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Düsseldorf


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Düsseldorf, am Übergang vom Niederrhein zum Bergischen Land gelegen, bildet als Landeshauptstadt das politische Zentrum des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die Metropole am Rhein ist nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Wirtschaftskraft, sondern auch in den Bereichen Kunst, Kultur und moderner Architektur von internationaler Bedeutung. Neben dem Sitz der Landesregierung mit ihren vielen Ministerien und der Bezirksregierung Düsseldorf, sind in der Stadt etliche weitere Behörden und Verbände angesiedelt. Düsseldorf gehört zu den wirtschaftsstärksten Metropolen Europas und ist neben Dresden die einzige schuldenfreie Großstadt Deutschlands. Seit der Industrialisierung wurde Düsseldorf zum Sitz weltweit bedeutender Industrie- und Handelsunternehmen sowie großer Banken. Zahlreiche Werbeagenturen und Modeateliers machen die Stadt zum wichtigen Standort der Kreativen. Aufgrund des größten Flughafens der zehn Millionen Einwohner starken Metropolregion Rhein-Ruhr ist Düsseldorf Verkehrsknotenpunkt und internationales Drehkreuz. Zusammen mit London beheimatet Düsseldorf die größte japanische Kolonie außerhalb Asiens, einschließlich ihrer Firmen und kulturellen Einrichtungen. Zentral und international bedeutend sind zudem die Messe Düsseldorf und die Rheinisch-Westfälische Börse. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist auch der Fremdenverkehr. Hohes Ansehen genießt Düsseldorf ebenfalls hinsichtlich Kultur, Kunst und moderner Architektur. So gibt es neben der großen Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und einer Menge weiterer Museen und Galerien auch die renommierte Kunstakademie Düsseldorf. Bekannte Bühnen sind mit dem Schauspielhaus und dem Kom(m)ödchen in der Stadt vertreten. Aufgrund der vergleichsweise hohen Zahl an modernen Hallen finden viele international bedeutende Veranstaltungen in Düsseldorf statt. Zudem sind einige der populärsten Musiker und Dichter Deutschlands in der Stadt geboren und beheimatet. Weltweit herausragende Architekten haben nicht nur im Medienhafen ihre Projekte verwirklicht. Als Karnevalshochburg ist Düsseldorf bekannt für rheinisches Brauchtum und für den Umzug an Rosenmontag. Zudem besuchen im Sommer rund vier Millionen Menschen die neuntägige Rheinkirmes, eines der größten Volksfeste der Welt. Berühmt ist neben der Königsallee die Altstadt mit ihren unzähligen Kneipen, Bars und Restaurants, die besonders an Wochenenden stark frequentiert sind. Überregional beliebt sind die Brauereien und Altbierspezialitäten der Stadt. Der in Düsseldorf gesprochene Dialekt ist das Düsseldorfer Platt.

Basisdaten

Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Kreis: Kreisfreie Stadt
Geographische Lage: 51° 14' N, 6° 47' O51.2255555555566.78277777777787Koordinaten: 51° 14' N, 6° 47' O
Höhe: 28,23 bis 165,20 m ü. NN
Durchschn. Höhenlage: 38 m ü. NN
Fläche: 217,0 km²
Einwohner: 581.122 (31. Dezember 2007)
Bevölkerungsdichte: 2665 Einwohner je km²
Postleitzahl: 40210–40629 (alt: 4000)
Kfz-Kennzeichen: D
Gemeindeschlüssel: 05 1 11 000
UN/LOCODE: DE DUS
NUTS-Region: DEA11 (Düsseldorf)

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Dusseldorp stammt aus dem Jahr 1135. Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurde die nördlich von Düsseldorf gelegene Ortschaft Kaiserswerth zum gut befestigten Außenposten umgewandelt. Dort wurde von Soldaten das Treiben auf dem Rhein scharf beobachtet. Kaiserswerth wurde 1929 Stadtteil von Düsseldorf. Am 14. August 1288 erhielt Düsseldorf von Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte und wurde zur Stadt erhoben. Vorangegangen war ein blutiger Machtkampf zwischen dem Grafen und dem Erzbischof von Köln. Dieser Kampf gipfelte in der Schlacht von Worringen, in der die Streitkräfte des Erzbischofs geschlagen wurden. 1385 wurde Düsseldorf die Residenz der Herzöge von Berg, die durch geschickte Heiratspolitik die Herzogtümer Jülich und Kleve mit dem ihren zum gemeinsamen Herzogtum Jülich-Kleve-Berg vereinigten, das insbesondere unter Wilhelm dem Reichen zu einem Zentrum humanistischer Wissenschaft und liberaler Katholizität wurde und 1585 bei der Vermählung des Erbprinzen Johann Wilhelm mit der Markgräfin Jakobe von Baden die wohl prunkvollste dokumentierte Hochzeit des 16. Jahrhunderts ausrichtete, bei der zum ersten Mal ein opernartiges theatralisches Schauspiel mit Gesang und Musik (Titel: „Orpheus und Amphion“) zur Aufführung kam. Wilhelm der Reiche sorgte für den Wiederauf- und Ausbau des Düsseldorfer Schlosses durch den Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini. Nach dem Aussterben des jülich-bergisch-klevischen Regentenstammes 1609 besetzte der spanische General Ambrosio Spinola als kaiserlicher Kommissar 1614 die Stadt. Nach der Beilegung des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits kam Düsseldorf mit dem Herzogtum Jülich-Berg an das Haus Pfalz-Neuburg. Der Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (von den Düsseldorfern „Jan Wellem“ genannt) erwählte Düsseldorf zu seiner Hauptresidenz. In dieser Zeit nahm die Stadt eine beachtliche städtebauliche Entwicklung, ebenfalls unter dem Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, der Schlösser, Sammlungen, Institute gründete und die Carlstadt anlegen ließ. Freilich hatte Düsseldorf da seinen Status als Hauptresidenz schon an Mannheim und später an München verloren, von wo aus Karl Theodor regierte. Seit 1732 befestigt, wurde die Stadt im Siebenjährigen Krieg 1757 von den Franzosen besetzt und im Juni 1758 vom Herzog Ferdinand von Braunschweig durch Kapitulation eingenommen, jedoch bald wieder verlassen. Im Jahr 1795 wurde Düsseldorf nach einem heftigen Bombardement den Franzosen durch Kapitulation übergeben und blieb in deren Besitz, bis es im Frieden von Lunéville 1801 an Bayern zurückgegeben wurde, woraufhin die Schleifung der Festungswerke erfolgte. 1806 war Düsseldorf Hauptstadt des Großherzogtums Berg und kam mit diesem 1815 an Preußen. Hier wurde die Stadt 1816 Sitz eines Kreises, die Stadt selbst kreisfrei, jedoch bereits 1820 wieder mit dem Landkreis Düsseldorf vereinigt. Der Aufschwung der Stadt Düsseldorf zu heutiger Größe begann im 19. Jahrhundert. 1872 wurde Düsseldorf erneut kreisfrei. Gegen 1880 bestand Düsseldorf aus sechs Stadtteilen: der Altstadt (dem ursprünglichen Düsseldorf) mit engen und unregelmäßigen Straßen sowie den beiden Mündungen der nördlichen und der südlichen Düssel; der Carlstadt, an der Südseite der Altstadt (1767 angelegt); der in einiger Entfernung liegenden Neustadt, die 1690–1716 erbaut wurde; der Friedrichstadt am Südostende; der Königstadt und schließlich Pempelfort an der Ostseite. Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1880 lebten in der Stadt auf 49 Quadratkilometer Fläche 95.458 Menschen, im Landkreis Düsseldorf auf 362 Quadratkilometer 52.994. Am frühen Nachmittag des 8. März 1921 überflogen französische Erkundungsflugzeuge Düsseldorf und die Nachbarstadt Duisburg. Gegen Mittag rückten französische und belgische Truppen in die beiden Städte ein und besetzten sie. Zwei Jahre später begannen sie von ihren Brückenköpfen Duisburg und Düsseldorf aus mit der Besetzung des Ruhrgebiets. Mit Annahme des Dawes-Plans am 1. September 1925 durch die deutsche Regierung wurde die Besetzung des Ruhrgebiets und Düsseldorfs beendet. 1929 ging der Landkreis Düsseldorf größtenteils im neuen Landkreis Düsseldorf-Mettmann auf, der nördliche Teil wurde den Städten Duisburg und Mülheim zugeschlagen. Düsseldorf-Mettmann wurde bei der Kreisreform 1975 in Kreis Mettmann umbenannt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es schon am 11. April 1933 in Düsseldorf zur ersten Verbrennung „unerwünschter Literatur“ (unter anderem von Büchern Heinrich Heines) durch die Hitlerjugend. Am 10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht die Synagogen auf der Kasernenstraße und in Benrath niedergebrannt, die jüdische Bevölkerung der Stadt verfolgt und mindestens acht Personen ermordet. Am 27. Oktober 1941 fuhr der erste Zug mit Düsseldorfer Juden vom Güterbahnhof Derendorf in die deutschen Konzentrationslager im besetzten Polen. 1944 lebten in den etwa 400 Lagern Düsseldorfs rund 35.000 ausländische Zivilarbeiter, mehrere 1000 Kriegsgefangene sowie KZ-Häftlinge, die in der Stadt Zwangsarbeit leisten mussten. Im Zweiten Weltkrieg fielen 1940 die ersten Bomben auf Düsseldorf. Die alliierten Luftangriffe forderten bis 1945 mehr als 5.000 Tote unter der Zivilbevölkerung. Etwa die Hälfte der Gebäude wurde zerstört, rund 90 Prozent wurden beschädigt. Alle Rheinbrücken, die meisten Straßen, Hochwasserdeiche, Unter- und Überführungen sowie das städtische Entwässerungsnetz waren größtenteils zerstört worden. Die Trümmermenge wurde auf etwa zehn Millionen Kubikmeter geschätzt. Ab dem 28. Februar 1945 wurde Düsseldorf für 7 Wochen zur Frontstadt – mit amerikanischem Dauerbeschuss vom linken Rheinufer – und im März immer mehr eingekreist. Im April versuchten einige Düsseldorfer Bürger des Widerstands um Rechtsanwalt Karl August Wiedenhofen, bei Schutzpolizei-Kommandeur Franz Jürgens die Festsetzung des Polizeipräsidenten Korreng zu erwirken, um die Stadt kampflos an die Alliierten zu übergeben. Der Putschversuch gelang zunächst, wurde dann aber verraten. Nach der Befreiung Korrengs durch loyale Kräfte von Gauleiter Florian, der fünf der Widerstandsmitglieder standrechtlich erschießen ließ (darunter Jürgens), gelang es den beiden letzten Mitgliedern (Rechtsanwalt Wiedenhofen und Architekt Aloys Odenthal) zu entkommen, die im Osten der Stadt heranrückenden amerikanischen Streitkräfte zu erreichen und die endgültige Zerstörung der Stadt durch einen bereits vorbereiteten großen Luftangriff abzuwenden. Am 17. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen die Stadt nahezu kampflos. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt. Die Entwicklung zu einer modernen Handels- und Industriestadt Düsseldorf brachte zwar auch die Ansiedlung von Industrieunternehmen mit sich, aber Düsseldorf wurde mehr eine Stadt der Unternehmensverwaltungen – der „Schreibtisch des Ruhrgebiets“, wie man sagte. Diese und andere Entwicklungen führten dazu, dass Düsseldorf Wirtschaftszentrum und Messestandort (seit 1971), Kulturmetropole (1970 Eröffnung des neuen Schauspielhauses, 1978 der Tonhalle, 1986 der Kunstsammlung NRW) und Universitätsstadt (seit 1965), eine Stadt internationalen Zuschnitts („Klein-Paris“; größte japanische Kolonie Kontinentaleuropas), aber besonders in der Altstadt auch noch von provinziell-rheinischem Gepräge und schließlich (seit 1946) Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist.

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