Vektorgrafik-Vectorgrafik
Vektorgrafik-Vectorgrafik
Vektorgrafik aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Vektorgrafiken lassen sich ohne Qualitätsverlust beliebig skalieren.
Eine Vektorgrafik ist eine Computergrafik, die aus grafischen Primitiven
wie Linien, Kreisen, Polygonen oder allgemeinen Kurven (Splines)
zusammengesetzt ist. Meist sind mit Vektorgrafiken Darstellungen
gemeint, deren Primitiven sich zweidimensional in der Ebene beschreiben
lassen. Eine Bildbeschreibung, die sich auf dreidimensionale Primitiven
stützt, wird eher 3D-Modell oder Szene genannt. Um beispielsweise das
Bild eines Kreises zu speichern, benötigt eine Vektorgrafik mindestens
zwei Werte: die Lage des Kreismittelpunkts und den Kreisdurchmesser.
Neben der Form und Position der Primitiven werden eventuell auch die
Farbe, Strichstärke, diverse Füllmuster und weitere, das Aussehen
bestimmende Daten, angegeben.
Eigenschaften Vektorgrafiken basieren anders als
Rastergrafiken nicht auf einem Pixelraster, in dem jedem Bildpunkt ein
Farbwert zugeordnet ist, sondern auf einer Bildbeschreibung, die die
Objekte, aus denen das Bild aufgebaut ist, exakt definiert. So kann
beispielsweise ein Kreis in einer Vektorgrafik über Lage des
Mittelpunktes, Radius, Linienstärke und Farbe vollständig beschrieben
werden; nur diese Parameter werden gespeichert. Im Vergleich zu
Rastergrafiken lassen sich Vektorgrafiken daher oft mit deutlich
geringerem Platzbedarf speichern. Die Erzeugung von Vektorgrafiken ist
Gegenstand der geometrischen Modellierung und geschieht meist mittels
eines Vektorgrafikprogramms oder direkt mit einer Auszeichnungssprache.
Rastergrafiken können mit gewissen Einschränkungen in Vektorgrafiken
umgewandelt werden (Vektorisierung); manche Texterkennungsprogramme
basieren auf einem Vektorisierungsalgorithmus. Mittlerweile bieten
gängige Vektorgrafikprogramme Funktionen an, die es erlauben,
Vektorgrafiken mit Farbverläufen und Transparenzstufen zu speichern und
damit eine größere Zahl von Bildern zufriedenstellend zu beschreiben.
Auch solche Vektorgrafiken lassen sich, im Gegensatz zu Rastergrafiken,
bequem und verlustfrei verändern und transformieren. Auf bis in die
1980er Jahre verbreiteten Vektorbildschirmen wurden Vektorgrafiken durch
einen Kathodenstrahl direkt auf dem Bildschirm gezeichnet. Zur Anzeige
auf heute üblichen Rasterbildschirmen müssen Vektorgrafiken gerastert
werden.
Anwendungen Bearbeitung einer Vektorgrafik mit Inkscape
Zauberwürfel im SVG-FormatDie Stärke von Vektorgrafiken liegt bei
Darstellungen, die als Zusammenstellung von grafischen Primitiven
befriedigend beschrieben werden können, zum Beispiel Diagramme oder
Firmenlogos. Sie sind nicht geeignet für gescannte Bilder und
Digitalfotos, die naturgemäß als Rastergrafik erfasst werden und nicht
verlustfrei umgewandelt werden können. Ebenfalls an die Grenzen stoßen
Vektorformate bei komplexen gerenderten Bildern, die ebenfalls direkt
als Rastergrafik berechnet werden. Allerdings spezialisieren sich mehr
und mehr Firmen auf die Vektorisierung von Rastergrafiken. Dies ist vor
allem von Interesse für großflächige Bildwerbung, Fahrzeugbeschriftung
oder wenn die Vektorisierung als grafischer Effekt genutzt wird.
Grafikanwendungen Zur Erstellung von Illustrationen,
insbesondere für die Erstellung von Logos, können vektorbasierte
Zeichenprogramme verwendet werden. Für technische Zeichnungen finden
CAD-Programme Verwendung; hier wird meist das Drawing Interchange Format
(DXF) zur Speicherung verwendet. Die von 3D-Modellierungswerkzeugen
erzeugten 3D-Szenen können auch als Vektorgrafiken betrachtet werden.
SeitenbeschreibungssprachenVektorgrafiken erlauben es,
Dokumente unabhängig von der Auflösung des Ausgabegeräts zu beschreiben.
Mit Hilfe einer vektorgrafikfähigen Seitenbeschreibungssprache wie
PostScript oder dem daraus hervorgegangenen Portable Document Format
(PDF) können Dokumente, im Gegensatz zu Rastergrafiken, mit der jeweils
höchstmöglichen Auflösung auf Bildschirmen verlustfrei dargestellt oder
gedruckt werden.
Computerschriften Auf gängigen Computersystemen finden
heute überwiegend so genannte Outline-Schriften Verwendung, die die
Umrisse jedes Zeichens als Vektorgrafik beschreiben. Wichtige Formate
sind TrueType, PostScript und OpenType.
Computerspiele Frühe Arcade-Spiele liefen mit
Vektorgrafik. Das erste war Space Wars aus dem Jahr 1977. Bekannt waren
auch Lunar Lander (Atari, 1979) und Star Wars (Farb-Vektorgrafik). Es
gab auch die Spielkonsole Vectrex. Der Vorteil lag in der höheren
Geschwindigkeit im Vergleich zur Rastergrafik. Wenige Jahre später kamen
fast nur noch Spiele mit Rastergrafik auf den Markt, da diese eine
bessere Grafik ermöglichten. Auch auf Heimcomputern wie dem Amiga und
Commodore 64, gab es vereinzelt Spiele, die auf Vektorgrafik basierten,
beispielsweise Stuntcar Racer. Diese waren jedoch vergleichsweise
langsam, da sie nicht über die speziellen Chips der Arcade-Geräte
verfügten.
Internet Im World Wide Web liegen Vektorgrafiken meist im offenen Format SVG oder als proprietäre SWF-Dateien (Adobe Flash) vor.
Geoinformationssysteme Bei Geoinformationssystemen (GIS)
kann die Geometrie von Flurstücken und Landkarten in Form von
Vektordaten gespeichert werden. Solche Vektorgrafiken lassen sich
vergleichsweise einfach mit Sachdaten verknüpfen. Ein typisches
GIS-Vektorformat ist das Shapefile.
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