Plastische-Chirurgie
Bei der Plastischen Chirurgie (griech. plastein - bilden, formen,
gestalten) handelt es sich um jede Form von Chirurgie, die aus
funktionellen oder ästhetischen/kosmetischen Gründen Veränderungen an
den Organen oder der Körperoberfläche vornimmt.
In mittlerweile allen deutschen Bundesländern gibt es die
Facharztkompetenz Plastische und Ästhetische Chirurgie. In der Schweiz
existiert das Fachgebiet Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische
Chirurgie, in Österreich das Sonderfach Plastische, ästhetische und
rekonstruktive Chirurgie.
Man unterscheidet zwischen den Hauptrichtungen:
* Ästhetische Chirurgie: Darunter fasst man formverändernde
Eingriffe zusammen, deren Indikationen nicht medizinisch, sondern
ausschließlich durch den Wunsch des Patienten bestimmt sind. Sie sind
umgangssprachlich auch als „Schönheitsoperationen“ bekannt und haben die
Verbesserung des Erscheinungsbildes zum Ziel. Ästhetische Chirurgie ist
keine Neuerfindung des 20. Jahrhunderts, sondern schon seit mindestens
1400 Jahren bekannt, erlebte ihren Aufschwung allerdings erst im 19.
Jahrhundert.
* Rekonstruktive Chirurgie stellt verlorengegangene Funktionen
des Körpers, z. B. infolge von Verletzungen, Tumorentfernungen oder
Fehlbildungen, operativ wieder her. Typische Operationen sind
Defektdeckungen durch Gewebeverschiebungen oder -verpflanzungen,
Nervenverpflanzungen oder Sehnenumlagerungen. Wesentliche Grundlage für
diese Maßnahmen ist heutzutage die Mikrochirurgie; rekonstruktive
Maßnahmen in der Plastischen Chirurgie sind seit über 1500 Jahren
bekannt.
* Verbrennungschirurgie beschäftigt sich mit der Akut- und
Intensivbehandlung der Verbrennungen in spezialisierten
Verbrennungszentren und der Behandlung der Verbrennungsfolgen. Hierbei
kommen v. a. Methoden der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz.
* Handchirurgie ist ein eigenes (fächerübergreifendes)
Spezialgebiet in der Plastischen Chirurgie, der Unfallchirurgie und der
Orthopädie. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Behandlung von
Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen der Hand und des Unterarms.
Zusätzlich kommt hier die Mikrochirurgie zum Einsatz, z. B. ist sie bei
Replantationen, wesentlicher Bestandteil.




