Meterstab
Meterstab
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Zollstock auch Gliedermaß- stab oder Meterstab
Ein Meterstab, auch Zollstock, Maßstab, genauer Gliedermaßstab, ist ein
Messgerät zur Bestimmung von Längen bis etwa 2 Meter. In Sachsen wird er
auch „Schmiege“ genannt.
Das Wort Metermaß bezeichnet neben dem Meterstab auch andere einfache
Messgeräte, z. B. ein Leinenmaß (meist 1,5 m) für Textilien oder ein
kurzes Maßband (Rollmeter) von 2 bis 5 m Länge.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Beschaffenheit
o 1.1 Maßteilungen
o 1.2 Spezialvariante mit Tiefenmaß (Tirette)
* 2 Verbreitung
* 3 Geschichte und Etymologie
o 3.1 Dezimalisierung
o 3.2 Entwicklung der heutigen Mechanik
* 4 Andere Geräte und Werkzeuge zur Längenmessung
Beschaffenheit
Der Meterstab bzw. Gliedermaßstab besteht aus kurzen Holz-, Kunststoff-
oder Metallstreifen, die an den Enden durch genietete Achsen miteinander
verbunden sind. Dadurch ist er zusammenlegbar. Auseinandergeklappt hat
er meist eine Gesamtlänge von 1 oder 2 m, manchmal auch 3 m. Die meisten
Gliedermaßstäbe sind 2 Meter lang, bestehen aus zehn Gliedern und
lassen sich auf eine Länge von gut 20 Zentimeter zusammenfalten. Ein
Meterstab von nur 1 m Länge lässt sich je nach Anzahl der Glieder auf
ca. 10 cm oder 20 cm zusammenfalten. Früher waren Gliedermaßstäbe oft in
deutschen bzw. englischen Zoll geteilt, heute sind sie zumeist im
metrischen System ausgeführt und in Millimeter und Zentimeter geteilt.
Winkelmesser-Einteilung z. B. 30° und maximalen 150°
Winkeleinteilung 2. Version vorgegebene 45, 60, 75 und 90°
Maßteilungen
Bei Meterstäben können auf der Vorderseite und Rückseite vereinzelt auch
verschiedene Maßeinteilungen vorhanden sein. So verwendet der Tischler
oder Zimmerer mitunter eine Seite mit metrischer Einteilung und die
Rückseite mit Zoll, da oft die Holzstärken mit Zollmaßen angegeben
werden. Andere Meterstäbe verfügen auch über zusätzliche Einteilungen
zur einfachen Winkelmessung (siehe Bilder rechts), zur Umrechnung
zwischen Durchmesser und Umfang oder eine sogenannte Fliesen-Teilung.
Spezialvariante mit Tiefenmaß (Tirette)
Sehr selten gab es auch Meterstäbe mit Tiefenmaß (z. B. von HOWAL). Es
bestand, ähnlich wie bei einem Messschieber, aus einem etwa 5 mm
breiten, 1 mm starken und etwas über 15 cm langen Metallstreifen mit
geprägter Maßeinteilung und einem kleinen Knebel von etwa 2 mm
Durchmesser am oberen Ende. Er wurde in einer gefrästen Nut an einem
Ende des Meterstabes geführt und konnte über das Ende herausgeschoben
werden, um z. B. die Tiefe von Sackbohrungen zu messen. Diese Meterstäbe
konnten sich jedoch aufgrund der aufwendigen Fertigung bei
gleichzeitiger relativer Ungenauigkeit im Vergleich zu einer „echten“
Schublehre nicht durchsetzen, da ein Tiefenmaß vorwiegend im
Metallbereich erforderlich ist, wo herkömmliche Meterstäbe eher unüblich
sind.
Ein Tirette wird im Kugelsport Pétanque zum Messen verwendet, wenn der
Abstand von mindestens zwei Spielkugeln zum Cochonnet mit dem Bandmaß
nicht zu ermitteln ist.
Verbreitung
Der Gliedermaßstab ist ein überwiegend im deutschen Sprachraum und
Italien benutztes Werkzeug, im Ausland werden dagegen im Allgemeinen
häufiger Rollbandmaße eingesetzt.v
Verschiedene deutsche Berufskleidungen tragen an der rechten
Schenkel-Außenseite eine Tasche für den Meterstab.
Geschichte und Etymologie
Der Name Zollstock deutet daraufhin, dass früher ein starrer Stab – ein
Stock – von der Länge eines Fußes, einer Elle oder eines Klafters, der
in Zoll geteilt war, auch entsprechend Zollstock genannt wurde. Schon in
römischen Zeiten waren jedoch auch Klapp- oder Faltmaßstäbe aus Bronze,
Messing oder Holz bekannt, die sich zunehmend durchsetzten. Auch diese
zusammenlegbaren Stäbe wurden im Volksmund weiterhin als Zollstöcke
bezeichnet.
Dezimalisierung
1868 wurde in Preußen die Maß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen
Bund erlassen, die 1872 in Kraft trat und als Grundlage für die Länge
den Meter mit dezimaler Teilung und Vervielfachung festlegte. In der
Beilage bildliche Darstellungen der aichfähigen Gattungen von Maaßen und
… zur Instruktion vom 1. Mai 1885 der Kaiserlichen
Normal-Aichungs-Kommission wird der hölzerne zusammenlegbare Maaßstab
von 1 Meter Länge mit Einfallfedern, durchgehends in halbe Centimeter
und das letzte Zehntel-Meter in Millimeter geteilt, als Endmaaß mit
leichten an den Seiten offenen Kappen versehen – dargestellt und
beschrieben.
1911 wird in der Beilage zur Instruktion ein – Zusammenlegbarer Maßstab
aus Holz (Endmaß) von 2 m Länge mit Drehgelenken, durchweg in Millimeter
geteilt, mit leichten, an den Seiten offenen Kappen versehen, –
abgebildet. Dieser faltbare Maßstab war faktisch der erste eichfähige
metrische Gliedermaßstab.
Das Maß- und Gewichtsgesetz von 1935 sah vor, dass die
Physikalisch-Technische Reichsanstalt auf eichfähigen Messgeräten neben
der metrischen Teilung auch noch eine andere Nebenteilung zulassen
konnte. Dies führte dazu, dass nach 1935 Gliedermaßstäbe mit metrischer
Teilung auf der Vorderseite und Zollteilung (engl. inch = 25,4 mm) auf
der Rückseite produziert wurden und vor allem im Schiffbau und dem
Holzhandel verwendet wurden. In Handwerk und Handel prägte sich dadurch
der Begriff Zollstock in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein.
Dieser Name ist bis heute weit verbreitet und wird erst in den letzten
Jahren durch die Begriffe Gliedermaßstab, Meterstab oder auch
Doppelmeter ersetzt.
Entwicklung der heutigen Mechanik
Funktionsweise des Gliedermaßstabes
Anton Ullrich erfand 1865 den Gelenkmaßstab, indem er mehrere starre
Maßstäbe mit einem Niet verband. Sein Neffe Gustav Ullrich entwickelt
und patentiert 1886 das Federgelenk, das beim Auf- und Zuklappen
einrastet und so den Maßstab auseinandergefaltet und geschlossen
zusammenhält. Dieses Gelenk wird (mit leichten Veränderungen) bis heute
weltweit in Gliedermaßstäben eingesetzt. Das von Gustav Ullrich 1889 in
Annweiler am Trifels gegründete Unternehmen STABILA existiert noch
heute. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte auch der Schwede Karl-Hilmer
Johansson Kollén einen zusammenklappbaren Maßstab, der neben dem
Schwedischen Daumenmaß auch die neu eingeführte Zentimeterskalierung
hatte.
Andere Geräte und Werkzeuge zur Längenmessung
Ein starres Metermaß wird häufig im Textilhandel verwendet, wo Stoffe
vom Ballen heruntergemessen werden. Diese Meterstäbe sind meist nur auf
Zentimeter genau. Auch die Holzfäller verwenden ein starres Metermaß, um
die Scheite einen Meter lang zu schneiden.
Ein Maßband, Messband oder Bandmaß ist aus einem flexiblen Material
(Stoff, Kunststoff, Stahl), das sich aufrollen lässt. Diese Maßbänder
gibt es für verschiedene Einsatzgebiete und in verschiedenen Längen (1,
1½, 2, 3, 5, 10, 20, 25, 50 m).
Eine Messlatte, die aufgeklappt meist 4 m Länge besitzt, wird in der Geodäsie und im Bauwesen verwendet.
Für weitere Möglichkeiten der Längenmessung siehe Liste der Messwerkzeuge.
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