Köln
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Köln (bis 1919 auch Cöln, unter den Römern erst oppidum ubiorum,
dann CCAA, Colonia Claudia Ara Agrippinensium, im Mittelalter auf Latein
meist Colonia Agrippina und Deutsch Coellen und im Kölner Dialekt
Kölle genannt) ist flächenmäßig die drittgrößte und nach Einwohnern
viertgrößte Stadt Deutschlands sowie die größte Stadt
Nordrhein-Westfalens. Die Stadt ist für ihre 2000-jährige Geschichte,
ihr kulturelles und architektonisches Erbe sowie für ihre international
bedeutenden Veranstaltungen bekannt. Neben ihrer Eigenschaft als Sitz
weltlicher und kirchlicher Macht trug zur Bedeutung Kölns auch die Lage
am Rhein sowie am Schnittpunkt bedeutender West-Ost-Handelsstraßen bei.
Die Stadt wurde so zu einem wichtigen Handelsstandort und ist heute der
Verkehrsknotenpunkt mit dem höchsten Eisenbahnverkehrsaufkommen und mit
dem größten Container- und Umschlagbahnhof Deutschlands, dem
Umschlagbahnhof Köln Eifeltor. Die Rheinhäfen zählen zu den wichtigsten
Binnenhäfen Europas. Köln besitzt als Wirtschafts- und Kulturmetropole
internationale Bedeutung und gilt als eines der führenden Zentren für
den weltweiten Kunsthandel. Die Karnevalshochburg ist außerdem Sitz
vieler Verbände und Medienmetropole mit zahlreichen Fernsehsendern,
Plattenfirmen und Verlagshäusern. Die Stadt hat mit der Universität zu
Köln, an der mehr als 43.000 Studenten eingeschrieben sind, eine der
größten Universitäten und mit 16.500 Studenten an der Fachhochschule
Köln die größte Fachhochschule Deutschlands und ist Sitz zahlreicher
weiterer Hochschulen.
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Höhe: 37,5–118,04 m ü. NN
Fläche: 405,15 km²
Einwohner: 995.397 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 2457 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 50441–51149 (alt: 5000)
Kfz-Kennzeichen: K
Gemeindeschlüssel: 05 3 15 000
Oberbürgermeister: Fritz Schramma (CDU)
Geschichte
Spätmittelalterliches Köln
Im Jahre 1259 erhielt Köln das Stapelrecht, das den Kölner
Bürgern ein Vorkaufsrecht aller auf dem Rhein transportierten Waren
sicherte und so zum Wohlstand der Kölner Bürgerschaft beitrug. Die
jahrelangen Kämpfe der Kölner Erzbischöfe mit den Patriziern endeten
1288 vorläufig durch die Schlacht bei Worringen, bei der das Heer des
Erzbischofs gegen das des Grafen von Berg und der Kölner Bürger
unterlag. Fortan gehörte die Stadt nicht mehr zum Erzstift und der
Erzbischof durfte sie nur noch zu religiösen Handlungen betreten. Die
offizielle Erhebung zur Freien Reichsstadt dauerte allerdings noch bis
1475. 1396 wurde durch eine unblutige Revolution die Patrizierherrschaft
in Köln endgültig beendet. An ihre Stelle trat eine ständische
Verfassung, die sich auf die Organisation der Gaffeln stützt.
Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung innerhalb des kölnischen
Patriziats, bei dem die Partei der Greifen mit ihrem Führer Hilger
Quattermart von der Partei der Freunde des Konstantin von Lyskirchen
entmachtet wurde. Hilger Quattermarts Verwandter Heinrich von Stave
wurde am 11. Januar 1396 auf dem Neumarkt hingerichtet, viele der
Greifen wurden zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt. Am 18. Juni 1396
versuchte Konstantin von Lyskirchen, alte patrizische Rechte
wiederherzustellen. Die dagegen protestierenden Handwerker- und
Kaufleutezünfte wurden von ihm „vom hohen Ross herab“ nach Hause
geschickt. Daraufhin nahmen die Zünfte die Freunde in ihrem
Versammlungsraum gefangen. Die Greifen wurden befreit. Am 24. Juni 1396
trat ein 48-köpfiger, provisorischer Rat aus Kaufleuten, Grundbesitzern
und Handwerkern zusammen. Der Stadtschreiber Gerlach von Hauwe
formulierte daraufhin den so genannten Verbundbrief, der am 14.
September 1396 von den 22 so genannten Gaffeln unterzeichnet und in
Kraft gesetzt wurde. Die Gaffeln sind heterogen zusammengesetzt, in
ihnen sind die entmachteten Patrizier, Ämter, Zünfte und Einzelpersonen
zusammengefasst, nicht aber die zahlenmäßig sehr starke Geistlichkeit;
jeder kölnische Bürger musste einer der Gaffeln beitreten. Der
Verbundbrief konstituierte einen 49-köpfigen Rat, mit 36 Ratsherren aus
den Gaffeln und 13 Gebrechtsherren, die berufen wurden. Der Verbundbrief
blieb bis zum Ende der Freien Reichsstadt 1794 in Kraft.
Frühe Neuzeit
Ab 1500 gehörte Köln zum Niederrheinisch-Westfälischen
Reichskreis. 1582 sagte der Kölner Erzbischof Gebhard Truchsess von
Waldburg sich von der katholischen Kirche los und heiratete die
protestantische Stiftsdame Agnes von Mansfeld. Er wurde daraufhin von
Papst Gregor XIII. exkommuniziert und der verlässliche katholische Ernst
von Bayern wurde zu seinem Nachfolger bestimmt – u. a. deshalb, weil
ein protestantischer Kölner Erzbischof die katholische Mehrheit im
Kurfürstenkollegium gekippt hätte. Es kam zum Kölner Krieg (auch
Truchsessischer Krieg), der von 1583 bis 1588 dauerte und in dessen
Verlauf Deutz, Bonn und Neuss verwüstet wurden. Der Krieg gab in seiner
Zerstörungskraft einen Vorgeschmack der kommenden konfessionellen
Auseinandersetzungen in Deutschland. Der Dreißigjährige Krieg ließ die
Stadt aber unversehrt. Dies lag zum Teil daran, dass sich die Stadt
durch Geldzahlungen an heranziehende Truppen von Belagerungen und
Eroberungen freikaufte. Köln verdiente an dem Krieg durch
Waffenproduktion und -handel prächtig.
Bevölkerung
Die Stadt Köln zählt 1.024.000 Einwohner (Feb 2008, mit
Zweitwohnsitzen) und ist damit die viertgrößte Stadt Deutschlands. Die
vom Land Nordrhein-Westfalen angegebene Einwohnerzahl Kölns liegt knapp
unter der Millionengrenze. Bis zum Jahr 2035 wird ein leichter Anstieg
auf 1.030.000 Einwohner erwartet. Schließlich völlig zum Erliegen kam
(mehr Informationen zum Bau im Artikel Kölner Dom). Nicht um den Handel
verlegen, entwickelte sich Köln auch zum Zentrum des Reliquienhandels,
da die mittelalterlichen Menschen hofften, durch den Besitz eines
heiligen Gegenstandes oder Knochen einer oder eines Heiligen der
Erlösung näher zu kommen. Diese Bedeutung der Stadt brachte ihr den
Namen heiliges Köln ein. Die Bedeutung der Religion zeigt sich auch im
Stadtwappen, auf dem die drei Kronen der Heiligen Drei Könige und die 11
Flammen der heiligen Ursula von Köln und ihrer Gefährtinnen, die in
Köln den Märtyrertod erlitten haben sollen, dargestellt sind. Einer der
zahlreichen Höhepunkte des heiligen Kölns in der jahrtausendlangen
christlichen beziehungsweise katholischen Geschichte Kölns ist der 20.
Weltjugendtag vom 15. August bis 21. August 2005. Rund 26.000
Freiwillige aus 160 Staaten begrüßten Gäste aus 196 Staaten in den
Städten Köln, Bonn und Düsseldorf. Zu diesem Großereignis der jungen
katholischen Kirche waren bis zur Abschlussmesse auf dem Marienfeld,
einem stillgelegten Tagebau nahe dem Vorort Frechen, über 1.000.000
Menschen im Kölner Großraum. Papst Benedikt XVI. unternahm zu diesem
Anlass seine erste Pontifikalreise nach seiner Amtseinführung und
besuchte die Stadt vom 18. August bis 21. August. Bei dieser Gelegenheit
bestätigte er den Titel heiliges Köln.
Einwohnerentwicklung
Köln war in den 1970er Jahren infolge von Eingemeindungen
aufgrund des Köln-Gesetzes kurzzeitig Millionenstadt: im Zuge der
letzten Eingemeindungen zum 1. Januar 1975 wurde die Bevölkerungszahl
von einer Million erreicht. Nachdem die Stadt Wesseling jedoch zum 1.
Juli 1976 durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs für das
Land Nordrhein-Westfalen wieder ausgegliedert werden musste, sank die
Einwohnerzahl erneut unter die Millionengrenze. Am 30. Juni 2006 betrug
die Einwohnerzahl Kölns nach Fortschreibung des Landesamtes für
Datenverarbeitung und Statistik 986.168.
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