handwerkern dieser Richtung geprägt.
Ihren absoluten Höhepunkt erlebte Augsburg zur Zeit der Renaissance, als
hier Künstler wie Hans Holbein der Ältere oder Hans Burgkmair der
Ältere wirkten und die Stadt zu einem der bedeutendsten kulturellen
Zentren in Mitteleuropa werden ließen. In dieser Zeit entstanden einige
der wichtigsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die nicht zuletzt
durch die reichen Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser finanziert
wurden: Elias Holl erbaute das Rathaus, das als bedeutendster profaner
Renaissancebau nördlich der Alpen gilt und über den Prachtbrunnen
(Augustusbrunnen, Herkulesbrunnen und Merkurbrunnen) thront. Mit der
Fuggerei entstand außerdem die älteste noch heute genutzte
Sozialsiedlung der Welt.
Doch auch spätere Epochen haben in Augsburg ihre Spuren hinterlassen.
Vor allem der Rokokostil, der auch Augsburger Geschmack genannt wurde,
hat der Stadt seinen Stempel aufgedrückt: Aus dieser Zeit stammen unter
anderem die Bischöfliche Residenz und das Schaezlerpalais.
Bärengehege im Augsburger Zoo
Während der Industriellen Revolution entstanden Fabrikanlagen wie zum
Beispiel die Schülesche Kattunfabrik, der Glaspalast oder das
Fabrikschloss, die heute größtenteils anderen Zwecken (zumeist als
Museen oder Kunstgalerien) dienen, und Industriellenvillen wie das
Gignoux-Haus, die Villa Haag oder die Villa Silbermann. Der Jugendstil
hinterließ in Augsburg mit der Synagoge, der Herz-Jesu-Kirche im
Stadtteil Pfersee und dem Alten Stadtbad ebenfalls außerordentliche
Bauwerke.
Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde 1937 der Augsburger Zoo
eröffnet, der nach Kriegsende mit exotischen Tieren bestückt wurde und
mit jährlich mehr als 500.000 Besuchern heutzutage die meistbesuchte
kulturelle Einrichtung Bayerisch-Schwabens darstellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten zunächst vor allem Bauten für
Großveranstaltungen das Stadtbild, zu erwähnen ist vor allem das
Rosenaustadion als modernstes Stadion seiner Zeit und viele in
Sichtbeton-Bauweise errichtete Gebäude, so unter anderem die Sporthalle,
das Kongresszentrum mit dem Hotelturm oder das Curt-Frenzel-Stadion.
In die vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege herausgegebene und
betreute Denkmalliste sind derzeit 1226 Augsburger Einzelbaudenkmäler
eingetragen - diese machen damit etwa 1,6 Prozent des gesamten
Gebäudebestandes der Stadt aus. Darüber hinaus hat Augsburg 20
eingetragene Ensembles sowie das großflächige Altstadtensemble, welches
wiederum 65 geschützte Platz- und Straßenbilder aufweist.
Museen und Galerien
Die Stadt verfügt über eine Vielzahl von Museen, deren Gesamtheit in der
Liste der Museen in Augsburg zu finden ist. Hier soll nur auf die
bedeutendsten eingegangen werden.
Schwäb. Handwerkermuseum
Das Maximilianmuseum wurde 1855 errichtet und zum Jahrtausendwechsel
erstmals von Grund auf renoviert, wodurch es ein historisch-modernes
Flair erhalten hat. Der Ausstellungsbereich erstreckt sich über mehrere
Etagen und teilt sich auf in Dauerausstellungen, die unter anderem
Skulpturen, Goldschmiedekunst, Bauentwürfe und stadtgeschichtliche
Sammlungen darstellen, sowie in einen Teil für Wechselausstellungen.
Das Schwäbische Handwerkermuseum wird von der Schwäbischen
Handwerkskammer betrieben und zeigt historische Werkstätten alter und
zumeist ausgestorbener Handwerke wie zum Beispiel Bader, Sattler,
Schuhmacher, Uhrmacher, Bäcker, Buchbinder oder Posamentierer. Zu sehen
sind originale Einrichtungen, Werkzeuge und Arbeitsmaterialien. Daneben
widmet sich eine eigene Ausstellung den Zünften.
Im Römischen Museum, das sich in den Räumen des ehemaligen
Dominikanerklosters St. Magdalena befindet, sind archäologische Funde
aus Augsburg und Umgebung von der Steinzeit über die Bronzezeit bis zur
Spätantike und dem frühen Mittelalter zu betrachten. Das Schwergewicht
liegt jedoch auf Objekten aus der Zeit als römische Provinzhauptstadt.
Das nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen 2006 wiedereröffnete
Schaezlerpalais ist einerseits als ein Glanzpunkt des Rokokobaustils
sehenswert, beherbergt andererseits aber auch vier bedeutende
Kunstsammlungen: Die Deutsche Barockgalerie, die Graphische Sammlung,
die Karl und Magdalene Haberstock-Stiftung und die Staatsgalerie in der
Katharinenkirche – Altdeutsche Meister. Hier sind unter anderem Werke
von Albrecht Dürer zu betrachten.
Glaspalast Augsburg (beherbergt mehrere Kunstmuseen)
Für Anhänger der modernen Kunst ist der Glaspalast mit dem Kunstmuseum
Walter und der benachbarten Galerie Noah der richtige Ort, denn hier
wird auf 5.500 m² Ausstellungsfläche die Privatsammlung des Unternehmers
Prof. Ignatz Walter gezeigt. Schwerpunkt der Sammlung ist die
zeitgenössische Kunst. Als Höhepunkt gilt die Glaskunst von Egidio
Costantini, dessen zahlreiche Werke in Zusammenarbeit mit Künstlern wie
Picasso, Miró und Braque entstanden. Außerdem sind hier auch die
Staatsgalerie Moderne Kunst, eine Zweigstelle der Pinakothek der Moderne
in München, und das H2 – Zentrum für Gegenwartskunst untergebracht.
Das Eishockeymuseum befindet sich neben dem Plärrer und stellt
verschiedene Exponate berühmter Eishockeyspieler im In- und Ausland aus,
so zum Beispiel den Nachlass von Gustav Jaenecke. Daneben führt es die
Hall of Fame Deutschland, in die Spieler, Schiedsrichter, Trainer,
Offizielle und Journalisten aufgenommen werden.
Die Geburtshäuser von Bertolt Brecht und Leopold Mozart wurden nach
selbigen benannt und beherbergen heute als Brecht- beziehungsweise
Mozarthaus Ausstellungen über Leben und Wirken der beiden berühmtesten
Söhne der Stadt.
Das Puppentheatermuseum Die Kiste der Augsburger Puppenkiste befindet
sich im ehemaligen Heilig-Geist-Spital und zeigt die bekannten „Stars an
Fäden“ wie das Urmel, Jim Knopf oder Kalle Wirsch.
Daneben bietet die Fuggerstadt eine große Zahl weiterer Museen und
Galerien mit verschiedenen Themen und erwartet mit dem Bahnpark
Augsburg, dem Bayerischen Textil- und Industriemuseum und dem
Gaswerk-Museum, die derzeit eingerichtet werden, in naher Zukunft drei
weitere bedeutende Museen.
Theater und Bühnen
Entsprechend der generellen kulturellen Bedeutung befindet sich in
Augsburg auch eine Vielzahl von Theatern, die in ihrer Gesamtheit in der
Liste der Theater in Augsburg zu finden sind.
Das Stadttheater Augsburg
Das Theater Augsburg ist das bedeutendste Theater der Stadt und besitzt
ein Musiktheater-, Schauspiel- und Ballettensemble, das an mehreren
Spielorten (im Großen Haus, in der Komödie, im Hoffmann-Keller, auf der
Freilichtbühne am Roten Tor und in der Kongresshalle) auftritt.
Deutschlandweit bekannt ist die Augsburger Puppenkiste, ein
Marionettentheater sowohl für Erwachsene als auch Kinder. Die
Puppenkiste hat legendäre Produktionen wie Urmel aus dem Eis oder Jim
Knopf und Lukas der Lokomotivführer hervorgebracht und produziert
ungeachtet moderner Trends erfolgreich neue Theaterstücke.
Mit dem S'ensemble Theater besitzt Augsburg auch ein überregional
beachtetes experimentelles Theater, das zunächst auf einer
Freilichtbühne spielte und inzwischen eine eigene Spielstätte in der
Kulturfabrik Augsburg unterhält. Die Stücke des S'ensemble Theaters
reichen von Sprech-, Musik-, Improvisations- und Ausdruckstheater bis
hin zu Performance und Installation.
In der Stadt sind eine große Zahl weiterer Bühnen oder Kulturhäuser zu
finden, die sich den verschiedensten Sparten des Theaters gewidmet
haben. Außerdem betreiben viele Schulen eigene Theatergruppen, so auch
die Universität mit ihrem Romanistentheater.
Kinos
Ehemaliger Filmpalast und St.-Moritz-Kirche
Augsburgs Filmtheater haben eine lange Tradition. Die erste belegte
Filmvorführung fand am 19. Oktober 1896 im Kaffeehaus Mercur am
Judenberg statt, wo verschiedene Kurzfilme – zum Beispiel die Ankunft
eines Zuges an einem Bahnhof – von einem Kinematographen vorgeführt
wurden. In den Jahren danach kamen regelmäßig Schausteller mit ihren
Wanderkinematographen auf verschiedene Volksfeste.
Das erste Kinogebäude zur Veranstaltung von Varieté meldete der
Augsburger Lebensmittelhändler Fridolin Widmann im November 1906
behördlich an: Das Thalia-Theater darf sich damit als das älteste Kino
der Stadt bezeichnen, auch wenn dieser Name erst 1909 sicher
nachgewiesen ist.[16]
Viele der damals entstandenen Kinos existieren heute nicht mehr oder
unter anderem Namen. Einen entscheidenden Einschnitt markierte um die
Jahrtausendwende der Bau von zwei Multiplexkinos, einem Abzweiger der
Cinestar- und einem der Cinemaxx-Kette, die das Ende von traditionellen
Filmtheatern wie dem Capitol oder dem Filmpalast bedeuteten. So
konzentrieren sich heute diese beiden Kinokomplexe auf die aktuellen
Hollywood-Blockbuster.
Daneben haben sich einige kleinere Kinos gehalten, die größtenteils in
die Sparte des Programmkinos fallen und neben den eigentlichen Filmen
auch andere kulturelle Veranstaltungen anbieten: Das Liliom, das
Mephisto, das Savoy, die Schauburg und das Thalia.
Jedes Jahr im Sommer findet das Augsburger Lechflimmern statt. Dabei
werden an verschiedenen Örtlichkeiten – unter anderem in Freibädern und
auf einer Seebühne – täglich Filme jeglichen Genres auf eine große
Leinwand projiziert. Die Besucher können sich auf bereitgestellte
Plastikstühle setzen oder sich mit Decken auf das Gras legen. Filmbeginn
ist immer mit Untergang der Sonne.
Der im Sommer 2006 erschienene bayerische Film Wer früher stirbt ist
länger tot, der deutschlandweit Beachtung fand und den Förderpreis
Deutscher Film erhielt, feierte seine Premiere im Mephisto-Kino.
Musik
Bands und Interpreten
Augsburg ist der Heimatort einiger deutschlandweit bekannter
Musikinterpreten und -bands. Die bekannteste dürfte The Seer sein, die
1990 gegründet wurde und eine Mischung aus hymnenhaftem Rock und
Folk-Elementen spielt.
Schon zehn Jahre früher erblickte die Band Impotenz das Licht der Welt,
die anfangs vor allem durch provokative Liedtexte auffiel. So wurde das
Lied Nutten an die Macht vom Bayerischen Rundfunk sogar auf die
Verbotsliste gesetzt. 1984 hätten sie eigentlich eine Single mit Roy
Black aufnehmen wollen, was dieser aber gesundheitsbedingt absagen
musste.
Augsburg bot schon in den 1960er Jahren ein gutes Pflaster für Bands,
die sich vor allem auf lokaler Ebene einen Namen gemacht haben – so zum
Beispiel „The Roughroads“ oder „The Shotguns“. Dagegen sind vor allem in
jüngerer Zeit die Popbands Nova International und Anajo bekannt
geworden. Letztere vertrat das Bundesland Bayern 2007 beim Bundesvision
Song Contest und erreichte den neunten Platz.
Überregionale Berühmtheit hat inzwischen auch die Gruppe Dear John
Letter erreicht, deren Postrock vor allem über das Internet bekannt
wurde und fast ausschließlich positiv aufgenommen wird.
Roy Black, der als Beatsänger mit „The Cannons“ begann, dann aber durch
seine Schlager (zum Beispiel „Du bist nicht allein“) berühmt wurde, ist
kein gebürtiger Augsburger, sondern stammt aus dem Dorf Straßberg wenige
Kilometer südlich. Seine gesamte Jugend verbrachte er dennoch in der
Fuggerstadt, da er am dortigen Holbein-Gymnasium das Abitur absolvierte.
Viele bekannte Augsburger Bands sind auf dem Album „2000 Töne“ zu hören,
das anlässlich des 2000. Geburtstages der Stadt aufgenommen wurde.
Chöre
Als bedeutendster Chor Augsburgs gelten die Domsingknaben, ein reines
Jungenensemble, das unter dem Patrozinium des Doms St. Marien steht,
weswegen die Sänger früher auch „Marianer“ genannt wurden. Der Chor
besitzt eine lange Tradition: Eine erste urkundliche Erwähnung findet
sich 1439. Neben der regelmäßigen Gestaltung der gottesdienstlichen
Liturgie im Dom bestreiten seine Mitglieder ständig Konzerte und
Auslandsreisen und wurden auch durch etliche Platten- beziehungsweise
CD-Aufnahmen bekannt.
Das Theater Augsburg besitzt in seinem Ensemble einen hauseigenen
gemischten Chor, der in der Regel vor allem bei großen Opern- oder
Musical-Produktionen eingesetzt wird, daneben aber auch eigene Konzerte
und Auftritte gibt.
Vor allem im Rahmen des „Mozartjahres“ 2006 fand der Mozartchor Augsburg
deutschlandweite Beachtung. Er wurde 1976 gegründet und besteht aus
erfahrenen Laiensängern und -sängerinnen. Sein Repertoire umfasst dabei
hauptsächlich Oratorien, die zusammen mit namhaften Solisten oder
Orchestern aufgeführt werden.
Daneben besteht eine Vielzahl weiterer Chöre, die größtenteils zu
christlichen Gemeinden oder Organisationen, Musik- und
allgemeinbildenden Schulen gehören. Hierbei zeichnen sich vor allem die
gemischten Chöre der Albert Greiner Sing- und Musikschule und des
Gymnasiums bei St. Stephan aus, die weit über die Stadtgrenzen hinaus
bekannt sind.
Orchester
Die Bayerische Kammerphilharmonie stellt das bekannteste Orchester
Augsburgs, obwohl sie erst 1990 gegründet wurde. Das Kammerorchester
widmet sich vor allem der Interpretation klassischer und
zeitgenössischer Musik und hat sich mittlerweile in der Musikwelt
etabliert, was nicht zuletzt an zwei bedeutenden Auszeichnungen liegt,
die ihm 1996 verliehen wurden: Der Förderpreis der europäischen
Wirtschaft und der Kulturpreis der europäischen Regionen.
Das Philharmonische Orchester der Stadt Augsburg gehört zum Ensemble des
städtischen Theaters und untermalt hauptsächlich dessen Produktionen.
Die insgesamt 70 engagierten Konzertmeister und Musiker treten daneben
aber auch eigenständig oder in Zusammenarbeit mit anderen Chören
auf.[17]
Das Bukowina-Institut für Osteuropa-Studien, im Augsburger Süden
gelegen, besitzt seit 1991 ein eigenes Salon- und Liebhaberorchester,
das aus etwa 30 Hobbymusikern und Studenten der Hochschule für Musik
besteht. Mittlerweile hat das junge Orchester bereits einige
Auslandsreisen – vornehmlich nach Osteuropa – mit großem Erfolg
absolviert.[18]
Weitere Orchester werden von vielen Schulen, Organisationen und
Musikliebhabern gestellt, die in der Stadt für einen großen
musikalischen Veranstaltungskalender sorgen.
Kulturelle Veranstaltungen
Das Brechthaus
Augsburg kann über die Jahrhunderte auf etliche bedeutende Bürger
zurückblicken, deren Jubiläen der Stadt Anlass zu großen Veranstaltungen
gaben. So finden in regelmäßigen Abständen große Ereignisse mit der
Thematik Bertolt Brecht statt, unter anderem Literaturprojekte oder
Theateraufführungen.
Mit Beginn des Jahres 2006, dem sogenannten Mozart-Jahr, präsentierte
sich Augsburg als deutsche Mozartstadt, da Mozarts Vater und Familie aus
der Region stammten und selbst seine Jugendliebe eine Bürgerin der
Stadt war. In diesem Rahmen fanden unzählige Konzerte und Vorträge
statt.
Seit 1985 finden jedes Jahr im März die Internationalen Filmtage
Augsburg statt, die sich in vier Unterveranstaltungen aufgliedern
lassen: Das Augsburger Kinderfilmfest, die Tage des unabhängigen Films,
das Augsburger Kurzfilmwochenende und das internationale Symposium
Cinema of Tomorrow für junge Filmemacher und -studenten. 2006 fiel das
Festival wegen Finanzierungsproblemen aus, die jedoch im Herbst
desselben Jahres beseitigt werden konnten, so dass die Filmtage auch in
Zukunft stattfinden werden.[19]
Daneben finden etliche weitere Veranstaltungen jeder Art und
Kunstrichtung statt, angefangen von Konzerten über Kunst- und
Kabaretttage. So ist die Stadt unter anderem auch Schauplatz des Honky
Tonk-Festivals.
Sonstige Veranstaltungen
Der Oster-Plärrer im Jahr 2006
Der Augsburger Plärrer ist das größte Volksfest in Bayerisch-Schwaben
und das drittgrößte in Bayern und findet zweimal im Jahr statt: Im
Frühjahr (beginnend am Ostersonntag) und im Spätsommer (Ende
August/Anfang September). Der Plärrer wird auf dem sogenannten Kleinen
Exerzierplatz bei den städtischen Freibädern aufgebaut und dauert etwa
zwei Wochen. Die Schausteller kommen dazu hauptsächlich aus
Süddeutschland. Dieses Volksfest kann auf eine mehr als tausendjährige
Tradition zurückblicken und lockt jedes Mal Tausende Besucher pro Tag
an.[20] Bertolt Brecht hat es im Jahr 1917 in seinem Gedicht Das
Plärrerlied gewürdigt.
Ein zweites großes Volksfest bildet die Augsburger Dult, ein ehemaliges
Kirchenfest. Hierbei entsteht eine fast einen Kilometer lange
Budenstraße zwischen Jakobertor und Vogeltor (entlang der alten
Stadtmauer), welche die typischen Waren eines Jahrmarktes anbietet. Die
Dulten werden zweimal pro Jahr von Tausenden besucht: Einmal um Ostern
(die sogenannte Frühjahrs- oder Osterdult) und um den 29. September, den
St. Michaels-Tag (die sogenannte Herbst- oder Michaelidult).
Das Turamichele am Perlachturm
An diesem Tag besteht auch die einzige Möglichkeit im Jahr, das
Turamichele, eine mechanisch bewegte Figur des Erzengels Michael, zu
betrachten: Sie erscheint zu jeder vollen Stunde im untersten
Westfenster des Perlachturms und verpasst dem Teufel jeweils so viele
Stiche wie Glockenschläge. Auf dem Rathausplatz findet an diesem Tag
zusätzlich ein großes Kinderfest statt.
Jährlich zur Adventszeit wird auf dem Rathausplatz der Augsburger
Christkindlesmarkt aufgebaut, der schon 1498 in einem Protokoll erwähnt
wird und somit zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands gehört.
Seit 1977 findet an den Adventswochenenden sowie zur Eröffnung und zum
Abschluss des Marktes das „Engelesspiel“ statt, bei dem 24 Personen in
Engelskostümen auf dem Balkon des Rathauses erscheinen.
Als Schauplatz des Augsburger Reichs- und Religionsfriedens von 1555,
des ersten Vertrages für ein friedliches Zusammenleben von Katholiken
und Protestanten, präsentiert sich Augsburg außerdem als „Friedensstadt“
und vergibt alle drei Jahre den Augsburger Friedenspreis, den unter
anderem schon Michail Gorbatschow und Richard von Weizsäcker erhielten.
Nachtleben
Als Mittelpunkt des Augsburger Nachtlebens gilt die Gegend um die
Maximilianstraße, in der sich vor allem in den letzten Jahren eine
Vielzahl von Bars, Clubs und Cafés angesiedelt haben und ein breit
gefächertes Angebot bieten. Jedes Jahr im Sommer findet hier außerdem
das „Max“, ein großes Open Air-Straßenfestival, statt und lockt an einem
Wochenende Zehntausende Besucher in die Stadt.
Größere Diskotheken, die sich verschiedensten Musikrichtungen gewidmet
haben, sind vor allem in den Außenbezirken der Stadt zu finden. Dort
sorgen außerdem eine Vielzahl kleinerer Bars und Kneipen (in den
Arbeitervierteln im Norden der Stadt vor allem so genannte „Boaizen“, im
Süden der Stadt dagegen hauptsächlich studentisch geprägte Lokale) für
eine breite Palette an Ausgehmöglichkeiten.
Kulinarische Spezialitäten
Der Zwetschgendatschi, eine Augsburger Spezialität
Die bekannteste Augsburger Spezialität verleiht den Einwohnern
gleichzeitig einen Spitznamen: Der als Zwetschgendatschi bekannte
Blechkuchen, aus Hefe- oder Mürbeteig gebacken und mit halbierten
Zwetschgen belegt, wurde in der Stadt erfunden, weshalb deren Bürger
auch „Datschiburger“ genannt werden.
Eine weitere verbreitete Speise ist die Weißwurst, die hier nach München
eine zweite Heimat besitzt, was der Bayerische Fleischerverband sogar
zu würdigen weiß: Er hat beim Marken- und Patentamt einen Antrag
gestellt, wonach auch Augsburger Metzger das Recht bekommen sollen,
ihren Würsten den Titel „Original Münchner Weißwurst“ zu geben.
Die typische Beilage zu Augsburger Gerichten bilden Spätzle, aus Mehl,
Eiern und Salz zubereitete Teigwaren. Diese werden in abgewandelter Form
auch als eigenes Gericht serviert: Hierbei nehmen die Kässpatzen die
Spitzenposition ein, die ihren Weg in die Fuggerstadt wohl ursprünglich
aus dem Allgäu gefunden haben, hier aber heutzutage mindestens genauso
gerne und oft verzehrt werden. Sie werden zumeist mit Röstzwiebeln und
Salat gereicht.
Weitere beliebte Kulinaritäten sind Schupfnudeln und der Schweinsbraten, der allerdings nahezu überall in Bayern geschätzt wird.
Der Augsburger Dialekt
Ein Besucher wird nahezu keinen gebürtigen Augsburger den Namen seiner
Stadt so sprechen hören, wie er eigentlich geschrieben wird. Vielmehr
wird „Augsburg“ im fast schon eigenen städtischen Dialekt Augschburg
ausgesprochen.
Eine genaue Zuordnung des Augsburgerischen zu einer Sprachgruppe
gestaltet sich schwierig, da die Stadt die Grenze verschiedener
Verbreitungsgebiete von Mundarten bildet und somit die dortige Sprache
von vielfältigen Einflüssen geprägt ist. Prinzipiell ist der Dialekt den
ostschwäbisch-alemannischen Mundarten zuzuordnen, ist aber auch durch
mittel- beziehungsweise südbairische Dialektformen mit
mittelhochdeutschen Relikten durchsetzt. Vor allem die jüngeren
Generationen sprechen heutzutage einen stärker vom Hochdeutschen und
Bairischen geprägten schwäbischen Dialekt.
Deutlich ausgeprägt sind im Augsburgerischen das sch (Beispiele: ist ?
isch; weißt ? woisch; könntest du mir nicht einmal zeigen, wie ich das
am besten zu tun habe ? kénndsch mr ned amol zoigar, wiar i dés âm
beschdar zom dua hâb/hâo) und das gerollte r (Beispiele: sprechen ?
schprechr; oder ? odr). „Der steinerne Mann“ wird dr schtoinarne Mâ
(oder dr schtoinerne Mo) ausgesprochen, während die Straßenbahn als
Schtrossabô bekannt ist.
Sport und Freizeit
Sportvereine
Seit 2006 besitzt die Fuggerstadt mit dem FC Augsburg wieder einen
Verein im Profifußball: Nach 23 Jahren gelang dem 1907 gegründeten Club
der Meistertitel in der Regionalliga Süd und damit die Rückkehr in die
Zweite Fußball-Bundesliga. Der FCA, dessen Talentschmiede unter anderem
Helmut Haller, Christian Hochstätter, Bernd Schuster und Armin Veh
durchliefen, ist Rekordmeister der Bayernliga und hatte vor allem Mitte
der 1970er Jahre seinen Höhepunkt, als zu den Heimspielen
durchschnittlich 23.000 Fußballbegeisterte kamen.
Daneben besteht mit dem TSV Schwaben Augsburg ein zweiter
Fußball-Traditionsverein, der zeitweise bis in die Bayernliga aufsteigen
konnte. Bekannt geworden sind die Schwaben aber vor allem durch ihre
anderen Sportabteilungen, allen voran das Kanu- und Kajakteam, dessen
Sportler unter anderem drei Olympische Goldmedaillen (1992, 1996 und
2008) erringen konnten. Die Frauenfußballmannschaft des TSV Schwaben
spielt derzeit ebenso wie die des TSV Pfersee Augsburg in der
Regionalliga Süd.
Als beständigste Profimannschaft der Stadt spielen die
Eishockey-Erstligisten Augsburger Panther in der DEL. Hervorgegangen ist
das Team aus dem 1878 als erster Eislaufverein Deutschlands gegründeten
Augsburger EV, der nach wie vor für den Nachwuchsbetrieb zuständig ist,
daneben aber selbst eine Amateurmannschaft besitzt. Mit den EG
Woodstocks gibt es noch eine dritte Eishockey-Mannschaft in Augsburg.
Der Turnverein Augsburg 1847 ist der zweitgrößte Sportverein der Stadt
und ist in den verschiedensten Sportarten mit sehr großem Erfolg tätig:
So wurden zuletzt die Deutschen Meisterschaften im Faustball, der
Rhythmischen Sportgymnastik und der Turnerjugend-Gruppenmeisterschaft
errungen.
Vor allem in den Sportarten Hand- und Volleyball hat sich die DJK
Augsburg-Hochzoll, ein 1999 erfolgter Zusammenschluss mehrerer bis dahin
eigenständiger Vereine, ein hohes Ansehen verschafft. Ihre Mannschaften
stiegen teilweise bis in die Erste Bundesliga auf.
Bis zu seiner Auflösung 1995 war der in den 1970er Jahren von Kroaten
gegründete Fußballverein FC Enikon Augsburg einer der erfolgreichsten
Migrantenvereine Deutschlands und spielte in seiner letzten Spielzeit in
der Bayernliga, der zu der Zeit vierthöchsten Liga im deutschen
Fußballsystem.
Der Post SV Augsburg war Gründungsmitglied der Tischtennis-Bundesliga
1966 und konnte diese Klasse sechs Jahre lang halten. Erst dann musste
das Team absteigen und konnte seitdem nie mehr an die alten Erfolge
anknüpfen. Bekannte Spieler in der Mannschaft waren Peter Stähle, Toni
Breumair und Martin Ness.
Sportveranstaltungen
Augsburger Eiskanal
Das größte sportliche Ereignis in Augsburg ist der alljährlich im Sommer
ausgetragene Augsburger Stadtlauf, der 2008 annähernd 5.000 Profi- wie
Freizeitsportler anlocken konnte. In vier Disziplinen können sich
sämtliche Teilnehmer miteinander messen, wobei die vorderen Plätze mit
Geldpreisen dotiert sind. Der Stadtlauf ist die größte
Breitensportveranstaltung in Bayerisch-Schwaben.[21]
Eine zweite Großveranstaltung ist die RT.1 Skate Night Augsburg, die
ebenfalls jährlich zu mehreren Terminen im Sommer stattfindet. Benannt
ist sie nach dem Hauptsponsor, einem lokalen Radiosender. Dabei fahren
durchschnittlich 4.000 Inlineskaten-Begeisterte verschiedene Strecken
über zu diesem Anlass abgesperrte Straßen und Plätze der Großstadt, die
für einige Stunden nur ihnen gehören.[22]
Der Weltcup im Kanusport macht jährlich Halt in Augsburg, wo mit dem
Eiskanal eine der besten künstlichen Wildwasser-Anlagen der Welt
existiert und ferner das Bundesleistungszentrum für Kanusport seinen
Sitz hat. Der mehrere Tage dauernde Weltcup zieht täglich Tausende
Sportbegeisterte an. 2003 gastierte hier außerdem die Weltmeisterschaft
im Kanusport.
Daneben finden an verschiedenen Orten in der Stadt unzählige andere
Sportveranstaltungen statt, die sich vor allem an junge Menschen wenden:
So wird der Willy-Brandt-Platz vor dem Einkaufszentrum City Galerie
jährlich kurz vor Weihnachten zum Schauplatz eines großen
Snowboard-Railbattles, das von mehr als 15.000 Zuschauern besucht wird
und mittlerweile so bekannt ist, dass manche Profis sogar aus den USA
anreisen, um teilnehmen zu können.
Eine Kuriosität ist der jährliche Augsburger Rückwärtslauf, der seit
2000 immer am Faschingsdienstag ausgetragen wird. Im Jahr 2007 fiel er
aus.
Augsburg wird mit der bis 2009 fertiggestellten Impuls Arena ein
Austragungsort für Spiele der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 sein,
nachdem der Deutsche Fußball-Bund am 30. Oktober 2007 den Zuschlag für
die Ausrichtung der Weltmeisterschaft erhalten hat.
Freizeit- und Sportanlagen
Das Rosenaustadion
Als die derzeit größte und bekannteste Sportstätte in Augsburg darf das
von 1949 bis 1951 erbaute Rosenaustadion bezeichnet werden, das nach
seiner Eröffnung als eines der modernsten Stadien in Europa galt. Vor
allem bis zur Einweihung des Münchener Olympiastadions hatte es eine
immense Bedeutung für Sportveranstaltungen in Deutschland und war unter
anderem Schauplatz mehrerer Vorrundenfußballspiele der Olympischen
Sommerspiele 1972 sowie einiger Leichtathletik-Ländervergleiche.
Heutzutage dient es vor allem dem FC Augsburg für seine Heimspiele.
Das am 2. November 1963 eröffnete Curt-Frenzel-Stadion ist heute das
einzige nicht vollständig geschlossene Eishockeystadion in der DEL und
der 2. Eishockey-Bundesliga und wird von den Augsburger Panthern für
ihre Heimspiele benutzt. Das Bauwerk galt bei seiner Eröffnung als ein
Meisterwerk der Sichtbeton-Bauweise. Es wird bis 2010/2011 modernisiert
und vollständig zur Halle geschlossen.
Das Curt-Frenzel-Stadion
Die Sporthalle Augsburg wurde 1965 als erstes großes Hallenbauwerk in
Augsburg nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet und gilt wegen ihrer
Hängedachkonstruktion aus Spannbeton als architektonische
Meisterleistung, was 2003 durch eine Eintragung in die Denkmalliste
gewürdigt wurde. Während sie bei den Olympischen Sommerspielen 1972
Schauplatz einiger Handball- und Basketball-Spiele war, wird sie
heutzutage vor allem für Konzerte und Auftritte von Künstlern genutzt.
Als dritter Austragungsort von Wettbewerben der Olympischen Spiele von
1972 diente der eigens für diesen Zweck errichtete Augsburger Eiskanal,
in dem sämtliche Kanusportdisziplinen stattfanden. Die erste künstliche
Wildwasserstrecke der Welt besitzt eine Tribüne für 24.000 Zuschauer und
ist nach wie vor für Weltcups im Kanuslalom in Betrieb.
Nach dem Rosenaustadion ist das Ernst-Lehner-Stadion das zweite große
Fußballstadion der Fuggerstadt, in dem der TSV Schwaben Augsburg seine
Heimspiele austrägt. Es befindet sich auf dem Gelände der Sportanlage
Süd, einem großen Sportfeld am westlichen Rand des Siebentischwaldes mit
vielen Sportplätzen und Laufwegen (unter anderem dem
Max-Gutmann-Laufpfad).
Daneben bestehen weitere Sportanlagen wie die Bezirkssportanlage
Haunstetten (ein Stadion mit 400-Meter-Kampfbahn für Leichtathletik und
500-Meter-Sandbahn für Sandbahnrennen, in dem seit den 1970er Jahren
internationale Rennen stattfinden), die Bezirkssportanlage Paul Renz
(Trainingsgelände des FC Augsburg), die Karl-Mögele-Sportanlage in
Göggingen und die Anton-Bezler-Sporthalle im selben Stadtteil. Im
Stadtteil Lechhausen existiert seit 1988 die
200-Meter-Hallen-Radrennbahn der Radsportgemeinschaft Augsburg e. V.
Die Vormachtstellung des Rosenaustadions als größte Augsburger
Sportstätte wird mit dem bereits abgesegneten Bau der Impuls Arena (in
der Planungsphase „Augsburg Arena“ genannt) nach über fünfzig Jahren zu
Ende gehen. Der Neubau wird als reines Fußballstadion für den FC
Augsburg dienen, daneben werden hier Großveranstaltungen wie Konzerte
stattfinden. Nach dem Abschluss einer möglichen zweiten Ausbaustufe
könnten in dem Stadion bis zu 48.860 Zuschauer Platz finden.[23]
Augsburg bietet vier Hallen-Schwimmbäder, das Alte Stadtbad, das
Spickelbad sowie die Hallenbäder Haunstetten und Göggingen. Sie werden
ergänzt von fünf Freibädern, dem Familienbad, dem Bärenkeller- und dem
Lechhauser-Bad sowie dem Fribbe und dem Naturfreibad Haunstetten.
Grünanlagen und Parks
Der Japanische Garten im Botanischen Garten Augsburg
Schon vor der 1997 erlangten Auszeichnung als Grünste und lebenswerteste
Stadt Europas stand Augsburg in dem Ruf, eine außerordentlich hohe Zahl
an Grünflächen, Parks und Gärten zu besitzen. Diese lockern die eng
bebauten urbanen Räume vielerorts auf und bieten den Bewohnern eine
Möglichkeit zur Ruhe und Entspannung.
Als bekanntester Park gilt die Anlage am Königsplatz im Herzen der
Stadt. Die baumbestandene Grünfläche mit einem Brunnen in ihrer Mitte
liegt direkt neben dem gleichnamigen Haltestellendreieck, das dem
Öffentlichen Nahverkehr als Hauptknotenpunkt von Straßenbahnen und
Bussen dient. Der Park wurde ab 1911 im Zuge der Neugestaltung des
Bahnhofsviertels angelegt und besitzt heute den zweifelhaften Ruf,
nachts vor allem Alkoholikern und Drogensüchtigen als Treffpunkt und
Umschlagsplatz zu dienen.
Gegen einen geringen Eintrittspreis bietet der Botanische Garten am
nördlichen Ende des Siebentischwaldes dem Besucher auf einer Fläche von
etwa zehn Hektar vielfältige Gartenanlagen wie den Japanischen oder den
Bauern- und Apothekergarten. Insgesamt sind auf dem Gelände mehr als
eine Million Zwiebelpflanzen, über 1.200 Sorten Farne, Gräser, Stauden
und Wildkräuter, 280 Rosen- und 450 Gehölzarten sowie in Glashäusern
weitere 1.200 Pflanzenarten zu betrachten.
Der Wittelsbacher Park ist mit einer Fläche von 20,8 Hektar die größte
Grünanlage im bebauten Stadtgebiet und seit 1980 ein
Landschaftsschutzgebiet, das neben dem eigentlichen Park auch den
nordöstlich gelegenen Stadtgarten und den Abhang zum Wertachtal umfasst.
Den Namen des Adelsgeschlechtes Wittelsbacher erhielt die Anlage erst
1906, die Vorläufer existierten aber schon erheblich früher. Bis zum Bau
des Messegeländes fand auf diesen Freiflächen die jährliche Augsburger
Frühjahrsausstellung statt. Unter dem Wittelsbacher Park wurde 1944 ein
kilometerlanges Luftschutzstollen-System gegraben, das noch in Teilen
erhalten ist.
Obwohl der Hofgarten schon von 1739 bis 1744 angelegt wurde, ist er erst
seit 1965 für die Öffentlichkeit zugänglich, da er sich auf dem
Grundstück der Bischofsresidenz befindet. Nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges diente der Park lange Zeit als Obstgarten. Erst während
seiner Renovierung in den 1960er Jahren wurden hier verschiedene Bäume,
Sträucher, Blumenbeete, Buchshecken und -pyramiden gepflanzt, die dort
heute ebenso zu bewundern sind wie ein Seerosenteich und ein großer
Springbrunnen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die schwäbische Universitätsstadt bildet eines der 23 Oberzentren des
Freistaates Bayern und einen der wichtigsten Industriestandorte
Süddeutschlands.
Verkehr
Straßenverkehr
Die wichtigste Fernverkehrsstraße im Stadtgebiet stellt die
Bundesautobahn A 8 in Richtung München und Stuttgart dar, an die
Augsburg in Form zweier direkter Anschlussstellen in Kleeblattform
angebunden ist (Augsburg-Ost und Augsburg-West). Drei weitere
Anschlussstellen befinden sich in den Vorstädten Dasing ,Neusäß und
Derching
Die B 300 im Stadtgebiet (Schleifenstraße)
Daneben ist Augsburg Knotenpunkt von vier Bundesstraßen: Die B 2, B 10, B
17 und B 300 führen in Nord-Süd- beziehungsweise Ost-West-Richtung
durch die Stadt.
Die „Gelbe Autobahn“ B 2 erreicht Augsburg vom Norden und geht im
Bereich der nördlichen Stadtgrenze in die ebenfalls autobahnähnliche B
17 (Westtangente) über, die im Stadtgebiet mehrspurig ausgebaut,
teilweise tiefer gelegt und bis auf eine Kreuzung im Bereich
Stadtbergen/Pfersee ausschließlich mit Ausfahrten versehen ist. Diese
Engstelle wird bis 2009 beseitigt sein. Die B 17 verlässt Augsburg dann
in Richtung Süden und ist bis auf wenige Kilometer an die A 96
autobahnähnlich angebunden. Der Ausbau des Teilstückes zwischen
Klosterlechfeld und der A 96 soll ebenfalls im Jahre 2009 fertiggestellt
werden. Die B 17 bekam im Abschnitt von Stadtbergen bis Oberhausen den
Namen der Augsburger Partnerstadt Dayton zugeteilt und heißt
dementsprechend Dayton-Ring. Die Bundesstraße 300 ist nur im direkten
Stadtgebiet und den Vororten mehrspurig ausgebaut, anschließend verengt
sie sich auf eine Spur pro Fahrtrichtung.
Mit der Schleifenstraße wurde in über zehn Jahren Bauzeit von 1993 bis
2004 (Planungen gehen bis in die 1930er Jahre zurück) eine
Süd-Ost-Verbindung von der Blücherstraße in Lechhausen bis zur B 300
(Haunstetter Straße im Hochfeld) geschaffen. Die Trasse ist durchgehend
vierspurig ausgebaut und führt von Lechhausen über eine vierte, neu
gebaute Lechbrücke weiter durch das Textilviertel, taucht in Höhe der
Provinostraße in einem 480 Meter langen Tunnel unter die Erde, erscheint
nach Unterfahrung der B 300 (Friedberger Straße) wieder an der
Oberfläche, umfährt das Rote Tor weitläufig und mündet im Hochfeld in
die B 300. Der Name Schleifenstraße kommt daher, dass durch die Straße
eine schleifenförmige Umfahrung der Innenstadt mit ost- und westseitigem
Anschluss an die Autobahn entstanden ist, wobei die südöstliche
Innenstadt rund um das Rote Tor vom Durchgangsverkehr entlastet wurde.
Wie auf der B 17 wurden die einzelnen Straßen nach den Augsburger
Partnerstädten benannt und tragen Namen wie Inverness-, Nagahama- oder
Amagasaki-Allee.
A 8 Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Rosenheim – Salzburg
B 2 Grenze/Polen – Berlin – Leipzig – Nürnberg – Augsburg – München – Garmisch-Partenkirchen – Grenze/Österreich
B 10 Lebach – Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg
B 17 Augsburg – Landsberg am Lech – Schongau – Füssen – Grenze/Österreich
B 300 Geisenfeld – Schrobenhausen – Aichach – Augsburg – Krumbach – Memmingen
In Augsburg besteht seit dem 1. Januar 2009 eine Umweltzone, die das
innere Stadtzentrum umfasst. [24][25] Ab 1. Januar 2012 ist die Einfahrt
in die Umweltzone nur noch für Fahrzeuge mit grüner Plakette erlaubt.
[26]
Öffentlicher Personennahverkehr
? Hauptartikel: Nahverkehr in Augsburg
Das gesamte Stadtgebiet ist Teil des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV),
der sich über ganz Mittelschwaben erstreckt, und wird von der
Augsburger und der Gersthofer Verkehrsgesellschaft durch vier
Straßenbahn-, 27 Stadtbus- und sechs Nachtbuslinien sowie verschiedene
Taxisammeldienste erschlossen.[27]
Eine Straßenbahn der Augsburger Verkehrsgesellschaft
In den vergangenen Jahren wurde das mittlerweile 35,5 km lange
Straßenbahnnetz durch Neubaustrecken zur Universität (1996), zur
nördlichen Stadtgrenze (2001) und zum Klinikum (2002) erweitert. Ferner
befinden sich zwei weitere Straßenbahnlinien in Planung, die bis 2011
eingerichtet sein sollen.
Daneben werden alle sieben Bahnhöfe der Stadt von sechs
AVV-Regionalbahnen der Deutschen Bahn zu regelmäßigen Taktzeiten
bedient, die in Zukunft auf ein S-Bahn-ähnliches System erweitert werden
sollen. Dabei sollte mit der Wiederinbetriebnahme des Bahnhofes
Hirblinger Straße ein achter Haltepunkt eingerichtet werden, diese
Planungen wurden allerdings wieder aufgegeben.
Den Regionalverkehr übernehmen die Regionalbus Augsburg GmbH und eine
große Zahl weiterer Omnibusunternehmen, wobei viele Buslinien bis zum
Augsburger Hauptbahnhof verkehren und so teilweise für den
innerstädtischen Nahverkehr genutzt werden können.
Als Hauptknotenpunkt für die städtischen Straßenbahn- und Buslinien
dient der Königsplatz („Kö“), der von 1933 bis 1945 den Namen
Adolf-Hitler-Platz trug. Nachdem ein 1914 östlich der
Konrad-Adenauer-Allee errichteter Pavillon, von der Bevölkerung Pilz
genannt, seine Kapazitätsgrenzen erreicht hatte, wurde 1977 nach
zweijähriger Bauzeit ein größeres Haltestellendreieck auf der anderen
Straßenseite eröffnet. Dieses ist inzwischen jedoch ebenfalls überlastet
und soll bis 2009 durch zusätzliche Bahnsteige und Straßenbahngleise
erweitert werden. Am 25. November gab es dazu einen Bürgerentscheid
gegen den geplanten Kö-Umbau, dem mit 53,2 % der Stimmen
(Wahlbeteiligung 24,2 %) entsprochen wurde. Somit wird trotz aktueller
Fördermittel zunächst ein Planungskonzept erstellt – der Umbau des
Königplatzes wird also vorerst nicht durchgeführt werden.
Schienenverkehr
Augsburg besitzt derzeit insgesamt sieben Bahnhöfe, wovon der
Hauptbahnhof mit Abstand der bedeutendste ist. Er bildet das eine Ende
der Schnellfahrstrecke Augsburg–München, der meistbefahrenen
Eisenbahnstrecke Deutschlands, und ist ICE- und IC-Station an den
Strecken von München nach Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Hamburg
und Stuttgart. Außerdem sind über die genannten wie auch über EC- und
Nachtzüge europäische Metropolen wie Amsterdam, Paris oder Wien
umsteigefrei erreichbar.
Augsburger Hauptbahnhof
Daneben verkehren sternförmig vom Hauptbahnhof aus sieben
AVV-Regionalbahnlinien nach Mammendorf, nach Aichach/Radersdorf, nach
Donauwörth, nach Dinkelscherben, nach Schwabmünchen, nach
Klosterlechfeld und nach Schmiechen. Der Regionalbahnverkehr soll ab
2008 zu S-Bahn-ähnlichen Taktzeiten betrieben und auf Dauer zur S-Bahn
Augsburg ausgebaut werden. Betrieben werden die Regionalzuglinien von
der DB Regio AG und seit Ende 2008 auch von der Bayerischen Regiobahn.
Der Hauptbahnhof wurde von 1843 bis 1846 erbaut und ist Deutschlands
ältester Bahnhof einer Großstadt, der noch im architektonischen
Originalzustand in Betrieb ist. Unter dem Projektnamen
„Mobilitätsdrehscheibe Hauptbahnhof“ wird momentan eine komplette
Modernisierung des Gebäudes geplant, die unter anderem die Errichtung
einer unterirdischen Straßenbahnhaltestelle beinhaltet.[28]
Weitere wichtige Bahnhöfe der Stadt sind Augsburg-Hochzoll und
Augsburg-Oberhausen, die halbstündlichen Anschluss an umsteigefreie
Eisenbahnlinien in andere süddeutsche Großstädte wie Nürnberg oder Ulm
besitzen. Die anderen Bahnhöfe erfüllen vor allem Funktionen im
Nahverkehr und werden nur von Regionalbahnen, selten von
Regional-Expressen, bedient.
Im Eisenbahngüterverkehr ist Augsburg seit der Stilllegung des
Rangierbahnhofes durch die Deutsche Bahn am 1. April 2005 kein
Knotenpunkt mehr. Allerdings entsteht ab 2007 im Städtedreieck
Augsburg/Gersthofen/Neusäß ein Güterverkehrszentrum zur Umsetzung des
Straßengüterverkehrs auf die Schiene.
Eine Besonderheit der Schwabenmetropole ist die 1898 gegründete
Augsburger Localbahn, eine quer durch die Stadt verlaufende Eisenbahn,
die den großen Industrieunternehmen einen Anschluss an das Schienennetz
verschafft. 2004 hatte sie ein Transportvolumen von 950.000 Tonnen und
ist inzwischen auch auf Eisenbahnstrecken außerhalb der Stadt aktiv.[29]
Das Projekt „Mobilitätsdrehscheibe“
Unter dem Begriff „Mobilitätsdrehscheibe“ versteht man ein Projekt der
Stadt Augsburg, durch das der Nahverkehr in der Stadt moderner und
attraktiver gestaltet werden soll. Dabei sind die Schaffung neuer
Straßenbahnlinien, der Ausbau der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte
Königsplatz und Hauptbahnhof sowie die Einrichtung einer S-Bahn
vorgesehen.
Der Baubeginn für den ersten Teil des Großprojekts erfolgte am 28. Juni
2007 mit dem Spatenstich für die neue Tramlinie 6 zwischen Hauptbahnhof
und Friedberg-West.
Luftverkehr
Im Nordosten der Stadt befindet sich der Flughafen Augsburg, der nach
dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet wurde, da die anderen Flugplätze der
Stadt anderweitig genutzt wurden. Von 1980 an diente er als
Regionalflughafen mit etlichen innerdeutschen Zielen, bis 2005 der
Linienverkehr eingestellt und der Flughafen zu einem Verkehrslandeplatz
herabgestuft wurde.
Augsburger Flughafen
Aufgrund der über die Jahre sehr stark gestiegenen Passagierzahlen war
geplant, den Flughafen auszubauen, was jedoch am Protest der Bewohner in
den umliegenden Orten scheiterte. Da somit nur Passagiermaschinen mit
bis zu 100 Personen landen können, stand die zivile Mitbenutzung des
NATO-Fliegerhorstes Lagerlechfeld in der Diskussion. Dieses Vorhaben
scheiterte jedoch an den hohen zusätzlichen Kosten, welche die
Bundeswehr für die Verlagerung der Munitionsdepots in Rechnung stellen
wollte.
Durch die Einstellung des Linienflugverkehrs im Jahre 2005 war die
Zukunft des defizitären Flughafens lange Zeit ungewiss, da die Stadt
Augsburg als Mitgesellschafter die Flughafen Augsburg GmbH jährlich mit 1
Mio. Euro bezuschussen musste, was in keiner Relation zum nunmehr
erbrachten Nutzen stand.
Im April 2006 entschied man sich, den Verkehrslandeplatz in einen
modernen City-Airport umzubauen, der hauptsächlich durch
Geschäftsflieger angeflogen werden soll. Daneben entsteht ein 80.000
Quadratmeter großes Gewerbegebiet, das hauptsächlich für Betriebe, die
Bezug zur Luftfahrt haben, erschlossen wird.
Wirtschaft
Großunternehmen
NCR Augsburg (Hauptgebäude)
Augsburg ist durch seine gute Lage historisch bedingt ein bedeutender
Industriestandort und war früher außerdem die Welthauptstadt der
Textilindustrie, wobei die Unternehmen dieser Sparte inzwischen fast
vollständig aus dem Stadtbild verschwunden sind.
Geprägt wird die Stadt vor allem durch die großen Werke der
Industrieunternehmen. So befinden sich am Rande der Altstadt die
Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), der Druckmaschinenhersteller
manroland, der Getriebeproduzent Renk, der Leuchtmittelhersteller Osram
und die Papierfabrik UPM-Kymmene (ehemals Haindl). Die Walter Bau AG,
einst Deutschlands drittgrößter Baumanagement- und
Bautechnologiekonzern, hatte im Textilviertel ihren Hauptsitz, ehe sie
2005 Insolvenz anmelden musste.
Den zweiten großen Industriestandort bildet Haunstetten im Süden
Augsburgs, wo sich die Premium Aerotec GmbH, ein Tochterunternehmen der
EADS, und die MT Aerospace AG als Unternehmen der Luft- und Raumfahrt,
Fujitsu Siemens Computers im Bereich Computerentwicklung und -fertigung
und Siemens mit einem eigenen Technopark niedergelassen haben.
In Lechhausen im Osten Augsburgs sind der Industrieroboter- und
Schweißanlagen-Hersteller KUKA und die Verlagsgruppe Weltbild, der
größte katholische Verlag und Versandhandel der Welt, zu finden. NCR,
das SB-Geräte für den Finanzbereich, Kassen- und Datenbanksysteme
herstellt, hat in Kriegshaber im Augsburger Westen seinen
deutschlandweiten Hauptsitz eingerichtet.
Daneben bestehen als weitere Großunternehmen Böwe Systec, das
Kuvertiersysteme und Komplettlösungen für Mailrooms entwickelt, Beta
Systems Software AG (ehemals Kleindienst Solutions), das im Bereich
Software- und Hardwareentwicklung tätig ist, EMCON Technologies (nach
Übernahme des Abgasanlagengeschäfts von ArvinMeritor, welches zuvor von
Zeuna Stärker übernommen wurde), das als Kfz-Zulieferer Abgassysteme für
PKW, Motorräder und Nutzfahrzeuge herstellt, und WashTec (ehemalig
Kleindienst), das Autowaschanlagen produziert.
Traditionsunternehmen
City-Galerie (größtes Einkaufszentrum in Schwaben)
Entsprechend dem hohen Alter und der einstmals enormen Bedeutung der
Stadt finden sich in Augsburg unzählige Betriebe mit teilweise
jahrhundertelanger Tradition.
So gibt es mit der Augusta Brauerei (seit 1488), der Brauerei zur
Goldenen Gans (seit 1346), Hasenbräu (seit 1464), Thorbräu (seit 1582)
und dem Brauhaus Riegele (seit 1884) allein fünf alteingesessene
Brauereien, die zum Großteil noch heute für den lokalen Markt
produzieren. Aus dem Hause Riegele stammt außerdem das bekannte
Cola-Mischgetränk Spezi.
Die vor allem durch die Fugger und Welser entstandene Bedeutung im
Finanzwesen spiegelt sich auch in den heute noch tätigen Banken der
Stadt wider: Die Fürst Fugger Privatbank entstand aus dem Handelshaus
Fugger, das 1468 erstmals als „Bank“ bezeichnet wurde. Die
Stadtsparkasse wurde 1822, die Kreissparkasse 1855 gegründet. 1914
gründete Anton Hafner das Bankhaus Hafner in der Maximilianstraße und
mit der Augsburger Aktienbank entstand erst in der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts eine weitere bedeutende Bank.
Im Buch- und Verlagswesen bestehen mit der Schlosser’schen J. A. Buch-
und Kunsthandlung (seit 1719), Rieger & Kranzfelder (seit 1731) und
Anton Böhm & Sohn (seit 1803) ebenfalls traditionsreiche
Unternehmen.
Weitere Traditionsfirmen sind unter anderem der Stadtfischer Schöppler
(seit 1650), Dierig (seit 1805), die Parfümerie Naegele (seit 1835), J.
N. Eberle & Cie. GmbH (seit 1836), die Eisenhandlung Siller und Laar
(seit 1836), das Möbeltransportunternehmen H. Weissenhorn & Cie.
(seit 1839), die Hutfabrik Lembert (seit 1861), der Getriebehersteller
Renk AG (seit 1873), Pfister Waagen (seit 1894), das Möbelspeditions-
und Reiseunternehmen Domberger (seit 1897), die Ballonfabrik August
Riedinger (seit 1897 – jetzt Augsburger Ballonfabrik) und die Hosokawa
Alpine AG (seit 1898).
Weitere wichtige Unternehmen
Außer den Groß- und Traditionsunternehmen sind folgende Firmen von hoher Bedeutung:
* Amann Nähgarne GmbH & Co. KG, eines der wenigen noch
vorhandenen Textilunternehmen, das Industrie-Garne produziert und nach
der Übernahme der früheren Ackermann-Göggingen AG am Standort verblieben
ist
* Augusta-Bank eG, eine der hundert bilanzstärksten
Genossenschaftsbanken Deutschlands mit starker Präsenz im regionalen
Markt
* Betapharm, ein bedeutsamer Generika-Hersteller
* die Unternehmensgruppe Freudenberg, welche in ihrem Augsburger Betrieb Vileda-Haushaltsprodukte herstellt
* die Patrizia Immobilien AG, ein Dienstleistungsunternehmen im
Bereich der Wohnungsverwaltung und damit in Zusammenhang stehender
Tätigkeiten
* Dr.Grandel, ein bedeutender Kosmetikhersteller, dessen Gründungsstandort und Hauptsitz in Augsburg ist.
* PCI (Poly-Chemie-Ingenieurtechnik), ein führender Hersteller von Baustoffen, der inzwischen zur BASF-Gruppe gehört.
Messen und Kongresse
Der 158 m hohe Augsburger Hotelturm (auch Maiskolben genannt) prägt seit 1972 das Stadtbild
Obwohl Augsburg eine lange Tradition als Messestadt besitzt, wurde das
heutige Gelände der Messe Augsburg erst 1988 eröffnet. Bis dahin fanden
derartige Veranstaltungen in Zelthallen auf Flächen des Wittelsbacher
Parks statt.
Die Messe ist heute die drittgrößte in Bayern und besitzt zwölf Hallen
mit insgesamt 57.000 m² Ausstellungsfläche, 18.000 m² Freifläche und ein
Kongress- und Tagungszentrum mit 3.500 m². Die Schwabenhalle als
größtes Gebäude des Geländes bietet bis zu 10.000 Besuchern Platz und
dient deshalb regelmäßig für große Konzerte und Auftritte.[30]
Die wichtigsten Augsburger Messen sind die Augsburger
Frühjahrsausstellung, die Americana (Internationale Ausstellung für
Reitsport und Westernkultur), die World of Erotic, die GrindTec
(Internationale Fachmesse für Schleiftechnik), die Interlift
(Internationale Fachmesse für Aufzugtechnik) und die Intersana
(Internationale Gesundheitsmesse). Als wichtiger Kongress ist die
Konferenz Mobile Commerce Technologien und Anwendungen (MCTA) zu nennen.
Weil das Messegelände seit der Brandschutz- und Rettungsdienstfachmesse
Interschutz im Jahr 2000 überdimensioniert ist und wichtige
Infrastruktur fehlt, soll es mit Unterstützung von privaten Investoren
ab 2007 umgebaut werden. Geplant ist unter anderem der Bau eines
Vier-Sterne-Hotels.
Die höchsten Gebäude Augsburgs
Hotelturm (mit Antenne) 107 m (158 m)
Basilika St. Ulrich und Afra 93 m
Gaskessel (Gaswerk Augsburg) 86 m
Herz-Jesu-Kirche 72 m
Perlachturm 70 m
Schwabencenter (Wohnhochhaus) 70 m
Die Kongresshalle Augsburg befindet sich im Stadtteil Antonsviertel
unterhalb des Hotelturms und dient für Konzerte, Kultur- und
Kongressveranstaltungen sowie für Verkaufsausstellungen jeglicher Art.
Das 1972 eröffnete Gebäude in Sichtbeton-Bauweise bildet zusammen mit
dem Hotelturm das Kongresszentrum Augsburg und bietet vier Säle und drei
Foyers. Der Kongresssaal als größter Raum kann bis zu 1.400 Besucher
aufnehmen. Bei Veranstaltungen mit etwas größeren Besucherzahlen wird
die Sporthalle Augsburg, unweit des Kongresszentrums am Rand des
Wittelsbacher Parks gelegen, genutzt. Sie kann bei vollständiger
Bestuhlung bis zu 4.000 Gäste aufnehmen, weshalb hier vor allem Konzerte
und Auftritte von bekannten Künstlern stattfinden.
Medien
Zeitungen
Die einzige und dominierende Tageszeitung Augsburgs ist die Augsburger
Allgemeine, die bei der Presse Druck- und Verlags-GmbH erscheint.
Zusammen mit ihren Heimatzeitungen (die denselben politischen,
wirtschaftlichen, sportlichen und kulturellen Teil besitzen und nur
einen eigenen Lokalteil haben) erreicht sie täglich eine Auflage von
356.000 Exemplaren und ist damit die auflagenstärkste Regionalzeitung
Deutschlands.[31] Hauptsächlich gelesen wird sie im Stadtgebiet Augsburg
sowie im gesamten bayerischen Schwaben und in Teilen von Oberbayern.
Entscheidend geprägt wurde die Zeitung von den Herausgebern Curt Frenzel
und Günter Holland.
Außerdem erscheint jeden Sonntag die Augsburger Sonntagspresse, die sich
sowohl lokalen als auch deutschlandweiten Neuigkeiten widmet und an
vielen Bus- und Straßenbahnhaltestellen, Bahnhöfen und Tankstellen der
Stadt erhältlich ist. Wegen der vor allem auf Bilder und nur kurze Texte
reduzierten Themen darf sie zu den Boulevardmedien gezählt werden.
Meistgelesene kostenlose Wochenzeitung mit redaktioneller lokaler
Berichterstattung ist die 1979 gegründete StadtZeitung, die den
Ballungsraum Augsburg (das Stadtgebiet mit den umliegenden Landkreisen
Augsburg und Aichach-Friedberg) in fünfzehn Lokalausgaben aufgeteilt hat
(davon allein fünf im Stadtgebiet) und von der Mediengruppe Mayer &
Söhne herausgegeben wird.[32]
Zum selben Verleger gehört auch das Stadtmagazin Augsburg Journal, das
sich hauptsächlich den typischen Themen des Boulevardjournalismus widmet
und einmal im Monat erscheint. Im Gegensatz zur StadtZeitung ist es
allerdings kostenpflichtig.
Vor allem für junge Leute erscheint monatlich die Neue Szene Augsburg,
die ihren Schwerpunkt vor allem in Lifestyle, Musik, Nachtleben und
Veranstaltungshinweisen besitzt und mit jeder Ausgabe etwa 25.500 Leser
im eigentlichen Stadtgebiet sowie den umliegenden Landkreisen erreicht.
Damit ist sie eines der größten bayerischen Stadtmagazine.[33] Der von
der Neue Szene jährlich veranstaltete Jugend-Musikwettbewerb: Band des
Jahres, wurde 2007 auch mit dem PICK UP, den Rockpreis des Freistaats
Bayern ausgezeichnet. [34]
Seit 1977 gibt es das monatlich erscheinende farbige Monatsmagazin
Augsburger Süd-Anzeiger, das sich vor allem lokalen Themen der 1972
eingemeindeten Stadtteile Göggingen, Bergheim, Inningen und Haunstetten
widmet.
Weitere Publikationen erscheinen an den Hochschulen: An der Universität
erscheinen das von der Universitätsleitung herausgegebene UniPress, das
von der Studentenschaft verantwortete Universum und das von der
Katholischen Hochschulgruppe erstellte presstige.
Hörfunk
Einer der beiden großen Augsburger Lokalsender ist hitradio.rt1, welcher
vor allem bei der Altersklasse der Über-40-jährigen eine seit etlichen
Jahren wachsende Hörerzahl aufweist. hitradio.rt1 ist der Augsburger
Allgemeinen angeschlossen. Vor allem durch sportliche und
gesellschaftliche Veranstaltungen wie die SkateNight (siehe Sport) oder
ein jährliches Musikfestival ist der Name vielen Augsburgern ein
Begriff.
Der zweite große lokale Radiosender ist Radio Fantasy, der sich vor
allem auf Musik und Comedy spezialisiert hat und schon mehrfach durch
besondere Aktionen auffiel. Daneben veranstaltete der Sender unter
anderem Tagesskifahrten oder sportliche Großevents. Radio Fantasy
spricht vor allem die Zielgruppe der Unter-40-jährigen an. Daneben
betreiben jeden Montag von 22 bis 1 Uhr Studenten der Universität
ehrenamtlich ein eigenes Programm für ihre Kommilitonen, den „Kanal C“.
Beide Lokalsender sind über eigene terrestrische Frequenzen sowie
weitere Kabelfrequenzen zu empfangen und machen zusammen einen großen
Anteil an den Hörerzahlen im Stadtgebiet aus; die bayern- oder
deutschlandweiten Radiosender haben dementsprechend eher weniger Hörer.
Die auf Rockmusik spezialisierte Rock Antenne ist auf der Frequenz des
ehemaligen Radio Kö zu hören, im restlichen Bayern dagegen nur per
Digitalfunk. Deshalb erreicht der Sender hier besonders viele Zuhörer,
so dass Augsburg in der Berichterstattung eine Sonderstellung einnimmt.
Rock Antenne ist ein Tochterunternehmen von Antenne Bayern.
Hauptsächlich Lieder aus der Musikrichtung des Jazz spielt der Sender
Smart Radio, dessen Programm von keinen Radiomoderator begleitet wird,
sondern sich rein auf die Musik beschränkt. Mit Frozen-Radio und Radio
Augsburg bestehen daneben zwei weitere lokale Radiosender.
Bis vor einigen Jahren sendete das American Forces Network in Augsburg
unter anderem auf der Mittelwellenfrequenz 1485 kHz. Mit dem Abzug der
letzten amerikanischen Truppen aus der Stadt 1998 wurde auch der
Radiosender aufgegeben. Die hierfür eingesetzte Anlage in unmittelbarer
Nähe der Bundesstraße 17 ist allerdings noch erhalten und zurzeit ohne
Funktion.
Der Augsburger Unternehmer Ulrich R. J. Kubak erwarb die
Mehrheitsanteile an Klassik Radio und brachte es 2004 an die Börse. Das
Programm wird allerdings nicht von Augsburg aus gesendet.
Fernsehen
Als einziger lokaler Fernsehkanal sendet augsburg.tv (Kürzel: a.tv)
täglich im Kabelfernsehen auf einem eigenen Kanal (unterbrochen durch
Sendungen von Bloomberg Television und RTL Shop), zeitweise (werktags
Montag bis Freitag von 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr) im Regionalfenster von
RTL und im Internet auf dessen Homepage.
Außerdem teilt sich augsburg.tv auf dem Satelliten Astra 1F gemeinsam
mit TV Allgäu Nachrichten (Kempten) und intv (Ingolstadt) einen
Sendeplatz unter der Kennung Lokal Sat. Das Programm widmet sich dabei
ausschließlich lokalen und regionalen Themen. Vor dem 1. Januar 2007
nannte sich der Sender TV Augsburg.
Daneben diente Augsburg als Spielplatz und Drehort für die ZDF-Serie
Samt und Seide, die von einer in der Textilindustrie tätigen Familie
handelte und typische Elemente der Seifenoper besaß. Am 10. Februar 2005
wurde die vorerst letzte Sendung ausgestrahlt. Auch der Film Harte
Jungs mit Axel Stein spielt in Augsburg und wurde auch dort gedreht.
Öffentliche Einrichtungen
Die IHK an der Stettenstraße
Augsburg ist einerseits wegen seiner historischen Bedeutung,
andererseits wegen seiner politischen Stellung in Bayerisch-Schwaben
Sitz etlicher Behörden, Verbände und anderer Körperschaften des
öffentlichen Rechts. Eine besondere Situation ergibt sich außerdem
dadurch, dass mit der Stadt und dem Landkreis zwei Kreise ihre Ämter in
Augsburg besitzen.
Als einziges Amt auf Landesebene ist im Augsburger Süden das Bayerische
Landesamt für Umwelt angesiedelt, das erst vor einigen Jahren aus
München abgezogen wurde. Es teilt sich seine Aufgaben mit einem weiteren
Sitz im nordbayerischen Hof.
Die Regierung des Bezirkes Bayerisch-Schwaben hat hier ebenso wie die
Finanzämter Augsburg-Stadt und -Land, das Verwaltungszentrum der Stadt
Augsburg und das Landratsamt Augsburg ihren Sitz.
Im Banken- und Versicherungswesen haben sich das Bundesvermögensamt, die
Deutsche Bundesbank, die Deutsche Rentenversicherung Schwaben mit ihren
Auskunfts- und Beratungsstellen und die Landwirtschaftliche
Sozialversicherung (Berufsgenossenschaft, Alterskasse, Krankenkasse und
Pflegekasse) Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben niedergelassen.
Ebenfalls als Vertreter für den Bezirk Schwaben haben hier die
Handwerkskammer (HWK) und die Deutsche Industrie- und Handelskammer
(IHK) sowie das für die Stadt Augsburg, die Landkreise Augsburg,
Aichach-Friedberg, Dillingen und Donau-Ries zuständige Polizeipräsidium
Schwaben Nord ihren Sitz. Ferner befinden sich in Augsburg das
zuständige Hauptzollamt, eine Justizvollzugsanstalt und der
Stadtjugendring.
Verschiedene Verbände und Vereinigungen wie zum Beispiel das Bayerische
Rote Kreuz, der Bayerische Fußballverband oder die
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben ihre Zentrale für ganz
Schwaben, teilweise gar für Süddeutschland, in Augsburg.
Bis Mitte 2005 wurden alle wehrdienstpflichtigen Bürger des Bezirkes
Schwaben im Kreiswehrersatzamt im Bismarckviertel erfasst, das dann aber
aus Rationalisierungsgründen geschlossen wurde. Seitdem befindet sich
das zuständige Amt in Ingolstadt.
Gesundheitswesen
Das Klinikum Augsburg
Augsburg besitzt nach umfangreichen Umstrukturierungen seit 2006 zwei
Krankenhäuser der IV. Versorgungsstufe (Maximalversorgung) sowie etliche
kleinere, teilweise spezialisierte Kliniken. Daneben besteht eine
Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns sowie ein
Bezirkskrankenhaus für die psychiatrische Versorgung. Das größte
Krankenhaus und die zentrale Notaufnahme für den Ballungsraum stellt
nach wie vor das Klinikum Augsburg dar, das bis zu den jüngsten Reformen
Zentralklinikum hieß und der Medizinischen Fakultät der
Ludwig-Maximilians-Universität München als Lehrkrankenhaus dient. Es
liegt im Stadtteil Kriegshaber im Westen der Stadt und ist über die
Bundesstraßen 17 und 300 schnell zu erreichen.
Direkt nebenan befindet sich die Kinderklinik, die im
Krankenhauszweckverband Augsburg eng mit dem Klinikum verzahnt ist.
Durch eine enge Zusammenarbeit ist es zum Beispiel möglich, dass nahezu
alle pädiatrischen Notfälle nach der Erstbehandlung in das zur Betreuung
besser geeignete Kinderkrankenhaus verlegt werden.
Beim zweiten Krankenhaus der Maximalversorgung handelt es sich um das
bisher „Krankenhaus Haunstetten“ genannte Klinikum Augsburg Süd. Durch
umfangreiche Umstrukturierungen und die Verlegung ganzer Abteilungen aus
dem bisherigen Zentralklinikum nach Haunstetten erfüllt es mittlerweile
alle im Krankenhausbedarfsplan gestellten Anforderungen der IV.
Versorgungsstufe. Klinische Spezialgebiete bilden neben den schon
vorhandenen Schwerpunkten der Chirurgie und Inneren Medizin die
Dermatologische und die HNO-Klinik.[35]
Das Bezirkskrankenhaus Augsburg wird vom Bezirk Schwaben getragen und
stellt als Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik die
psychiatrische Versorgung aller im Stadtgebiet und im Landkreis Augsburg
lebenden Bürger sicher. Es befindet sich im Stadtteil Kriegshaber
unweit des Klinikums.
Daneben bestehen mit dem Diakonissenkrankenhaus, der Hessingklinik, dem
Josefinum und dem Vincentinum vier weitere Krankenhäuser, die sich
allesamt auf Teilgebiete der medizinischen Versorgung (zum Beispiel
Anästhesie oder Gynäkologie) spezialisiert haben und teilweise mit
Belegärzten arbeiten. Eine weitere Notversorgung erfolgt durch die
Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, die sich direkt
am Vincentinum befindet.
Friedhöfe
Augsburg besitzt insgesamt vierzehn Friedhöfe, von denen neun von der
Stadt unterhalten werden: Der Nordfriedhof, der Alte und der Neue
Ostfriedhof, der Alte und der Neue Haunstetter Friedhof, der
Westfriedhof, der Gögginger Friedhof, der Inninger Friedhof und der
Bergheimer Friedhof. Daneben gibt es drei christliche Friedhöfe: Den
Katholischen Friedhof Kriegshaber, den Katholischen Hermanfriedhof und
den Protestantischen Friedhof. Zwei Friedhöfe sind israelisch: Der
Israelische Friedhof Hooverstraße sowie der Israelische Friedhof
Haunstetter Straße.
Bildung und Forschung
Hochschulen
Obwohl die Stadt sehr alt ist und schon vor Jahrhunderten eine große
Bedeutung besaß, gibt es in Augsburg erst seit 1970 eine Universität.
Daneben sorgen auch die Fachhochschule und die Hochschule für Musik
dafür, dass in Augsburg insgesamt eine sehr breite Auswahl an
Studiengängen besteht. Derzeit studieren etwa 15.000 Menschen an den
drei Hochschulen.
Universität Augsburg
Universität Augsburg (Campus)
Die Universität Augsburg wurde 1970 gegründet. Über die 1971 aufgelöste
und als Katholisch-Theologische Fakultät der Universität angegliederte
Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen besteht eine gewisse
Verbindung zu der 1549 bzw. 1551 gegründeten und 1802 aufgehobenen
Universität Dillingen. Außerdem wurde die 1958 aus dem Institut für
Lehrerbildung hervorgegangene Pädagogische Hochschule Augsburg 1972 als
Erziehungswissenschaftlicher Fachbereich in die Universität integriert.
2008 nahm sie einige Bereiche der aufgelösten Musikhochschule
Nürnberg-Augsburg als "Leopold-Mozart-Zentrum" auf. Sie ist die einzige
Universität im Regierungsbezirk Bayerisch-Schwaben.
Zur Zeit gliedert sich die Universität in eine Philologisch-Historische,
Philosophisch-Sozialwissenschaftliche, Wirtschaftswissenschaftliche,
Juristische, Mathematisch-Naturwissenschaftliche und
Katholisch-Theologische Fakultät sowie die jüngst errichtete Fakultät
für Angewandte Informatik. Die Universität Augsburg mit ihren 14.500
Studenten ist keine traditionelle Volluniversität, sondern konzentriert
sich hauptsächlich auf die Kultur-, Sozial- und
Wirtschaftswissenschaften.
Seit 1974 wurde im Süden der Stadt auf dem Gelände des alten Flugplatzes
ein weitläufiger Campus errichtet, der bis heute zu einem eigenen
Stadtteil (dem Universitätsviertel) gewachsen ist. Mittlerweile befinden
sich nur noch kleinere Teile der Universität gemeinsam mit dem
Betriebswirtschaftlichen Fachbereich der FH im Gebäude der ehemaligen
Pädagogischen Hochschule in Lechhausen sowie am Standort "Alte
Universität".
Hochschule Augsburg
Die Hochschule Augsburg (bis Februar 2008 Fachhochschule Augsburg) wurde
zwar erst 1971 gegründet, kann aber auf eine weitreichende Geschichte
ihrer Vorgängereinrichtungen zurückblicken. So bestand bereits um 1660
eine private Kunstakademie, die sich zuerst zu einer protestantischen
und dann 1710 zu einer öffentlichen Reichsstädtischen Kunstakademie
entwickelte, aus der schließlich über mehrere Stufen die Werkkunstschule
Augsburg entstand. Der technische Zweig entstammt dem im 19.
Jahrhundert entstandenen Rudolf-Diesel-Polytechnikum. Im Jahre 1971
schließlich wurde durch ihre Zusammenlegung die Fachhochschule Augsburg
gegründet. Sie ist somit eine der ältesten Fachhochschulen in
Deutschland, 2008 erfolgte die Umbenennung in Hochschule Augsburg.
Angeboten werden zahlreiche Studiengänge der Bereiche Technik,
Gestaltung und Wirtschaftswissenschaften. Derzeit studieren rund 4.100
Studenten an der HS Augsburg.
Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg
Die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg entstand 1998 durch die
Zusammenlegung des Nürnberger Meistersinger-Konservatoriums mit dem
Augsburger Leopold-Mozart-Konservatorium. Trotz heftiger Proteste aus
den Reihen der Studenten und Dozenten beschloss das Bayerische
Staatsministerium für Unterricht und Kultus aus Kostengründen 2006 die
Schließung des Augsburger Teils der Hochschule.
Das Angebot umfasst musikpädagogische und künstlerische Studiengänge
(Gesang, Orchesterinstrumente, Tasteninstrumente). Daneben können auch
Katholische Kirchenmusik, Gitarre und Musiktherapie studiert werden.
Einmalig in ganz Deutschland ist die Ausbildung der
Blasorchesterleitung.
Allgemeinbildende Schulen
Die grundlegende Allgemeinbildung für alle Augsburger Schüler vermitteln
im Stadtgebiet derzeit zehn Gymnasien, neun Realschulen, 42 Grund- und
Hauptschulen, 13 Förderschulen und eine Freie Waldorfschule.[36]
Volks-, Förder- und Gesamtschulen
Die grundliegende Ausbildung der Schüler übernehmen insgesamt 42 Grund-
und Hauptschulen im ganzen Stadtgebiet. Eine Besonderheit bilden die
sogenannten Teilhauptschulen, die sich an Schüler der Klassen 5 und 6
beziehungsweise der Klassen 7 bis 9 richten. Ein solches Bildungsangebot
bietet zum Beispiel die Birkenau-Volksschule im Stadtteil Lechhausen.
Daneben bestehen insgesamt 13 Förderschulen, die sich der Kinder
annehmen, die einer sonderpädagogischen Ausbildung bedürfen und deshalb
an den allgemeinen oder beruflichen Schulen nicht oder nur unzureichend
gefördert werden können. Wenn es sich mit den jeweils gegebenen
Förderschwerpunkten vereinen lässt, vermitteln diese Schulen die
gleichen Abschlüsse wie die vergleichbaren allgemeinbildenden Schulen.
Mit der Freien Waldorfschule und der Internationalen Schule Augsburg
(mit Sitz in Gersthofen) bestehen daneben zwei Gesamtschulen, die alle
Altersstufen in einem Gebäude unterrichten.
Realschulen
Neun im Stadtgebiet und sechs im Ballungsraum befindliche Realschulen
sorgen für eine zwischen den Angeboten von Gymnasium und Hauptschule
liegende Bildungsmöglichkeit sowohl der Allgemeinbildung als auch der
konkreten Berufsvorbereitung.
Alle drei unter Gymnasien genannten reinen Mädchenschulen besitzen
jeweils eine angeschlossene Realschule; ebenso bietet die Freie
Waldorfschule auch den Abschluss mit der mittleren Reife
(Fachoberschulreife/Realschulabschluss) an. Somit existieren fünf
„reine“ Realschulen im Stadtgebiet. Weil Realschulen vor allem in
ländlichen Gebieten eher selten zu finden sind, haben sie eine enorme
Anzugskraft auch auf Schüler aus weiter entfernten Landkreisen in
Bayerisch-Schwaben.
Gymnasien
Holbein-Gymnasium (Altbau)
Augsburg besitzt insgesamt elf Gymnasien mit teilweise jahrhundertlanger
Tradition sowie zusätzlich eine Freie Waldorfschule, die ebenfalls den
Abschluss mit Abitur ermöglicht.
Da sich in allen größeren Städten des Ballungsraumes (Friedberg,
Gersthofen, Königsbrunn und Neusäß) eigene Gymnasien befinden, besuchen
die Einwohner dieser Orte hauptsächlich das dortige Gymnasium, so dass
an den Augsburger Gymnasien vor allem Bürger der Stadt zu finden sind.
Wegen ihrer teilweise besonderen Bildungswege (zum Beispiel Musische
oder Humanistische Zweige) besitzen sie dennoch darüber hinaus
Einzugsgebiete bis nach ganz Bayerisch-Schwaben. Mit dem A. B. von
Stettenschen Institut, dem Maria-Stern- und dem Maria-Ward-Gymnasium
bestehen drei Gymnasien nur für Mädchen, das Gymnasium bei St. Stephan
war bis vor einigen Jahren nur Knaben vorbehalten, ist inzwischen aber
gemischt.
Nahezu alle Schulen können auf Berühmtheiten zurückblicken, die in ihrer
Einrichtung das Abitur erlangten. So waren hier unter anderem Bertolt
Brecht, Rudolf Diesel, Gerhard Höllerich (alias Roy Black) oder der
Nobelpreisträger Johann Deisenhofer Schüler.
Die Gymnasien in Augsburg
A. B. von Stettensches Institut Gymnasium bei St. Anna Bayernkolleg Augsburg
Gymnasium bei St. Stephan Gymnasium Maria Stern Göggingen Holbein-Gymnasium
Jakob-Fugger-Gymnasium Maria-Theresia-Gymnasium Maria-Ward-Gymnasium
Peutinger-Gymnasium Rudolf-Diesel-Gymnasium Freie Waldorfschule
Gymnasium Maria Stern Leonardo-da-Vinci-Gymnasium (in Planung)
Fachober- und Berufsoberschulen
Die zwei Berufsoberschulen (eine städtische und eine staatliche) und die
staatliche Fachoberschule in Augsburg führen Schüler mit
abgeschlossener mittlerer Reife oder abgeschlossener Berufsausbildung
entweder zur Fachhochschulreife oder zur fachgebundenen beziehungsweise
allgemeinen Hochschulreife. Für den letztgenannten Abschluss ist der
Nachweis von Kenntnissen in einer zweiten Fremdsprache (neben dem
Englischen) unumgänglich.
Berufsbildende Schulen und Akademien
Wegen seiner zentralen Bedeutung für den Bezirk Bayerisch-Schwaben
besitzt Augsburg nahezu alle Richtungen der berufsbildenden Schulen: So
finden sich sieben städtische und eine private staatlich anerkannte
Berufsschule, 18 Berufsfachschulen, jeweils vier Fachakademien und
Fachschulen sowie drei Wirtschaftsschulen. Während die meisten dieser
Schulen einen Beruf entweder in Zusammenarbeit mit dem
Ausbildungsbetrieb oder in Vollzeitform vermitteln, fordern die
Fachschulen für eine Aufnahme eine bereits abgeschlossene Ausbildung, da
sie weitergehende Berufsgrade (Meister, Techniker) ausbilden.
Sonstige Schulen
Neben den genannten Schulen und Akademien bestehen in Augsburg etliche
weitere Bildungsmöglichkeiten, die von der Volkshochschule und dem
Kolping-Bildungswerk über verschiedene Gesangs- und Musikschulen bis zu
Sprachschulen reichen. Für viele ist kein besonderer vorheriger
Abschluss nötig; sie haben sich vielmehr der Allgemeinbildung der Bürger
verschrieben.
Forschung
Die Universität und die Fachhochschule besitzen eigene Institute, die
zumeist einer Fakultät zugeteilt sind und auf deren Gebiet Forschung
betreiben. Für größere oder interdisziplinäre Projekte schließen sich
diese aber auch zusammen, um so eine weiter gestreute Thematik behandeln
zu können.
Augsburg verfügt vor allem im Bereich der Forschung zu Umwelt und
Umweltschutz über bedeutende Einrichtungen: So sitzt hier das vom
Freistaat Bayern im Rahmen seiner High-Tech-Offensive geschaffene
Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg-Schwaben (KUMAS), ein Netzwerk aus
nahezu allen in diesem Sektor tätigen Forschungseinrichtungen und
Unternehmen, das deren Kommunikation und Zusammenarbeit koordiniert.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt wurde in der Nähe der Universität
angesiedelt, um bei seinen Projekten eng mit den Studenten und
Wissenschaftlern des dortigen Wissenschaftszentrums Umwelt
zusammenarbeiten zu können.[37]
Im Bereich der Osteuropastudien gilt das Bukowina-Institut als eine der
führenden Einrichtungen. Es widmet sich der Dokumentation und
Erforschung von Kultur, Geschichte und Landeskunde in Osteuropa in
internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Benannt ist es
nach der Region Bukowina („Buchenland“), mit der sich das Institut
besonders beschäftigt.
Bibliotheken
Die Staats- und Stadtbibliothek
Der Eingang der Stadtbücherei
Augsburg verfügt schon aus reichsstädtischer Zeit über eine bedeutende
Tradition im Bibliothekswesen, die sich auch heute noch in einer großen
Zahl von Einrichtungen widerspiegelt.
Die Staats- und Stadtbibliothek befindet sich in der Fuggerstraße. Diese
Einrichtung ist öffentlich zugänglich, wobei eine Ausleihe der Bücher
normalerweise nicht möglich ist. Dafür besteht die Stadtbücherei mit
ihren Stadtteilbüchereien in Göggingen, Haunstetten und Lechhausen, die
allen Bürgern Augsburgs einen Zugang zu Büchern, Zeitschriften und
anderen Medien verschafft. Die Zentrale ist in einem mittlerweile sehr
maroden und viel zu kleinen Gebäude untergebracht, weshalb derzeit ein
neues Gebäude auf dem Ernst-Reuter-Platz gebaut wird, das nach seiner
Einweihung alle Anforderungen an eine moderne und umfassende Bücherei
erfüllen soll. Die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek ist zugleich
auch die Geschäftsstelle des im Jahr 1834 gegründeten Historischen
Vereins für Schwaben, der in Wissenschaft, städtischem und regionalem
Kulturleben vor allem mit den jährlich erscheinenden Zeitschriften des
Historischen Vereins für Schwaben (ZHVS) Akzente setzen kann.
Wie alle anderen Universitäten besitzt auch die Augsburger Hochschule
eine große Bibliothek, die vor allem allen Studenten, Forschern und
Wissenschaftlern der Universität selbst, aber auch der gesamten
Öffentlichkeit die Möglichkeit bietet, sich mit umfassenden Materialien
verschiedenster Art (Bücher, Dokumente, Kunstwerke, andere Medien) zu
beschäftigen. Sie befindet sich auf dem Campus der Universität und ist
in eine Zentrale und mehrere Teilbibliotheken gegliedert. Obwohl die
Universitätsbibliothek erst 1970 gegründet wurde, verfügt sie über einen
reichen Altbestand, der unter anderem aus der
Oettingen-Wallersteinischen Bibliothek stammt, die der Universität 1980
gespendet wurde.
In der Nähe der Hochschule befindet sich das Bukowina-Institut für
osteuropäische Forschungen, das für interessierte Fachkundige eine große
Bibliothek mit dem Schwerpunkt auf ostdeutscher und osteuropäischer
Literatur, Geschichte und Kultur bietet.
Im Zeitalter der E-Texte hat sich die Bibliotheca Augustana, ein Projekt
eines Professors der Fachhochschule, als digitale Bibliothek für Texte
der Weltliteratur deutschlandweit hohes Ansehen verschafft.
Daneben bestehen viele weitere kleine und private Bibliotheken, die
allerdings nur bedingt öffentlich zugänglich sind (zum Beispiel Kloster-
oder Schulbibliotheken).
Archive
In Augsburg befinden sich einige Archive von öffentlichen und privaten
Institutionen. Zu den bekanntesten öffentlichen Archiven gehören das
Staatsarchiv Augsburg des Landes Bayern, das Stadtarchiv Augsburg der
Stadt Augsburg und das Universitätsarchiv Augsburg. Vor allem
theologische Werke besitzt das Archiv des Bistums Augsburg, das im
Domviertel angesiedelt ist und sowohl Bücher und Dokumente als auch
umfangreiches Bildmaterial zur Geschichte und Entwicklung des Bistums
umfasst.
Sonstige Dokumentationsstellen
Das Haus der Bayerischen Geschichte wurde 1983 als Behörde des
Freistaats Bayern ins Leben gerufen und hat seit September 1993 seinen
Sitz in Augsburg. Es soll allen Bevölkerungsschichten, vor allem der
jungen Generation, in allen Landesteilen die geschichtliche und
kulturelle Vielfalt Bayerns zugänglich machen und besitzt ein derzeit
270.000 Materialien umfassendes Bildarchiv. Es ist in der Halderstraße
im Bahnhofsviertel zu finden.
Persönlichkeiten
Hier werden nur Personen aufgeführt, die deutlich mit Augsburg in
Verbindung gebracht werden. Für genauere Informationen über die hier
aufgeführten Namen und auch über Personen, die im weiteren Sinne mit der
Stadt verbunden werden können, existiert der Hauptartikel Liste der
Persönlichkeiten der Stadt Augsburg.
* St. Afra († 304 in Friedberg)
war eine frühchristliche Märtyrerin, die 1064 heilig gesprochen wurde.
* Simpert (* um 750, † wahrscheinlich 13. Oktober 807 in Augsburg)
war Bischof von Augsburg und ist dritter Schutzpatron für Stadt und Bistum Augsburg (neben St. Ulrich und St. Afra).
* St. Ulrich (* 890 in Wittislingen oder Augsburg; † 4. Juli 973 in Augsburg)
war von 923 bis zu seinem Tod Bischof in Augsburg und hatte
entscheidenden Anteil am Sieg über die Ungarn in der Schlacht auf dem
Lechfeld. Er wurde 993 als erste Person überhaupt vom Papst persönlich
heilig gesprochen.
* Hans Holbein der Ältere (* um 1465 in Augsburg; † um 1524 in
Augsburg)
war ein deutscher Maler, dessen Werk den Übergang von der
Spätgotik zur Renaissance bildet. Er erschuf etliche Altar- und
Andachtsbilder, Porträtdarstellungen und Glasgemälde.
Jakob Fugger „der Reiche“
* Jakob Fugger der Reiche (* 6. März 1459 in Augsburg; † 30. Dezember 1525 in Augsburg)
war seinerzeit Europas reichster und bedeutendster Kaufmann und
Bankier. Er entstammte einer Handelsfamilie, die er innerhalb weniger
Jahre zu einem der ersten frühkapitalistischen Unternehmen ausbaute und
so die Grundlage für die Weltgeltung und den Reichtum der Familie Fugger
legte.
* Hans Burgkmair der Ältere (* 1473 in Augsburg; † 1531 in Augsburg)
war ein bedeutender Maler, Zeichner und Holzschneider zu Beginn
des 16. Jahrhunderts. Burgkmair gilt neben Hans Holbein dem Älteren im
Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation als wichtigster Augsburger
Künstler zwischen Spätgotik und Renaissance.
* Bartholomäus V. Welser (* 25. Juni 1484 in Memmingen; † 28. März
1561 in Amberg im Unterallgäu)
war von 1519 bis 1551 Chef der Welser-Gesellschaft, einem der
größten Handels-, Bank-, Reederei- und Minenunternehmen des 16.
Jahrhunderts. Als Bankier Kaiser Karls V. sowie des französischen Königs
Franz I. hatte er entscheidenden Einfluss auf die Mächtigen seiner
Zeit.
* Hans Holbein der Jüngere (* 1497 oder 1498 in Augsburg; † 29.
November 1543 in London)
war ein deutscher Maler. Auf einem Selbstbildnis, das er kurz vor
seinem Tod malte, bezeichnet er sich selbst als Basler. Er zählt zu den
bedeutendsten Künstlern der Renaissance.
* Adriaen de Vries (* um 1545 oder um 1560 in Den Haag; † vor 15.
Dezember 1626 in Prag)
war ein niederländischer Bildhauer, dessen Hauptwerk zwei der
Augsburger Prachtbrunnen bilden: Der Merkur- und der Herkulesbrunnen,
die sich beide durch Eleganz des Aufbaues und durch Feinheit der
Einzelbildungen auszeichnen.
* Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg; † 6. Januar 1646 in
Augsburg)
war der bedeutendste Baumeister des deutschen Frühbarock. Sein
Hauptwerk ist das Augsburger Rathaus (erbaut von 1615 bis 1620) mit dem
Goldenen Saal im barocken Stil.
* Leopold Mozart (* 14. November 1719 in Augsburg; † 28. Mai 1787 in
Salzburg)
war Komponist und Vater des weitaus bekannteren Wolfgang Amadeus
Mozart. Er erschuf vor allem kirchenmusikalische Werke und
Gelegenheitskompositionen, in denen er sich gern „realer Klangeffekte“
bediente (Glockengeläut, Hundebellen, Posthorn usw.). Daneben schrieb er
eine beachtliche Zahl von Werken der Instrumentalmusik.
Rudolf Diesel
* Johann Heinrich Edler von Schüle (* 13. Dezember 1720 in Künzelsau; † 17. April 1811 in Augsburg)
war ein deutscher Kaufmann, Erfinder, Techniker, Chemiker und
Kattunfabrikant mit europäischer Bedeutung. Als erster Unternehmer in
Deutschland bedruckte er in seiner Manufaktur Kattunstoff mit
Kupferplatten und gilt als Begründer der industriellen Textilproduktion
auf diesem Gebiet.
* Johann Gottlieb Freiherr von Süßkind (* 11. März 1767 in
Nürtingen; † 21. Dezember 1849 in Augsburg)
gründete ein eigenes Bankhaus in Augsburg und steigerte sein
Vermögen durch Wertpapierspekulationen derart, dass er bis heute als
reichster Mann Schwabens nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gilt.
* Rudolf Diesel (* 18. März 1858 in Paris; † 29. September 1913 im
Ärmelkanal)
war ein deutscher Ingenieur und Erfinder. Er entwickelte ab 1893
in der Maschinenfabrik Augsburg, aus der 1906 die Firma MAN wurde, mit
finanzieller Beteiligung der Firma Friedrich Krupp den Dieselmotor und
stellte 1897 das erste funktionstüchtige Modell dieses Motors der
Weltöffentlichkeit vor.
* Bertolt Brecht (* 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956
in Berlin)
wird als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des
20. Jahrhunderts bezeichnet. Er ist auch international für seine Werke
angesehen und ausgezeichnet worden. Brecht gilt als Begründer des
Epischen beziehungsweise „Dialektischen Theaters“.
Ehrenbürger
? Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Augsburg
Zitate und Sprichwörter
* „Ich danke Augsburg einen der stärksten bildnerischen Eindrücke, die mir je eine deutsche Stadt gegeben.“ Stefan Zweig
* „Hätt’ ich Venedigs Macht und Augsburger Pracht, Nürnberger Witz
und Straßburger G’schütz und Ulmer Geld, so wär’ ich der Reichste in der
Welt.“ – Sprichwort
* „Das Beste an Augsburg ist der Zug nach München.“ – dieses Zitat
wird Bertolt Brecht zugeschrieben, jedoch gibt es keine verlässlichen
Quellen.
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